Am Mittwoch, 1. April, trafen sich die Mitglieder der Fluglärmkommission (FLK) des Flughafens Leipzig/Halle zu ihrer diesmal virtuellen Frühjahrssitzung. Und dabei ging es einmal mehr um die Ausdehnung des Nachtschutzgebietes – also das Gebiet rund um den Flughafen, in dem die gemessene Lärmbelastung die Grenzwerte dauerhaft überschreitet. Deshalb muss das Nachtschutzgebiet auch alle drei Jahre überprüft werden. Und so tauchen immer wieder Gebiete auf, die bislang nicht berücksichtigt wurden. So auch diesmal.

Der Flughafen Leipzig/Halle stellte am Mittwoch die Ergebnisse der turnusmäßig aller drei Jahre vorgeschriebenen Überprüfung des Nachtschutzgebietes vor. Während es im größten Teil des Gebietes keine Veränderungen gab, ist in den Leipziger Ortsteilen Wiederitzsch und Seehausen freilich eine geringfügige Erweiterung festzustellen.

Der Flughafen habe die betreffenden Grundstückseigentümer bereits aktiv über die Möglichkeit von Schallschutzmaßnahmen informiert, teilt Steffen Schwalbe, Vorsitzender der Fluglärmkommission, mit.

Aber nicht nur in Flughafennähe zeigen sich bei Messungen immer wieder, dass die Lärmgrenzwerte überschritten werden. Das macht sich manchmal auch in Orten im weiteren Umfeld bemerkbar, die von den diversen An- und Abflugrouten des Flughafens betroffen sind.

In jüngster Vergangenheit war es schon Markkleeberg, wo solche überhöhten Lärmwerte gemessen wurden. Diesmal zeigten die Fluglärmmessungen der stationären Messanlagen des Flughafens ein größtenteils leicht niedrigeres Lärmniveau als im Vorjahr.

Der Fluglärmschutzbeauftragte stellte aber auch die Messergebnisse aus Bad Dürrenberg (Saalekreis) vor. Dort wurden die für passiven Schallschutz relevanten Grenzwerte deutlich unterschritten, teilte er mit. Nach dem Einsatz in Wiedemar (LK Nordsachsen) wird das Lärmmobil in Kürze in der Gemeinde Jesewitz messen.

Ein bisschen mehr Transparenz

In der Vergangenheit wurde immer wieder auch kritisiert, dass die Fluglärmkommission nur sehr oberflächlich über ihre Beratungsergebnisse berichtete. Welche Themen wurden überhaupt besprochen? Welche Messwerte vorgelegt? Wer hat sich eigentlich wie positioniert? Wie verliefen die Abstimmungen?

Über das Meiste will die Kommission auch in Zukunft nicht berichten, auch wenn es jetzt erstmals eine Änderung der Berichtsgepflogenheiten gibt: Der Fluglärmschutzbeauftragte (FLSB) informierte am Mittwoch über die erfolgte Umsetzung des Transparenzbeschlusses der letzten FLK-Sitzung.

So werden nun jeweils im Vorfeld der Sitzungen die aktuelle Tagesordnung mit den zu behandelnden Themen und die Sitzungstermine veröffentlicht. Zudem will der Fluglärmschutzbeauftragte die Ergebnisse der von ihm durchgeführten mobilen Messungen künftig im Internet veröffentlichen.

Der Flughafen Leipzig/Halle stellte auf der Sitzung auch den aktuellen Verkehrsbericht vor. Ein Bericht, der einmal mehr deutlich macht, dass der Flughafen eigentlich nicht mehr wächst. Im Jahresvergleich war 2025 in Leipzig/Halle sogar ein leichter Rückgang der Passagierzahlen zu verzeichnen. Und im Frachtverkehr gab es lediglich ein gleichbleibendes Niveau.

Der Flughafen berichtete auch zum Thema Trainingsflüge. Diese seien zum Beispiel notwendig zur Einweisung von Piloten und würden sowohl von am Airport ansässigen als auch von auswärtigen Airlines durchgeführt. Insgesamt sei die Anzahl der Trainingsflüge im Jahresvergleich 2025 zu 2024 freilich zurückgegangen.

Die nächste planmäßige Sitzung der FLK findet am 11. November 2026 in Schkeuditz statt.

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