Die Städtepartnerschaft von Leipzig und Thessaloniki steht in diesem Jahr unter dem Schwerpunkt „Jüdisches Leben“. Darauf hatten sich die Oberbürgermeister beider Städte, Burkhard Jung und Stelios Angeloudis im 40. Jubiläumsjahr der Partnerschaft 2024 verständigt. Sie fügt sich damit auch in „Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“ ein.
Eine Leipziger Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern der Israelitischen Gemeinde, des Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus, des Vereins Synagoge und Begegnungszentrum e.V. und des Referats Internationale Zusammenarbeit besuchte vom 12. bis 16. März die griechische Partnerstadt, um gemeinsame Projekte im Bereich jüdisches Leben und Kultur anzubahnen, und erstmals am „Stillen Marsch“ teilzunehmen. Dieser erinnert – jährlich am 15. März – an die Abfahrt des ersten Deportationszuges von Thessaloniki in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und gedenkt der Opfer des Genozids an den griechischen Juden.
Wie auch in Leipzig spielten die Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens bis zur Shoah eine sehr große und wichtige Rolle für die wirtschaftliche, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Thessalonikis. Die Stadt galt als „Jerusalem Europas“: Mit über 50.000 Mitgliedern zählte seine jüdische Gemeinde zu den größten in Europa, die Stadt war tief von der jüdischen, vorrangig sephardischen Kultur geprägt. Die gewaltsame und grausame Vernichtung der jüdischen Gemeinden riss tiefe Wunden.
Heute sind in beiden Städten jüdische Gemeinde mit rund 1000 Mitgliedern aktiv, die sich zusammen mit den Stadtverwaltungen und weiteren Partnern dafür einsetzen, das Gedenken an den Holocaust zu wahren, jüdisches Leben und Kultur als integralen Bestandteil beider Stadtgesellschaften zu stärken und jeder Form von Antisemitismus entgegenzuwirken.
Im Rahmen des Aufenthalts wurden die Planungen für einen Jugendaustausch, den Gegenbesuch in Leipzig sowie die Konferenz „Die Welt ist in uns“ zu jüdischem Leben in Griechenland und seiner Nachbarschaft, die im Juni in Leipzig veranstaltet wird, konkretisiert. Die Leipziger Delegation kam dazu mit Vertreterinnen und Vertreten der jüdischen Gemeinde, der Stadtverwaltung, des deutschen Generalkonsulats und der vor Ort tätigen politischen Stiftungen und Kulturinstitute zusammen.
Im Rahmen des Schwerpunkts Erinnerung des Thessaloniki Dokumentarfilmfestivals verfolgten die Teilnehmenden zudem die aktuelle gesamtgesellschaftliche Debatte.






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