Nun streicht Turkish Airlines Istanbul–Leipzig. Lufthansa hat München bereits gestrichen. Die Ultrakurzflüge nach Frankfurt werden folgen – Klima oder Markt, rational sind es derweil fast die gleichen Gründe. Was bleibt, ist die Frage, ob Menschen in der Region zwischen Harz und Erzgebirge oder das sich einmal Messestadt nennende Leipzig mittelfristig überhaupt noch direkt in die Welt kommen – oder ob das zunehmend nur noch von BER oder FRA aus möglich ist, für alle, die sich Zubringer, Zeit und Übernächtigung leisten können.
Und wir ganz gemäß dem Traum der sächsischen Konservativen weiter zu einer die Welt ablehnenden Provinz verkommen.
Und die politische Antwort der sächsischen Staatskanzlei lautet derzeit auch: zweimal halbgar. Mit einem unsäglichen Klagelied über die Flugverkehrssteuern. „Die anderen sind schuld.“ Das bringt aber dem Standort Sachsen und Mitteldeutschland effektiv nichts. Es ist derzeit im Monatstakt zu beobachten.
Thüringen und Sachsen-Anhalt sind schon fast ausgestiegen, Sachsen leistet sich aber nach wie vor zwei Passagierflughäfen für zusammen drei Millionen Passagiere – weniger als Hannover allein. Das ist eine prekäre Standortpolitik, die den einzigen Standort mit echter Perspektive systematisch schwächt: Leipzig/Halle.
Was hier wirklich auf dem Spiel steht
Bevor hier reflexartig auf Wachstum und Standortkonkurrenz gesetzt wird: Das Argument ist ein anderes.
Wizz Air und Turkish Airlines waren nicht nur Infrastrukturstatistik. Wizz Air erschloss Bukarest, Budapest, Tirana – Verbindungen, die für rumänische, ungarische, und albanische Communitys in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht ersetzbar sind. Und Destinationen, auf denen man fast in Luftlinie mit einem selbst organisierten Umstieg in Osteuropa sehr weit kam. Und Turkish Airlines war mehr: Istanbul ist derzeit der Flughafen mit den meisten Direktverbindungen weltweit.
Für Zentralasien, Ostafrika und den Nahen Osten gibt es kaum einen effizienteren Umstieg. Für türkische, arabische, zentralasiatische, aber auch afrikanische Communitys in der Region war IST die direkteste Verbindung nach Hause – für Familienbesuche, kulturelle Teilhabe, für das, was Mobilität jenseits von Geschäftsreisen auch bedeutet: kultureller Austausch, interkulturelle Befruchtung, Handel. Ziele, die die Zentren der Region auch schon einmal als erstrebenswert hielten.
Ihr Wegfall trifft nicht abstrakt die Region, sondern konkret Menschen. Das ist die politische Dimension einer Debatte, die überwiegend nur als Infrastrukturfrage mit einem dramatisch einfältigen Blick allein auf die Region des Nordatlantiks geführt wird. Wizz Air konnte eingestellt werden, aber die Einstellung der London-Linie wurde umso lautstärker bedauert. Da ist nicht viel übrig vom selbst ernannten „Interkontinentalen Drehkreuz zwischen Ost und West“.
Die Welt wird fliegen – aber sie wird anders fliegen müssen
Ja, Fliegen ist klimaschädlich. Aber die Antwort darauf ist nicht, den LEJ weiter zu halbieren, bis nichts mehr übrig ist. Sondern ihn konsequent anders aufzustellen – denn er hat besondere Chancen.
Das bedeutet zunächst: Ultrakurzflüge werden keine Zukunft haben, deshalb nicht daran klammern. Wo die Bahn eine echte Alternative ist – und das ist sie auf Korridoren unter wenigen Stunden Fahrzeit –, braucht es kein Flugzeug. Wer seinen Flug nicht auf die Spesenrechnung setzen kann, fliegt ohnehin schon ab FRA oder BER.
Die LH-Verbindung nach München ist bereits gestrichen. Frankfurt wird folgen. Diese zu erhalten, wird ein Politikum, das Energie an der falschen Stelle verschwendet. Das ist keine Niederlage, das ist die richtige Richtung.
