Die Spielzeiten in den Sportligen biegen rasant auf die Zielgerade ein. Es ist die Zeit des Hoffens und Bangens – zumindest für diejenigen, die noch eine Mission zu erfüllen haben. Mit RB und Chemie durften am Wochenende zwei Leipziger Fußballteams über erfüllte Ziele jubeln. Für Lok und die HCL-Handballerinnen steht der große Showdown in Sachen Meisterschaft noch bevor. Die LZ fasst zusammen, was am Sport-Wochenende, 9./10. Mai 2026, in Leipzig wichtig war.

RB-Edelfan Rangnick erlebt Champions League-Einzug

So hat man Ralf Rangnick wohl noch nie gesehen: Am Samstag schlüpfte der amtierende österreichische Nationaltrainer vor dem Fanblock der Rasenballer in eine mit Aufnähern übersäte Fan-Kutte samt dazugehöriger Kappe. Der Applaus von den Rängen war ihm damit sicher und die Fotografen rangelten um die besten Fotopositionen für dieses seltene Motiv.

Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren waren die RB-Fußballer unter Coach Rangnick in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Zur Feier dieses Jubiläums war ein Großteil des damaligen Teams samt Trainer zum letzten Saisonheimspiel der aktuellen Mannschaft persönlich erschienen und konnten sich feiern lassen. Und auch nach Abpfiff der aktuellen Partie auf dem Rasen konnte gleich weitergefeiert werden. Denn nach einem mageren Jahr ohne jegliche Europapokal-Teilnahme, haben sich die Rasenballer durch einen 2:1 (1:0)-Sieg gegen den FC St. Pauli endgültig für die Champions League qualifiziert.

Tore ließen jedoch zunächst etwas auf sich warten. Erst ganz kurz vor dem Halbzeitpfiff lag der Ball zur RB-Führung im gegnerischen Kasten. Xaver Schlager hatte im Anschluss an einen Eckball mit rechts abgezogen und den Ball via Lattenunterkante hinter die Linie geknallt. Als dann nur neun Minuten nach Wiederanpfiff Willi Orban – erneut nach einer Ecke – per Kopf auf 2:0 erhöhte, zweifelte im ausverkauften Rund wohl keiner mehr am Heimsieg. Zwar wehrte sich der FC St. Pauli nach Kräften, doch mehr als der Anschlusstreffer war nicht mehr drin. Während RB nun den 3. Tabellenplatz sicher hat, stecken die Hamburger in argen Abstiegsnöten.

Lok verteidigt mit Remis die Tabellenführung

In der Regionalliga Nordost kommt es nächsten Samstag (14 Uhr) zum großen Showdown um die Meisterschaft und den damit verbundenen Startplatz für die Drittliga-Relegation. Der 1. FC Lok geht als Tabellenführer in das Fernduell mit dem FC Carl Zeiss Jena. Beide Teams sind punktgleich, das Torverhältnis sieht die Leipziger allerdings um plus vier Treffer vorn. Ein Heimsieg der Lok gegen den 1. FC Magdeburg II sollte nach Lage der Dinge den erhofften Titelgewinn bringen. Jena tritt zeitgleich – ebenfalls zu Hause – gegen den Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt zum Thüringenderby an.

Lok Leipzig war für sein heutiges Spiel beim Greifswalder FC im Vorfeld arg in Zugzwang geraten. Denn Jena, das bereits am Freitag beim Halleschen FC ran musste, erzwang dort einen 2:0-Auswärtssieg und nahm den Probstheidaern damit für knapp zwei Tage die Tabellenführung ab. Mit einem 1:1-Unentschieden und dank der besseren Tordifferenz spielten sich die Blau-Gelben am Nachmittag aber wieder zurück an die Spitze. Dabei waren sie an der Ostseeküste bereits nach vier Minuten in Rückstand geraten. Erst nach über einer Stunde erlöste Lok-Rekordschütze Ayodele Adetula sein Team mit dem wichtigen Ausgleichstreffer.

Chemie feiert den Klassenerhalt

Für den Lokalrivalen aus Leutzsch ist das wichtigste Saisonziel bereits erreicht. Ein 3:2-Heimerfolg gegen den (sehr wahrscheinlichen) Absteiger FC Eilenburg sicherte den Grün-Weißen am Freitagabend den Klassenerhalt in der Regionalliga. Es war der inzwischen sechste Sieg in Folge, der das Abstiegsgespenst erfolgreich vertreiben konnte. Vor erneut ausverkauftem Haus (4.999 Zuschauende) erwischte Chemie im Alfred-Kunze-Sportpark einen optimalen Start.

Nils Lihsek traf schon in der achten Minute zum 1:0. Cyrill Akono erhöhte nach einer guten halben Stunde sogar auf 2:0, bevor den Eilenburgern durch ein Eigentor von Julian Bell kurz vor der Halbzeitpause der Anschlusstreffer glückte. Als Chemie-Goalgetter Stanley Ratifo die Führung eine Viertelstunde vor dem Ende per Elfmeter auf 3:1 ausbaute, schien das die endgültige Entscheidung gewesen zu sein. Doch die Gäste wehrten sich, verkürzten auf 3:2 (87.) und brachten die Leutzscher mit weiteren gefährlichen Angriffen noch ordentlich ins Schwitzen.

Als Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer dann endlich abpfiff, kannte der Chemie-Jubel keine Grenzen. Pyro tauchte den Norddamm in rotes Licht, und die Mannschaft feierte vor dem Fanblock ausgelassen den ersehnten Klassenerhalt. Dabei wurde Erfolgstrainer Alexander Schmidt von den Fans auf den Zaun gerufen, von wo aus er sich unter anderem für den stimmungsvollen Support über die gesamte Saison hinweg bedankte.

