Das Problem der aktuellen Bundesregierung ist, dass sie die wichtigen Pläne, die dieses Land ja hat, ausbremst, ignoriert oder einfach nicht durchfinanziert. Man tut einfach so, als sei es schlicht eine Ansichtssache, ob man nun neue Gaskraftwerke baut, die Erneuerbaren ausbremst oder für die Wärmewende in Deutschland kein Geld bereitstellt. 12 bis 20 Milliarden Euro würde es allein in der Stadt Leipzig kosten, die Wärmeversorgung umzubauen, schätzt OBM Burkhard Jung.
Und tatsächlich sind alle Kommunen gesetzlich verpflichtet, einen verbindlichen Wärmeplan aufzustellen. Leipzig ist jetzt auf der Zielgeraden.
In der Dienstberatung des OBM hat die Stadtverwaltung Leipzig jetzt den kommunalen Wärmeplan für Leipzig bestätigt und damit einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen und langfristig bezahlbaren Wärmeversorgung getan. Als Nächstes muss die Ratsversammlung den Wärmeplan auch offiziell beschließen.
„Mit dem kommunalen Wärmeplan schaffen wir die Grundlage, um Leipzigs Wärmeversorgung Schritt für Schritt klimaneutral umzubauen“, erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung am Mittwoch, 6. Mai. „Für die Leipzigerinnen und Leipziger ist die Wärmewende ein Generationenprojekt, welches wir entschlossen angehen wollen, um fossile Abhängigkeiten zu reduzieren, die Versorgungssicherheit zu stärken und langfristig stabile Wärmekosten zu schaffen. Damit die Wärmewende sozial gerecht bleibt und niemand überfordert wird, gelingt die Umsetzung nur, wenn die Kommunen bei den notwendigen Investitionen durch Bund und Land konsequent unterstützt werden.“
Karsten Rogall, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Gruppe und Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke, die die Hauptlast beim wärmetechnischen Umbau der Stadt umsetzen müssen, betonte: „Der kommunale Wärmeplan schafft erstmals einen belastbaren strategischen Rahmen, um die Wärmeversorgung Leipzigs Schritt für Schritt auf Klimaneutralität, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit auszurichten.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war dabei, dass die Leipziger Stadtwerke frühzeitig und unterstützend in die fachliche Erarbeitung eingebunden waren und ihre Systemkenntnis in die Bewertung von Netzen, Erzeugungspfaden und Umsetzungsoptionen einbringen konnten. Dieser Plan ist nur durch die enge Zusammenarbeit der Beteiligten entstanden und wird den schrittweisen Umbau der Wärmeinfrastruktur in den kommenden Jahren maßgeblich lenken.“
Wichtigster Baustein: Ausbau des Fernwärmenetzes
Mit dem Wärmeplan soll die derzeit noch starke Dominanz der Erdgasversorgung in Leipzig schrittweise zurückgefahren werden. Ein zentraler Baustein ist dabei der Ausbau der Wärmenetze. Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal: „Perspektivisch sollen rund 50 Prozent des Leipziger Wärmebedarfs über Wärmenetze gedeckt werden – insbesondere durch ein künftig emissionsfreies Fernwärmenetz. Wenn wir künftig unsere Wärme lokal erzeugen – über Wärmenetze, Großwärmepumpen, erneuerbare Energien und Abwärme, leisten wir einen immensen Beitrag zum Klimaschutz und zur Generationengerechtigkeit.“
Für Gebiete, in denen keine Wärmenetze vorgesehen sind, werden künftig insbesondere Wärmepumpen und andere emissionsarme Heiztechnologien eine entscheidende Rolle spielen. Der Wärmeplan bietet damit auch eine Orientierung für Eigentümerinnen und Eigentümer, Unternehmen sowie für die Wohnungswirtschaft und schafft eine Grundlage für Investitionsentscheidungen.
Der kommunale Wärmeplan wurde federführend durch das Referat Nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz gemeinsam mit den Leipziger Stadtwerken, der Netz Leipzig und der Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft erstellt. Er basiert auf umfangreichen Analysen und beschreibt konkrete Entwicklungsräume für den Ausbau der Wärmenetze sowie für dezentrale Lösungen. Zugleich stellt er ein strategisches Planungsinstrument für die künftige Stadtentwicklung dar und dient Bürgerinnen und Bürgern als Orientierungsrahmen und wichtiges Informationsangebot.
Der Wärmeplan soll am 28. Mai der Ratsversammlung zum Beschluss vorgelegt werden. Das Wärmeplanungsgesetz sieht einen Beschluss und die Veröffentlichung bis spätestens 30. Juni 2026 vor.
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Es gibt 2 Kommentare
Ja, war ein Zahlendreher. Wir haben es geändert.
Es hat sich irgendein Datumfehler eingeschlichen, denn am 7.5.26 schreibt ihr was der OBM am 9.5 sagen wird? bzw. wahrscheinlich am 6.5.26 gesagt hat. Eine Diskussion zum KWP ist anscheinend nicht vorgesehen, wenn am 28.5.26 die Ratsversammlung den KWP beschließen soll?