„Wer zählt die Völker, nennt die Namen?“ könnte das Motto der Leipziger Buchmesse sein. Spätestens seit die Manga Comic Con fester Bestandteil dieser ist, kommen Besucherinnen und Besucher nicht nur aus unserer, sondern auch aus anderen Welten. Nicht nur durch diese ist die Veranstaltung bunter und vielfältiger geworden, auch mit dem Einzug von New Adult, Romantasy und Dark Romantasy hat sich im Buchmarkt optisch und darüber hinaus einiges verändert.

Romantasy liegt im Trend. Foto: Thomas Köhler

Am Samstag, dem 21. März, fuhr ich zur Buchmesse, schaute mich um und sprach einfach Menschen an. Ohne Vorwarnung wäre ich wahrscheinlich erschrocken über die Massen an Menschen, die vor den Eingängen standen.

Es ging aber erstaunlicherweise schnell hinein in die Glashalle und schon begegnete mir ein buntes Völkchen. Mittendrin der Highlander, Connor MacLeod. Ich hatte sofort die Musik von Queen im Ohr, also sprach ich ihn an. Er war der erste in der Reihe, es folgten noch Charaktere aus Spielen, Mangas und Filmen, am Ende traf ich auch noch den Witcher, Geralt von Riva. Alle standen gern Rede und Antwort auf die Fragen: Aus welchem Universum seid ihr entsprungen? und Warum macht ihr das? 

Bemerkenswert finde ich, dass die Cosplay-Szene scheinbar keine Altersgrenzen kennt. Und eines eint sie: Sie sind alle gut drauf.

Die Stände auf der Manga Comic Con sind gut besucht. Foto: Thomas Köhler

Cosplay hin oder her, es gibt ja auch die andere wichtige Sache – die Bücher, abseits von Manga und Comic. Große Stände der großen Verlage, aber auch interessante kleine Stände. So der grönländische Inuit Verlag, dessen Verlagsleiterin Laali Lyberth, gern zu einem kurzen Gespräch bereit war.

Auch bei den Verlagen ist viel los. Foto: Thomas Köhler

In den Gängen drängten sich nicht nur Besucherinnen und Besucher, es waren auch einige Menschen zu finden, die auf eigene Werke aufmerksam machten. Nicht jeder Newcomer kann sich einen Stand auf der Messe leisten. Ich sprach kurz mit dem Mangaka „Daimos“, der sein Werk „Shadow over Raventower“ präsentierte.

Haben nun Romantasy, New Adult und wie sie alle heißen, den Buchmarkt beflügelt und eventuell auch neue Leserschichten erschlossen? Imke Schuster, die Vertriebsleiterin des Rowolth Verlages, gab mir gern Auskunft.

Viele wollen Bücher signieren lassen. Foto: Thomas Köhler

Isabelle Herzog hat schon einige erfolgreiche Bücher im Gengre Dark Romance, auch mit gesellschaftskritischem Inhalt, geschrieben. Sie gab mir gern ein kurzes Statement.

Es gibt selbstverständlich auch Besucherinnen und Besucher der Messe, abseits von Cosplay. Der Herr in der Badewanne ließ sich gern fotografieren, aber er wollte nichts in die Kamera sagen. Das Mutter-Tochter-Gespann Tanja und Charlotte gab aber gern Auskunft darüber, was sie zur Buchmesse zieht.

Für ein bisschen Spaß muss man kein New Adult Fan sein. Foto: Thomas Köhler

Das ernste Thema habe ich für den Schluss aufgehoben: Am Stand des Internationalen Auschwitz Komitees traf ich Eva Umlauf, die dort ihr Buch „Genauso fängt es an“ vorstellte. Ich fragte sie, wie die Reaktionen der Besucherinnen und Besucher sind.

Mehr war nicht zu schaffen, an den Ständen der Verlage drängten sich die Menschen, es war fast aussichtslos, Gesprächspartner zu finden.

Lesungen sind auch ein wichtiger Teil der Leipziger Buchmesse. Foto: Thomas Köhler

Fazit: Die Buchmesse wächst und es kommen auch außerhalb der Manga Comic Con neue Lesergruppen dazu. Ob nun durch neue Formate wie Romantasy oder weil allgemein die Lust am Lesen zunimmt, das wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Wir werden weiter dazu berichten.

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