HCL bangt um Bundesliga-Aufstieg

Enttäuschte Gesichter gab es hingegen bei den Zweitliga-Handballerinnen des HC Leipzig. Im Spitzenspiel beim ärgsten Verfolger Füchse Berlin, unterlag das Team von Trainer Eric Töpfer mit 21:25 (12:13) und musste seine monatelange Tabellenführung nun an die Hauptstädterinnen abtreten. Das große Ziel, als Zweitliga-Meister direkt ins Oberhaus aufsteigen zu können, gerät damit ins Wanken. Drei Spieltage vor Schluss sind die Leipzigerinnen nun auf Schützenhilfe angewiesen.

Besondere Hoffnung setzt man dabei auf die TG Nürtingen, die sich, auf Platz 3 liegend, ebenfalls noch Aufstiegshoffnungen machen darf. Kommenden Samstag sind sie es, die die Füchse Berlin zum Duell empfangen und mit einem Sieg an ihnen vorbei ziehen würden. Ein gleichzeitiger HCL-Heimsieg gegen den Bergischen HC würde dann den Platz an der Sonne wieder zurück nach Leipzig bringen. Unterm Strich könnte aber auch der 2. Platz den Aufstieg bescheren – vorausgesetzt, man geht aus den Relegationsspielen gegen den Bundesliga-Vorletzten als Siegerin hervor.

Marlene Tucholke im Spiel gegen die Füchse Berlin. Foto: HC Leipzig, 2026

SC DHfK-Handballer weiterhin Schlusslicht

Die Sorge um den Klassenerhalt wird hingegen beim SC DHfK jeden Spieltag größer. Am Freitagabend mussten sich die Grün-Weißen beim TSV Hannover-Burgdorf mit 33:36 geschlagen geben. Drei Spieltage vor Saisonende fehlen ihnen nach wie vor zwei Punkte – sowie mehrere Tore – zum rettenden Ufer. Knapp zwei Wochen haben die Leipziger nun Zeit, sich für das nächste Heimspiel zu wappnen. Mit der MT Melsungen schlägt dann allerdings der Tabellen-Siebente in der Quarterback-Arena auf. Doch im Handball ist ja bekanntlich alles möglich …

Auftaktsieg für Leipzig Lions in der GFL2

Einen erfolgreichen Saisonauftakt durften die Leipzig Lions in der German Football League 2 (GFL2) feiern. Vor eigenem Publikum besiegten die Blau-Gelben den Aufsteiger Minden Wolves mit 13:10. Dabei wurden die Gastgeber im 1. Viertel kalt erwischt und lagen durch einen Touchdown plus Zusatzpunkt zunächst 0:7 zurück. Neuzugang Malachi Ruffin glich diesen Rückstand im 2. Durchgang ebenfalls per Touchdown aus, ein Field Goal von Dominik Banse zum 10:7 drehte zur Halbzeit die Partie.

Doch im 3. Viertel glich Minden ebenfalls durch ein Field Goal seinerseits aus. Die Entscheidung musste als im letzten Viertel fallen. Sie fiel, wenn auch knapp, durch ein weiteres Field Goal durch Banse. Der so wichtige erste Erfolg ist damit im Trockenen. Am 23. Mai steht für die Lions dann das erste Auswärtsspiel an. Es geht nach Elmshorn zu den Fighting Pirates. Diese hatten zum Auftakt eine knappe 29:31-Heimniederlage gegen die Rostock Griffins kassiert.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

Der Stadtrat tagte: Literaturhaus Leipzig e.V. bekommt ab 2027 institutionelle Förderung

Der Stadtrat tagte: Wie drei Jahre Arbeit am Konzeptverfahren an einer ungelösten Grundsatzfrage scheiterten

Der Stadtrat tagte: Wie weiter mit der Kamenzer Straße 12?

Die Nische in der Nische: Der literarische Hedonist Christian von Aster im Interview

Worum es auf dem Strommarkt jetzt wirklich geht: Energiewende vor Ort braucht faire Spielregeln

Leserbrief: Hat der Flughafen Leipzig/Halle überhaupt eine klimaneutrale Zukunft?

Überm Schreibtisch links: Das Drama der Moderne

Was sonst noch wichtig war:

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat härtere Strafen für Femizide angekündigt. Demnach sollen Tötungen von Frauen wegen ihres Geschlechts als Morde bewertet und mit lebenslänglicher Haft sanktioniert werden.

In der Sperrzone rund um das ehemalige ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl brennt auf inzwischen 1.200 Hektar der Wald. Auslöser sollen zwei russische Drohnen gewesen sein. Eine radioaktive Gefahr bestehe nicht.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) sowie Stellvertreter Omid Nouripour (Grüne) wollen den Neubau eines Bürokomplexes für den Bundestag absagen. Damit soll in den finanziell schwierigen Zeiten eine Summe von über 600 Millionen Euro eingespart werden.

Wegen einer zu geringen Anzahl an Unterschriften ist das Volksbegehren „Berlin autofrei“ gescheitert. Rund 35.000 Unterschriften fehlten an der notwendigen Mindestzahl von 175.000.

Ausgerechnet zum Europatag wurde in Ungarn der Machtwechsel auch offiziell vollzogen und Peter Magyar zum Ministerpräsidenten vereidigt. Mit ihm soll am ungarischen Parlament nun auch wieder die Europafahne wehen, die sein Vorgänger Viktor Orban einst verbannt hatte.

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