Die Frage ist, was an ihre Stelle tritt. Nicht eine Kilometergrenze als Dogma, sondern ein Prinzip: Fliegen dort, wo die Bahn noch oder nie eine realistische Alternative sein wird – und das möglichst intelligent verknüpft mit dem wachsenden europäischen Nachtzug- und Hochgeschwindigkeitsnetz. Es geht um Wegeketten, die bei den dem Klimawandel entsprechend steigenden CO₂-Preisen oder künstlich angeheizten Krisen fossiler Akteure wie derzeit an der Straße von Hormuz nicht immer wieder zerreißen.
Drehkreuze wie Amsterdam Schiphol, Paris Charles de Gaulle oder Brüssel bieten nicht nur Umsteigeverbindungen in die Welt, sondern auch Bahnweiterverbindungen ins europäische Netz. Fliegen bis Amsterdam, mit dem Zug weiter nach London oder Rotterdam. Das ist heute buchbar.
KLM könnte Destination LEJ multimodal denken: Buche unsere Tagesrandverbindung – oder nimm den angekündigten RegioJet, wir verknüpfen beides im Ticket. Das ist kein utopischer Gedanke, das ist ein Modell, das Swiss mit der SBB auf Schweizer Zubringern bereits praktiziert.
Ja, und LEJ ist bereits jetzt einer der lärmbelastetsten Standorte Deutschlands – nicht durch Passagierflüge, sondern durch die nächtliche Frachtfliegerei. Mehr Passagierflüge bedeuten nicht zwingend mehr Lärm: weniger Kurzstreckenrotationen, hochwertige Mittel- und Langstreckenverbindungen zu Tagesrandzeiten. Es soll hier um eine Passagierstrategie gehen, die Flugbewegungen qualitativ aufwertet, statt quantitativ aufbläht. Und als „realpolitische“ Antwort auf die Klimafrage für das Fortkommen des Standortes im Status quo.
Der Knoten: Destination LEJ als Mobilitätsversprechen
So wie der LEJ liegt fast keiner: Mitten im Fernverkehrsnetz der Eisenbahn, IC- und S-Bahn-Anschluss, ziemlich mittig in Deutschland, viertgrößtes Frachtdrehkreuz Europas. Aber seine eigentliche Stärke liegt noch brach.
Halle Hbf und Leipzig Hbf könnten gemeinsam – verbunden durch einen Metro-Inter-Regio, den die Region ohnehin bräuchte – zu einem europäischen Mobilitätsknoten werden. Berlin entwickelt Nachtzugverbindungen aktiv weiter.
Leipzig/Halle könnte das auch: ÖBB Nightjet, European Sleeper, dessen neuer Paris-Berlin-Nachtzug seit März 2026 fährt und dessen Halt in Leipzig einzufordern wäre, künftige Verbindungen Richtung Brüssel, Wien, Budapest. Und die neuen EC-Verbindungen Leipzig–Krakau zeigen: Leipzig wächst als internationaler Bahnknoten, wenn politisch gewollt – hier aber von Polen.
Der Stamm wurde schon in den 90ern mit der VDE-8-Neubaustrecke gesetzt: Halle Hbf – Flughafen – Messe – Leipzig Hbf. Was fehlt, sind die Direktverbindungen zwischen Harz und Erzgebirge, zwischen Thüringer Wald und Lausitz. Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen könnten gemeinsam einen Metro-Inter-Regio bestellen, den die Region ohnehin bräuchte: zwischen Magdeburg und Chemnitz, zwischen Coburg und Dresden/Görlitz, zwischen Hof und Berlin. Keine Provinzbahnen, sondern Zusammenarbeit zwischen den Bestellern. Als schnelle Ergänzung zum eher lokalen S-Bahn-Netz.
Und das käme nicht nur dem Flughafen zugute, sondern verbindet fast alle Ober-, Mittel- und viele Unterzentren der Region untereinander und direkt mit der Welt. Brachliegende Stadtkerne könnten so ganz schlicht näher an die Welt rücken und ihre Entwicklungspotenziale entfalten – statt im kulturellen Defätismus zu verharren, den rechte Kräfte derzeit wieder predigen.
