Am 12. Juni rollte der Protestflügel zum dritten Mal von Leipzig Plagwitz zum Leipziger Marktplatz, diesmal allerdings im sporadisch auftretenden Nieselregen, was der Stimmung der Teilnehmenden aber keinen Abbruch tat. Am Treff- und Startpunkt der Kreuzung Karl-Heine-Straße / „kleine feine Merse“ fanden sich gegen 14.00 Uhr die ersten Menschen ein, die Bäckerei Wendl spendierte Kaffee und Gebäck und die Küfa (Küche für alle) war anwesend, die Verpflegung erhöhte die Stimmung ebenfalls.
Die Künstlerin Mona Ragy Enayat bereitete sich auf ihren Auftritt, den ersten der Veranstaltung, vor. Wir nutzten die Gelegenheit für einige Fragen.

Nach dem, von der Polizei kontrollierten, ordnungsgemäßen Einparken des Konzertflügels am Straßenrand ging es auch schon mit der Eröffnung los. Worum es geht, dazu sagte Sahra Kaden:
„Warum machen wir das Heute? Drei Stichworte: Vernetzung, Forderung, Freude. Das Bachfest steht dieses Jahr unter dem Motto „Im Dialog“ und genau darum geht es uns auch. Wir wollen Kultur und Engagement miteinander verbinden, wir wollen Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich fragen: Wie wollen wir in Zukunft in Leipzig leben. Wir wollen das Netzwerk stärken, welches wir in den letzten Jahren aufgebaut haben. Wir wollen langfristig zusammen denken was zusammengehört, nämlich Kulturschaffende und Menschen die sich für das Leben hier engagieren.

Wir sind überzeugt: Kultur braucht eine lebenswerte Zukunft und eine lebenswerte Zukunft braucht Kultur. Unsere Forderungen an den Stadtrat sind: Mobilität für alle, sicher, bezahlbar und klimafreundlich, Stadtgrün schützen und ausbauen, Menschen stärken, Menschen schützen und Gemeinschaft stärken. Die findet ihr auch im Detail auf unserer Webseite protestfluegel.org. Wir werden diese Forderungen ausdrucken und dorthin übergeben, wo sie hinhören, nämlich an den Stadtrat. Das Besondere dieses Jahr ist, dass wir diese Forderungen mit Leipziger Initiativen aufgestellt haben, namentlich Verkehrswende Leipzig, ADFC, Leipzig pflanzt, Leipzig gießt, der Deutschen Umwelthilfe und Fridays for Future.
Und neben den Forderungen und der Vernetzung gibt es auch die Freude. Es geht uns darum, das Notwendige mit dem Schönen zu verbinden, das wollen wir hiermit machen. Danke, dass ihr da seid, es ist schön euch zu sehen. Es bewegt mich, es freut mich sehr.“

Wir haben mit einigen Vertretern der Veranstalter dazu gesprochen.
Es ging am Startplatz mit den ersten Acts los, Johannes Lauer und Linus Berg spielten, unter anderem Duke Ellington, auf der Posaune. Johannes gab uns auch ein kurzes Statement zu seiner Motivation.
Der Zug setzte sich in Bewegung. Mit Live-Musik ging es über die Karl-Heine-Straße zur Sachsenbrücke, wo ein erster Stopp mit Zwischenkundgebung und Live-Acts stattfand. Die Menschen ließen sich weder vom sporadischen Regen, noch von der Panne mit der Zugdeichsel des Anhängers aufhalten. Mit vereinten Kräften wurde der Schaden behoben.

Weiter ging es zur zweiten Station, dem Platz vor dem Bundesverwaltungsgericht, wo der Crazy Generation Chor schon wartete und nach der Zwischenkundgebung unter anderem das diesjährige ProtestFlügelLied performte. Das Video von diesem Auftritt haben wir für eine kleine Bilderschau genutzt.

Weiter ging es über den Ring und durch die Innenstadt zum Marktplatz und somit zum Ende des Umzugs. Der Dank der Veranstalter galt allen, besonders den nicht genannten, Teilnehmenden und Künstlern.

Damit endete der Umzug des Protestflügels, später folgten im offiziellen Programm der Bach-Tage noch Auftritte der Künstlerinnen und Künstler.
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