Tatort, Polizeiruf, Mittagsmagazin, Social Media und Podcasts – der MDR wird sein Angebot in den kommenden Jahren drastisch reduzieren. Der Sender begründet seine Pläne mit fehlenden Einnahmen durch den nicht erhöhten Rundfunkbeitrag. Mehrere hundert Stellen sollen davon betroffen sein.

Am Montag haben mehrere Medien, darunter der „Flurfunk Dresden“, über die geplanten Maßnahmen berichtet. Der MDR hat diese noch am selben Tag bestätigt.

Im Einzelnen ist geplant: keine neuen „Tatort“- und „Polizeiruf“-Produktionen in den nächsten drei Jahren, „MDR um 2“ nicht mehr als lineares TV-Magazin und das Ende vom „Mittagsmagazin“ im MDR.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass der MDR das „Mittagsmagazin“ aus Kostengründen nach nur drei Jahren wieder abgeben möchte. Innerhalb der ARD würden dazu Gespräche laufen; der NDR sei interessiert. Der MDR hatte das „Mittagsmagazin“ Anfang 2024 vom RBB übernommen.

MDR-Intendant Ralf Ludwig begründet die geplanten Veränderungen damit, dass der Rundfunkbeitrag Anfang 2025 nicht wie empfohlen erhöht wurde: „Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen, um den MDR insgesamt wirtschaftlich und publizistisch zukunftssicher aufzustellen.“

Programmdirektor Boris Lochthofen betont, dass man den MDR nicht insgesamt schwächen möchte. „Wir haben uns deshalb entschieden, nicht in der Breite zu kürzen, sondern strategisch Prioritäten zu setzen.“

Zu diesen Prioritäten gehört laut „Flurfunk“ auch, dass die Social-Media-Aktivitäten um 30 Prozent reduziert werden sollen. Außerdem sollen Podcasts mit weniger als 6.000 Hörer*innen im Monat eingestellt werden.

Welche Podcasts das konkret betroffen wird, ist unklar. Der MDR produziert dutzende Podcasts zu allen möglichen Themen, beispielsweise Politik-Podcasts, einen Podcast zum Ukraine-Krieg, Kultur-Podcasts, den Zoo-Podcast „Elefant, Tiger & Co“ und den Sport-Podcast „Im Osten geht die Sonne auf“.

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