Im Sinne des gewachsenen kulturellen Kapitals der Region – seinen Stadtkernen, seiner Geschichte, seinen kulturellen und industriellen Traditionen – hätten sie so wirklich wieder direkten Anschluss an die Welt. Über Halle und Leipzig nun endlich zusammen an der Kreuzung der Handelswege der Via Regia, der Via Imperii, der alten Salzstraße, die sich in der Region des Schkeuditzer Kreuzes seit Jahrhunderten kreuzten.
Eine internationale Perspektive, die der Region seit fast 100 Jahren verwehrt worden ist – durch Faschismus und Kommunismus. Und was bisher auch der Einigungsprozess noch nicht vollständig geschafft hat: ein Aufholen der Konnektivität auf Westniveau.
Es ist so eine Strategie für Dessau und Bitterfeld, für Zeitz und Weißenfels, für Merseburg und Naumburg, für Altenburg und Gera, für Zwickau und Plauen. Städte, die seit Jahrzehnten strukturell abgehängt sind und deren Entwicklungspotenziale – industrielle Traditionen, Hochschulen, kulturelles Erbe – nicht aktiviert werden können, solange die Anbindung an die Welt über lange Umwege führt. Ein starker LEJ mit einem dichten regionalen Zubringernetz ist kein Projekt der Metropolen, sondern der Fläche.
Destination LEJ wäre dann nicht nur ein Flughafen, sondern ein Versprechen: ein Anker für die Region – mit Bahn und Flieger, je nachdem, was sinnvoll ist. Ja, und am Schkeuditzer Kreuz liegt er auch noch. Tagsüber einer der drei wichtigen Fernbahnknoten in der Region, nachts Fracht- und Nachtzugdrehkreuz. Und irgendwann, wenn Wasserstoffantriebe und nachhaltige Treibstoffe aus dem nahegelegenen Chemiedreieck keine Vision mehr sind, vielleicht auch Testfeld für eine andere Fliegerei.
Weg von der Monokultur: Carrierdiversität als strategisches Ziel
Die Abhängigkeit von einem einzigen Carrier und einer einzigen Allianz macht LEJ strukturell erpressbar. Heißt derzeit: Jede LH-Entscheidung trifft den Standort direkt und ohne Gegengewicht.
Dabei hätte die LH-Gruppe selbst bessere Alternativen zu FRA und MUC anzubieten. Mit Swiss in Zürich, Brussels Airlines in Brüssel und dem neu übernommenen ITA Airways in Rom verfügt die Lufthansa-Gruppe über drei Hubs mit stärkerer Bahnanbindung, anderen Netzwerkschwerpunkten und günstigerer Lage für die Region. Brüssel erschließt hervorragend Europa und verfügt zudem über das stärkste Afrika-Netz aller europäischen Carrier, insbesondere nach Subsahara – ein Mehrwert, den FRA in dieser Tiefe nicht bietet.
Zürich ist bahnkompatibel und Premiumdrehkreuz für Nordamerika und Asien. Rom öffnet Mittelmeer, Ostafrika und perspektivisch Lateinamerika. Zwei bis drei tägliche Feeder auf je einem dieser Hubs wären für die LH-Gruppe operativ darstellbar – und würden LEJ mehr bringen als der ausdünnende FRA-Zubringer.
Das ist auch eine politische Forderung: Lufthansa nutzt seine Marktstellung, um Slots an deutschen Flughäfen zu sichern und Flugrechte zu verteidigen. Wer staatliche Infrastruktur und Flugrechte in Anspruch nimmt, trägt Verantwortung – auch gegenüber Regionen, die er strukturell unterversorgt.
Parallel braucht LEJ SkyTeam. Air France und KLM über Paris und Amsterdam, Air Europa über Madrid als bisher völlig ungenutzter Zugang zu Lateinamerika für Ostdeutschland – koordiniert getaktet, nicht als Konkurrenz zu LH, sondern als Absicherung gegen Monoabhängigkeit. AF und KLM sind in Berlin bereits präsent – LEJ wäre Ergänzung, nicht Konkurrenz.
