Der Abend des 18. März hätte prinzipiell ein schöner sein können, schließlich wurde in Leipzig die Buchmesse 2026 eröffnet. Durch die vorhergegangenen Entscheidungen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer wurde die Eröffnungsveranstaltung aber vom Protest begleitet, vor dem Gewandhaus, aber auch von den Teilnehmern.

Noch zu Anfang des Monats war für den Abend ausschließlich der Auftritt des Protestflügels geplant, die Initiative wollte auf den Klimaschutz im Allgemeinen und auf den Schutz der Donau, diese ist schließlich das Fokusthema der diesjährigen Buchmesse, aufmerksam machen. Das hat auch geklappt, allerdings vor einer größeren Kulisse als gedacht. Die Initiatoren des Protestflügels und der von „Leipzig nimmt Platz“ organisierten Demo sprachen sich ab, somit bekamen die Teilnehmenden beider Demos die Redebeiträge der anderen mit.

Was bewegt die Initiative „Protestflügel“? Wir fragten Anne Giermann, Katharina Krefft und zwei Omas for Future:
Die größere Kundgebung, zu der „Leipzig nimmt Platz“ aber auch andere Vereine und Initiativen aufgerufen hatten, hatte zwei Themen. Die Entscheidung Wolfram Weimers, der hier oft als „Kulturkampfminister“ bezeichnet wurde, den drei Buchhandlungen „Zur schwankenden Weltkugel“, „Golden Shop“ und „Rote Straße“ den von der Jury bestätigten Buchhandlungspreis abzuerkennen. Ja, so kann und muss man es bezeichnen, die unabhängige Jury hatte die drei als Preisträger nominiert und Weimer strich sie, aufgrund einer Abfrage beim Verfassungsschutz, von der Liste. Gegen diese politische Einmischung in die Arbeit der Jury äußerten sich auch drei Teilnehmende an der Eröffnungsveranstaltung, vom Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Der Widerstand gegen die Entscheidung, besonders aber gegen die Art des Zustandekommens, kam nicht nur von politischen Akteuren, er kam aus der schreibenden Zunft, der Buchhandelsbranche und aus einem breiten gesellschaftlichen Bündnis. Wir fragten Marco Böhme von den Linken und Sebastian Viecenz von ver.di nach ihrer Motivation.

Das Team von ROTORBOOKS in Leipzig stellte sich geschlossen vor das Mikrofon und Anke Schleper verlas das Grußwort der vom Minister gecancelten Verlage. Wir fragten Anke, was sie zum Protest bewegte.

Zwischenzeitlich gab es mehrere Wortbeiträge bei beiden Kundgebungen, zum Thema Klimaschutz und zu den Weimer-Entscheidungen. Diese findet man voraussichtlich auf den Webseiten der Initiativen. Zum Thema des Erweiterungsbaus der Deutschen Nationalbibliothek hielt Jan Wenzel von SpectorBooks einen Wortbeitrag. Wir baten ihn um eine kurze Zusammenfassung.
Es gab noch viele Wortbeiträge, besonders von politischen Akteuren, während im Gewandhaus bereits die Eröffnung stattfand. Auch dort wurde der Kulturstaatsminister kritisiert und ausgebuht, das ist aber ein anderes Thema.

Wichtig ist noch die Tatsache, dass Weimer scheinbar zurückgerudert ist beim Thema Erweiterungsbau der DNB. Zumindest kann man die gestrige gemeinsame Presseerklärung von BKM und DNB so lesen. Das wäre immerhin ein Erfolg.
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