Im Rahmen  der Buchmesse werden heute reichlich Preise und Auszeichnungen verteilt. Zwei mutmaßliche Brandstifter stehen vor Gericht, die Staatsanwaltschaft nennt einen brisanten Grund für deren Taten. Und wir schauen voraus auf das Fußballwochenende, das für die Rasenballer bereits heute Abend mit einem Heimspiel startet.

Ehrenvoller Buchmessetag

Dieser Buchmessefreitag ist preisverdächtig! Gleich fünf Auszeichnungen finden heute statt, und das in einem Kontext, in dem man beim Wort „Preisverleihung“ erst einmal zusammenzuckt. Wurde doch die Verleihung des Buchhandlungspreises im Zuge des Eklats um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kurzerhand abgesagt.

Den Auftakt macht am Vormittag um 11 Uhr der bundesweite Schreibwettbewerb „Die Freiheit, die ich meine – Pressefreiheit“. Die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ ehrt die Gewinnerinnen und Gewinner im Rahmen einer festlichen Veranstaltung im Pfarramt der Nikolaikirche in Leipzig. Der Wettbewerb widmet sich dem Thema Pressefreiheit und fördert literarische Auseinandersetzungen mit dem zentralen Grundrecht der freien Berichterstattung. Musikalisch begleitet wird die Verleihung von Malte Splettstößer am Flügel. In vier Kategorien gibt es insgesamt acht Preisträger.

Um 16 Uhr wird auf der Großen Bühne in Halle 5 der Leipziger Messe der Phantastikpreis SERAPH 2026 vergeben. Die Auszeichnung der „Phantastischen Akademie“ zählt zu den wichtigsten Preisen für deutschsprachige Science-Fiction-, Fantasy- und Horrorliteratur. Ausgezeichnet werden das bestes Buch, bestes Debüt, bester Independent-Titel und in diesem Jahr zusätzlich das beste Jugendbuch. Insgesamt wurden laut Phantastischer Akademie knapp 300 Titel eingereicht, davon schafften es 38 Romane auf die Nominierungsliste. Die Auszeichnung ist je Preisträger mit 8000 Euro dotiert.

Ebenfalls um 16 Uhr beginnt am Messestand der Stiftung Buchkunst in Halle 5 die internationale Preisverleihung „Best Book Design from all over the World 2026. Ausgezeichnet werden hier die weltweit besten Buchgestaltungen; der Preis stellt nicht den literarischen Inhalt, sondern die gestalterische Qualität von Büchern in den Mittelpunkt und gilt als bedeutendster internationaler Wettbewerb dieser Art.

Am Abend folgt um 19 Uhr in der Kongresshalle am Zoo Leipzig die Verleihung desTitels  „Hörspiel des Jahres 2025“. Der jährlich von einer Fachjury vergebene Preis  ehrt eine herausragende Radioproduktion und lenkt damit den Blick auf die künstlerische und gesellschaftliche Relevanz des Hörspiels im deutschsprachigen Raum. Preisträger sind die Autoren Sharon On und Dirk Laucke mit ihrer Produktion beim RBB “Auch wenn es dunkel ist. Berichte vom 7. Oktober”. An diesem Tag im Jahr 2023 überfiel die Terrormiliz Hamas den Süden Israels. Ihr Ziel waren Juden und Jüdinnen und Israelis gleich welcher Zugehörigkeit. Sie folterte, vergewaltigte, tötete. 1200 Menschen starben, 240 Menschen wurden als Geiseln verschleppt. In fünf Kapiteln erzählen Menschen von dem, was sie an diesem Tag erlebten und wie sie nach diesen Erfahrungen von Gewalt, Verlust und Trauer weiterleben. Im Gespräch beleuchten die Preisträger ihre Arbeit, Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel begleitet den Abend musikalisch, der Eintritt ist frei.

Parallel dazu beginnt um 19 Uhr an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig die Preiszeremonie des Wettbewerbs „forms of publication 2026“, die später mit einer Ausstellungseröffnung um 21 Uhr in der Galerie für Zeitgenössische Kunst fortgesetzt wird. Der Preis zeichnet experimentelle und innovative Publikationsformen aus und bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Design und Theorie.

Begleitet die Hörspielpreis-Verleihung musikalisch. Der Leipziger Künstler Sebastian Krumbiegel. Foto: Enrico Meyer

Prozess um 17 Brandstiftungen

Verhandelt wird einige Kilometer entfernt. Doch die angenommenen Gründe der Taten erzeugten Reichweite bis in Leipziger Zeitungsläden und auf hiesige Bildschirme. Vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Dessau-Roßlau beginnt heute die Hauptverhandlung gegen zwei sich derzeit in Untersuchungshaft befindende Angeklagte aus Bitterfeld-Wolfen und Zörbig.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Brandstiftung in 17 Fällen vor, darunter Brände an leerstehenden Gebäuden, Waldstücken und landwirtschaftlichen Flächen. Ziele der mutmaßlichen Brandstifter seien laut Anklage u.a. eine ehemalige Gaststätte in Roßdorf, ein leerstehender Discounter in Wolfen und das ehemalige Bahnhofsgebäude in Raguhn-Jeßnitz gewesen. Der bislang bezifferte Schaden liegt laut Justiz bei mindestens 500.000 Euro.