Und dann gibt es noch ein spekulatives, aber nicht unrealistisches Szenario für OneWorld. Mit dem Zusammenbruch von Air Berlin 2017 verlor die Allianz ihren einzigen mitteleuropäischen Kontinentalknoten. BER hat sich nicht als Ersatz etabliert. Die Lücke zwischen London Heathrow, Madrid, Helsinki und Casablanca – geografisch mittig auf dem Kontinent, mit Zugang zu Osteuropa, dem Balkan, Zentralasien – ist real und unbesetzt. Royal Air Maroc über Casablanca, Finnair über Helsinki mit seinem trotz Überflugsperre bedeutenden Asienpotenzial, British Airways über London – alle OneWorld, keiner mit kontinentalem Ankerpunkt. Hier liegt ein strategisches Vakuum.
Ein alter Bekannter: Condor. Die Airline ist längst kein klassischer Ferienflieger mehr: Bangkok täglich, Johannesburg und Mauritius mehrfach wöchentlich, Abu Dhabi täglich mit Etihad-Codeshare, Panama City exklusiv als einzige Deutschland-Verbindung – alles mit dem hocheffizienten A330neo, konzentriert in Frankfurt. Die Airline strebt die OneWorld-Mitgliedschaft an, realistisch ab Herbst 2026. Condors Schwestergesellschaft Marabu hat seit April 2025 eine Basis am LEJ. Die Infrastruktur war schon einmal da – und ist es noch.
Direkte Condor-Verbindungen ab LEJ – mit Marabu als regionalem Zubringer – wären kein Megahub-Versprechen, sondern ein realistischer erster Schritt. Für Condor könnte LEJ mittelfristig sogar als zweite Langstreckenbasis interessant werden: gegenüber FRA nahezu unbesetzt, gut erschlossen, günstigere Konditionen. BER ist größer – aber auch teurer und umkämpfter.
Und LEJ kann, was BER nicht kann: Fracht
Hier liegt ein Schatz als strukturelles Alleinstellungsmerkmal von LEJ – und er wird in keiner Passagierstrategie je erwähnt.
LEJ ist der Flughafen mit den meisten reinen Frachtflugbewegungen in der gesamten EU. Über 70 Frachtgesellschaften fliegen den Standort an, über 250 Ziele weltweit – darunter wöchentlich Shanghai, Hongkong, Bangkok, Tokio, Seoul, Singapur, Dubai, Bahrain, und Neu-Delhi. Nachts, als Frachter, für DHL. Kein Passagier kann diese Verbindungen nutzen.
Das ist eine Lücke. Eine Airline, die eine Passagierverbindung nach Seoul oder Dubai aufbauen würde, beginnt am LEJ nicht bei Null: Infrastruktur, Bodenabfertigung, Zollprozesse – alles vorhanden. Turkish Airlines betreibt über AeroLogic, dem Joint Venture mit Lufthansa Cargo, bereits Frachtflüge ab LEJ. Die Infrastrukturbeziehung zu Istanbul ist also nicht gekappt, nur unterbrochen. Das stärkt das Argument für eine Rückkehr erheblich. Aber klar: Es bräuchte Engagement auf der Landseite. Der BER ist nah.
Emirates oder flydubai könnten eine Passagierverbindung nach Dubai mit der vorhandenen Frachtstruktur kombinieren – und damit das gesamte Emirates-Netz Richtung Südasien und Ostafrika erschließen. Das klingt exotisch?
Dafür war der LEJ in seinen besten Zeiten auch zu haben. Royal Air Maroc, seit 2020 Mitglied der OneWorld-Allianz, erschließt über Casablanca Subsahara-Afrika und wäre für nordafrikanische Communitys in der Region kulturell wie praktisch hochrelevant – und fliegt bisher kein einziges ostdeutsches Ziel. Chinesische Carrier wie Hainan Airlines, die bereits Berlin anfliegen, hätten über die bestehenden Kooperationsvereinbarungen mit chinesischen Flughafengruppen am LEJ einen naheliegenden zweiten deutschen Standort – mit Frachtsynergie als Argument.
BER hat die Größe. LEJ ist nicht weit, hat aber diese spezifische Frachttiefe.
Politische Baustellen – deutschlandweit und europäisch
Was die Region braucht, ist keine Parteidebatte. Es ist eine strukturpolitische Auseinandersetzung, die weit über Sachsen hinausgeht – und die auch Berlin und Brüssel erreicht. Nicht als Forderung allein, sondern mit rechtlichen Herausforderungen zugunsten von LEJ und vielen anderen Standorten.
Erstens die Schienenfrage. Dass der Flughafen München 5 Milliarden Euro Bundesmittel für einen ICE-Anschluss anstrebt, der keinem natürlichen Streckenkorridor entspricht und primär einem einzigen LH-Hub dient, ist symptomatisch.
Dabei zeigen DUS und CGN seit Jahren: Funktionierende Flughafen-Schiene-Integration gelingt über kurze Anschlusskurven auf bestehenden Hochgeschwindigkeitstrassen – ohne Neubau, ohne Milliarden. Stuttgart bekommt seinen Flughafenfernbahnhof im Rahmen von S21, wenn auch mit erheblicher Verzögerung, als Teil eines jahrzehntelangen Neubauprojekts. Am LEJ passieren die ICE-Linien bereits.
Was fehlt, sind verdichtete Halte – eine Taktentscheidung, kein Infrastrukturprojekt. Polen baut mit dem CPK für 30 Milliarden Euro einen multimodalen Greenfield-Hub bei Warschau – von Null. LEJ hat die Infrastruktur bereits. Was Polen mit enormem Aufwand neu schafft, liegt in Leipzig ungenutzt vor. Und das dann noch einmal für MUC – wenn LEJ und STG bereits vorhanden sind?
Zweitens die Wettbewerbsfrage. Die Verflechtung zwischen DB als Staatsunternehmen und Lufthansa als faktischem Flagcarrier – verbunden über Star Alliance – schafft ein de facto integriertes System, in dem DB-Fernverkehrshalte strukturell auf LH-Hubs ausgerichtet sind.
FRA als Musterbeispiel: ICE-Taktung auf LH-Abflugwellen, gemeinsames Ticketing. Das ist EU-beihilfe- und kartellrechtlich zumindest prüfungswürdig. Die DB muss hier carrier- und standortneutral bleiben. Die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen könnten das gegenüber Bundespolitik und EU-Kommission als Forderung nach diskriminierungsfreiem Zugang zur Schieneninfrastruktur formulieren. Das Instrument existiert: Es ist EU-Binnenmarktrecht.
Es reicht nicht mehr, auf Wachstum zu warten. Jahrelang wurde am LEJ auf der Passagierseite gewartet – wohl auch zugunsten des sächsischen Doppelstandorts. Es ist Zeit, die starken Konzepte der 90er gegen die Realität einer sich wandelnden Welt zu stellen: die vorhandene Infrastruktur als Kapital begreifen, nicht als Hypothek.
Und genau hier bräuchte es eine breite Überzeugung – bei Verkehrsverbänden, bei Logistikunternehmen am Standort, bei den Communitys, die den Flughafen gerne nutzen würden, und bei den Städten Leipzig und Halle und allen drumherum, die auch nach einer besseren Anbindung lechzen und die gemeinsam mehr wären als getrennt: dass Mitteldeutschland eine Anbindungsperspektive verdient, die über diese Krise hinausreicht.
Wer das nicht will, subventioniert weiter zwei mittelmäßige Flughäfen, bis hier keiner mehr fliegen kann. Und manifestiert so den Stillstand.
Der Abzug der Turkish Airlines ist nach Wizz Air ein weiteres Menetekel. Es wird Zeit, nicht mehr zu verwalten, sondern zu entscheiden.
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Keine Kommentare bisher
Welch Utopia der Autor hinzimmert, kost ja nix. Der Nutzen ist ohnehin hauptsächlich in Aktienkursen messbar, klar ein paar atypische Jobs wären auch drin. Passagierflughäfen in Mitteldeutschland sind eher Luxus, verzichtbar. Warum erwähnt der Autor eigentlich nicht PRG? Klingt alles nach Werbung der Luftfahrtindustrie, da negative Aspekte (Lärm, Dreck, Terrorgefahr usw.) wenig erwähnt wurden. Entscheidung: Schluß mit Steuergeldern für sichere Dividenden der Luftfahrtindustrie und aktiver militärischer Infrastruktur.