Das Leipziger Fernwärmenetz soll ausgebaut und modernisiert werden. Um das zu erreichen, sind teilweise umfangreiche Maßnahmen nötig, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat. In zwei Leipziger Stadtbezirken waren die Menschen deshalb eine Woche lang intensiv betroffen.

Die Fernwärme-Unterbrechung in den Leipziger Stadtbezirken Mitte und Süd sei planmäßig am Freitag beendet worden, teilten die Stadtwerke mit. Die Arbeiten waren notwendig, um das Gebiet weiterhin zuverlässig in einem wachsenden und zukunftsfähigen Netz mit Fernwärme versorgen zu können.

Das warme Wasser fließt nun wieder in die Gebäude. Einige Gebiete wie Connewitz und Marienbrunn sind bereits seit dem 4. Juni wieder versorgt. In Lößnig konnte durch kurzfristige technische Lösungen sogar eine Abschaltung vermieden werden.

Die Leipziger Stadtwerke und Netz Leipzig hatten zur Baumaßnahme über verschiedene Wege die Bürger mehrere Wochen vorab informiert. „Natürlich war uns bewusst, dass dies ein spürbarer Eingriff in den Alltag ist. Umso mehr freuen wir uns, dass die Menschen die Notwendigkeit der Maßnahme nachvollziehen konnten. Für das große Verständnis bedanken wir uns ausdrücklich“, sagt Tim Burghardt, Projektleiter der Leipziger Stadtwerke.

Zur Entlastung der betroffenen Anwohner hatten die Stadtwerke gemeinsam mit den Leipziger Sportbädern ein Angebot geschaffen: Jeder betroffene Haushalt erhielt die Möglichkeit, zwei Gutscheine pro Person im Wert von jeweils fünf Euro zum Baden und Duschen in den Zeiten des öffentlichen Badens zu nutzen.

Viele Leipziger machten laut Stadtwerken davon Gebrauch. „Diese Aktion kam sehr gut an. Wir haben rund 5.300 Gutscheine verteilt und freuen uns über das gute Feedback“, sagt Burghardt. Mehr als 800 Gutscheine wurden bislang eingelöst.

Hintergrund ist, dass vom 31. Mai bis 5. Juni Fernwärme-versorgte Gebäude von einer zentralen Leitung getrennt wurden. Dabei war es unter anderem auch nötig, heißes Wasser aus dem bestehenden Fernwärme-Netz in Mischwasserschächte zu leiten, mit Kaltwasser herunterzukühlen und in die Kanalisation zu leiten.

Neue Technik wurde eingebaut und das bestehende mit dem neuen Netz verbunden. 95 Mitarbeiter – aus der Stadtwerke-Tochter Netz Leipzig sowie Partnerfirmen – stemmten das Projekt auf der technischen Seite. Ganze 870 Kubikmeter Wasser wurden ausgetauscht. Betroffen von der lokalen Fernwärme-Unterbrechung waren Häuser in einzelnen Straßen der Stadtteile Zentrum Süd, Zentrum Südost, Südvorstadt und Connewitz sowie Marienbrunn.

13 Kunden und Einrichtungen mit besonderem Versorgungsbedarf, wie Pflege oder betreutes Wohnen, wurden während der Versorgungsunterbrechung mit Warmwasserprovisorien ersatzversorgt.

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