Besonders brisant: die Staatsanwaltschaft wirft den 23 und 33 Jahre alten Männer vor, die Taten begangen zu haben, um exklusive Bilder und Videos der Einsätze zu produzieren und über Medienverkäufe und Verbreitung auf Social-Media-Kanälen zu vermarkten. Ein Fall, der Kriminalität und Medienarbeit verbindet.

So wird das Fußballwochenende

Nimmt man es ganz genau, steckt im Stadtnamen Hoffenheim die Heimstadt der Hoffnung. Somit könnte es riskant werden für die Rasenballer, die im Spiel der 1. Bundesliga bereits heute gegen den derzeit Drittplatzierten antreten. Aber die Hoffenheimer kommen ins Leipziger Stadion am Elsterflutbett. Und die Namensgeberin des Flusses ist als diebisch bekannt.

Kurzum: es geht für die Rasenballer um nicht weniger, als die Teilnahme an der Champions League, neun Spieltage sind noch zu absolvieren, bevor es die begehrten Tickets zum UEFA-Cup der Besten der Besten der Besten gibt. Können die Rot-Weissen den Blau-Weissen den Ball oft genug entreissen? Von 21 bisherigen Duellen zwischen beiden Mannschaften gewannen die Leipziger 12 Spiele, Hoffenheim gewann 5 mal. Die vier restlichen Spiele endeten unentschieden.

RB Leipzig hat in der direkten Bilanz der Mannschaften die Nase vorn, rangiert aber in der Liga dennoch zwei Plätze hinter dem Verein, mit der Hoffnung im Namen.

Eine Delegation aus dem beschaulichen Städtchen Luckenwalde (30-mal weniger Einwohner als Leipzig, aber in den Stadtfarben identisch gelb und blau!) ist am Sonntag in Leipzig zu Besuch. Von allen Duellen zwischen BSG Chemie Leipzig und der FSV 63 Luckenwalde konnte Leipzig 3 Spiele gewinnen, während Luckenwalde 8 Siege verbuchen konnte. 6 Partien endeten unentschieden. Luckenwalde hat in der direkten Bilanz die Nase vorn. In den letzten beiden Begegnungen konnte sich Luckenwalde durchsetzen. Allerdings ließen die Herren von Chemies lokalem „Erzfeind“ 1. FC Lokomotive am 28. Februar auch drei unbeantwortete Tore beim SV an der Nuthe. Ob sich Luckenwalde am Sonntag beim Lokalrivalen des FCL abarbeiten kann? Die Chemiker haben vor allem eine Botschaft an ihre Fans. Denn der Spieltag steht ganz im Zeichen der Vereinsmitgliedschaft. Als zahlendes Mitglied kostet am Sonntag das Ticket nur 5 Euro. Und auf ihrer Website gibt die Mannschaft auch den dazugehörigen Dresscode vor: “Alle mit Mitgliederschal ins Stadion! Wir wollen an diesem Tag gemeinsam zeigen, wie groß unsere grün-weiße Familie ist!” Doch um den Tabellenkeller verlassen zu können, reichen grün-weiße Schals nicht aus – es müssen Tore her.

Für den 1. FC Lokomotive Leipzig heißt es am Samstag, auf Reisen zu gehen. Ziel ist das „Karl-Liebknecht-Stadion“ des SV Babelsberg 03. Das ist nur 15 Fußminuten vom berühmten Filmpark Babelsberg entfernt. Dort entstanden so berühmte Filme wie „Spur der Steine“, „Jakob der Lügner“ oder „Die Legende von Paul und Paula“. Nicht zuletzt ist Babelsberg auch die Geburtstätte unseres Sandmanns (1959). Hoffentlich behält der seinen Sand bis Spielende im Beutel, denn mit dem FCL und “Nulldrei” treffen zwei Mannschaften aufeinander, die miteinander einen recht ausgeglichenen Eindruck machen: von den insgesamt 22 Duellen konnte Babelsberg 8 Spiele gewinnen, die Leipziger Lokomotive 9. Fünf Partien endeten unentschieden. Eine harmonische Bilanz.

Bei aller Ausgeglichenheit – in der Tabelle ist Lok den Babelsbergern um Längen voraus. Das Bild zeigt Stefan Maderer mit Kopfball beim Heimspiel gegen Babelsberg im September letzten Jahres. Foto: Jan Kaefer

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar