Geplante Kürzungen im Gesundheits- und Sozialwesen rufen heute die Gewerkschaft ver.di auf den Plan. Sie hat für 17 Uhr zu einer Kundgebung aufgerufen. Im Nachfolgebau der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli wird heute Mittag die Bach-Medaille verliehen. Und auf der Eutritzscher Straße sind am Morgen die Bagger angerückt, um die Straßenbahngleise zu erneuern.

Kreuzung wegen Schienenbau dicht

Auf zwei Dinge im Straßenverkehr ist Verlass: Wird gebaut, gibt’s Mecker wegen der Umleitung. Wird nicht gebaut, gibt’s Mecker, weil nichts passiert. Unbeeindruckt von dieser Verlässlichkeit wird seit heute Morgen gesperrt, dann gebuddelt, geschweißt, gehoben, beräumt und  in Bälde neu verlegt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) erneuern die Gleisanlage Eutritzscher-/Ecke Roscherstraße, weshalb bis zum 3. Juli Änderungen auf den Straßenbahnlinien 10, 11 und 16 gelten.

Die Linie 10 verkehrt während der Arbeiten nur zwischen dem S-Bahnhof Connewitz und dem Hauptbahnhof. Die Linie 11 wird zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Georg-Schumann-/Lindenthaler Straße über Nordplatz und Menckestraße umgeleitet. Für die Linie 16 gilt bis zum 26. Juni eine geänderte Streckenführung zwischen Wilhelm-Liebknecht-Platz und Eutritzscher Zentrum über die Apelstraße entsprechend dem Linienweg der Linie 14. Die Haltestellen Chausseehaus und Wilhelminenstraße können in diesem Zeitraum nicht bedient werden.

Auch der Straßenverkehr ist von den Arbeiten betroffen. Im Bereich der Gleisüberfahrt an der Kreuzung Eutritzscher Straße/Roscherstraße steht auf und neben den Gleisen jeweils nur eine Fahrspur zur Verfügung. Der Verkehr wird in beide Richtungen einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Aus der Roscherstraße ist zudem ausschließlich das Rechtsabbiegen möglich. Für Fahrten in östlicher Richtung wird eine großräumige Umleitung über die Berliner Straße ausgeschildert.

Aktuelle Fahrpläne und Verbindungsauskünfte stellen die LVB unter www.L.de/fahrplan sowie über die App LeipzigMOVE bereit.

Für ein sicheres Fahren in der Zukunft wird auf der Eutritzscher ab heute gebaut. Foto: Benjamin Weinkauf

Protest gegen Kürzungen

Heute ruft das ver.di Team Leipzig-Nordsachsen gemeinsam mit dem Bündnis „unkürzbar“ zu einer Demonstration gegen die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen im Sozial- und Gesundheitsbereich auf. Die Veranstalter sehen eine wachsende Protestbewegung in ihrem Bezirk und kritisieren die Auswirkungen der angekündigten Sparmaßnahmen auf die öffentliche Daseinsvorsorge. In dem Aufruf heißt es: „Es reicht!! Gegen die Merz-Reformen und für eine Milliardärssteuer! Wir bringen unseren Protest auf die Straße. Verteidigen wir gemeinsam am Montag Arbeitsrechte, Gesundheitssystem und den Sozialstaat!!“

Die Kundgebung beginnt heute um 17 Uhr am Naschmarkt. Geplant ist anschließend ein gemeinsamer Abschluss im Hinterhof des Volkshauses, bei dem Essen gegen Spende angeboten wird. Nach Angaben der Organisatoren soll die Demonstration zugleich Auftakt für weitere Aktivitäten sein. Bereits angekündigt ist ein Sozialratschlag am Samstag, 11. Juli 2026. Ziel sei es, verschiedene Initiativen und Akteure in einem größeren Bündnis gegen die aus Sicht der Veranstalter „sinnlose Kürzungspolitik“ zusammenzuführen.
Zur inhaltlichen Vorbereitung bietet eine Gruppe von ver.di-Mitgliedern aus der Betriebsgruppe der Stadtverwaltung zudem am Dienstag, 23. Juni, um 18 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Galerie KUB, Kantstraße 18, an. Dort soll der Frage nachgegangen werden: „Welche Kürzungen drohen Beschäftigten und Bürger:innen durch die Sozialstaatsreform?“

Außerdem wollen die Veranstalter darüber diskutieren, wie die Daseinsvorsorge in Leipzig geschützt werden kann. Eingeladen sind Beschäftigte, Bürgerinnen und Bürger sowie Interessierte aus dem persönlichen und beruflichen Umfeld der Teilnehmenden. Über den Arbeitskampf berichtet in Kürze unser Reporter Thomas Köhler.

Leipzig ehrt Schweizer Bach-Stiftung

Mit einem der wichtigsten Festakte des diesjährigen Bachfestes wird heute im sogenannten „Paulinum“ die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen. Ein Ort zur Preisausgabe, der intensiverer Beachtung bedürfte und einen Konflikt im Unklaren lässt. Die Auszeichnung geht an die schweizerische J. S. Bach-Stiftung, die seit rund 20 Jahren ein außergewöhnliches Langzeitprojekt verfolgt: die Aufführung, wissenschaftliche Erschließung und digitale Veröffentlichung sämtlicher Bach-Kantaten.

Gegründet wurde die Stiftung von dem Schweizer Unternehmer und Mäzen Konrad Hummler. Monat für Monat entstehen dabei Aufführungen, die durch Werkeinführungen und Reflexionen ergänzt sowie professionell aufgezeichnet und veröffentlicht werden. Die im Laufe der Jahre entstandene Sammlung gilt nach Einschätzung der Organisatoren des Bachfestes inzwischen als eine der wichtigsten Online-Referenzen für Bach-Kantaten weltweit.

Mit der Ehrung würdigt die Stadt Leipzig insbesondere die internationale Vermittlungsarbeit der Stiftung und ihren Beitrag zur weltweiten Pflege des musikalischen Erbes Johann Sebastian Bachs. Dass die Veranstaltung nicht in einer wiederaufgebauten Kirche stattfinden kann, wie man es durchaus aus zum Beispiel aus Dresden kennt, ist ein Schmerz, den Leipzig sich selbst vererbt.

Das Paulinum am Augustusplatz. Foto: Ralf Julke
Das Paulinum (Augustusplatz) soll an die 1968 gesprengte Universitätskirche erinnern. Foto: Ralf Julke

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