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Es wird gebaut. In der Stadt und auf dem Weg dorthin. Besucher aus Chemnitz müssen mit längerer Anreisezeit rechnen. Dafür gehts ab heute mit der Bahn wieder flüssig nach Döbeln. Für Ferienkinder gibts spannende Entdeckertouren durch die  kommunale Machtzentrale. Und am Neuen Rathaus läutet die Glocke im Goerdeler-Denkmal im Gedenken an den Widerstand gegen Hitler am  20. Juli 1944.

Runde Sache in Stötteritz

Ab heute geht’s rund auf der Naunhofer Straße! Aber nur, damit es künftig besser glattgeht … Die Stadt richtet zwei provisorische Kreisverkehre ein, um die Verkehrssicherheit in diesem Bereich zu verbessern. Die temporären Anlagen entstehen an den Kreuzungen mit der Schönbachstraße sowie der Ludolf-Colditz-Straße. Im breiten Fahrbahnbereich werden die Kreisverkehre markiert, mit Leitelementen gesichert und ausgeschildert. Für das Vorhaben sind Kosten von rund 267.000 Euro veranschlagt.

Der Abschluss der Arbeiten ist nach derzeitiger Planung für den 11. September vorgesehen. Während der Bauarbeiten werden die jeweiligen Kreuzungsbereiche vollständig gesperrt. Fußgängerinnen, Fußgänger sowie Radfahrerinnen und Radfahrer können die Baustellen passieren und werden entsprechend vorbeigeleitet. Anlieger erreichen ihre Ziele jeweils über benachbarte Straßen.

Während der Arbeiten an der Kreuzung mit der Schönbachstraße erfolgt die Umleitung stadteinwärts über die Kolmstraße und die Kommandant-Prendel-Allee zur Prager Straße, stadtauswärts über die Ludolf-Colditz-Straße zur Holzhäuser Straße. Beim Umbau der Kreuzung mit der Ludolf-Colditz-Straße wird der Verkehr stadtauswärts über die Kommandant-Prendel-Allee und die Kolmstraße sowie stadteinwärts über die Holzhäuser Straße und die Schönbachstraße geführt.

Vor der Entscheidung für die provisorischen Kreisverkehre hatte die Stadt verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Naunhofer Straße untersucht, darunter Veränderungen der Radverkehrsführung, zusätzliche Querungsmöglichkeiten und eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit. Die Idee für Kreisverkehre entstand im Rahmen eines Stadtentwicklungsprojekts gemeinsam mit Anliegern. Für das kommende Jahr ist darüber hinaus vorgesehen, den Abschnitt der Naunhofer Straße südlich der Ludolf-Colditz-Straße als Fahrradstraße auszuweisen. Auch dieses Vorhaben wurde bereits vom Stadtrat beschlossen.

Die Kreuzung Naunhofer-, Ludolf-Colditz-Straße bekommt einen temporären Kreisverkehr. Foto: Benjamin Weinkauf

Staugefahr zwischen Chemnitz und Leipzig

Nicht nur das Leipziger Straßenbahnnetz litt unter der kürzlichen Hitzewelle (LZ berichtete). Auch Autobahnen bekamen die Auswirkungen zu spüren und müssen repariert werden. Für Autofahrer auf der A72 bedeutet das ab heute Einschränkungen. Wegen nötiger Bauarbeiten ist der Bereich des Autobahnkreuzes Chemnitz in Fahrtrichtung Leipzig seit 7 Uhr auf einer rund 500 Meter langen Strecke gesperrt.

Nach Angaben der Autobahn GmbH haben sich an der altersbedingt vorgeschädigten Betonfahrbahn durch die anhaltende Hitze neue Risse gebildet. Um Fahrbahnausbrüche und damit Gefahren für den Verkehr zu verhindern, sei eine kurzfristige Reparatur zwingend erforderlich. Der Verkehr wird bereits an der Anschlussstelle Chemnitz-Mitte umgeleitet. Die Arbeiten sollen voraussichtlich bis in die Nacht vom 28. auf den 29. Juli dauern.

Die Sperrung betrifft einen der wichtigsten Verkehrsknoten in Sachsen. Die A72 verbindet das Vogtland, Zwickau und Chemnitz mit Leipzig. Im Bereich des Autobahnkreuzes sind täglich Zehntausende Fahrzeuge unterwegs, darunter auch mehrere Tausend Lastwagen. Entsprechend rechnen die Behörden mit spürbaren Auswirkungen auf den Berufs-, Liefer- und Ferienverkehr. Auch auf den ausgewiesenen Umleitungsstrecken ist mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen und längeren Fahrzeiten zu rechnen.

Für Autobahnfahrten nach Leipzig muss mehr Zeit eingeplant werden. Grafik: LZ

Freie Fahrt nach Döbeln

Aufgrund von Instandsetzungsarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Döbeln mussten in der Nacht  Zugverbindungen entfallen bzw. durch Schienenersatzverkehr aufgefangen werden. Dieser beförderte die Fahrgäste zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Beucha. Ab heute Morgen rollen die Züge wieder regulär.

Auf den Gleisen zwischen Leipzig und Döbeln kommt es immer wieder zu Sperrungen. Tatsächlich konzentrieren sich die Beeinträchtigungen jedoch überwiegend auf den westlichen Streckenabschnitt zwischen Leipzig und Borsdorf beziehungsweise Beucha. Dort sorgen vor allem wiederkehrende nächtliche Bauarbeiten für Einschränkungen im Zugverkehr.

Hinzu kommen einzelne längere Bauphasen auf den ländlichen Abschnitten der Mitteldeutschen Regiobahn, sowie wenige Ausfälle, die nicht auf Bauarbeiten zurückzuführen sind, sondern beispielsweise durch defekte Fahrzeuge verursacht werden.

Stundenschläge erinnern an Goerdeler

Heute erinnert Leipzig an den Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 und damit auch an Carl Friedrich Goerdeler, der von 1930 bis 1937 Oberbürgermeister der Stadt war, aus Protest gegen die nationalsozialistische Politik zum Jahreswechsel 1936/37 zurücktrat und wegen seiner Vernetzung mit dem Kreis um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hingerichtet wurde.

Aus diesem Anlass schlägt die Bronzeglocke des Goerdeler-Denkmals heute stündlich, jeweils fünf Minuten vor der vollen Stunde. Das Mahnmal ließ die Stadt Leipzig 1999 errichten. Es erinnert an Goerdelers Leben und sein politisches Wirken, das die Widersprüche und Herausforderungen der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts widerspiegelt.

Die Anlage besteht aus einem fünf Meter tiefen Glockenschacht mit einem Durchmesser von 2,75 Metern, in dem sich eine Bronzeglocke mit einem Durchmesser von 1,20 Metern und dem Ton „Es“ befindet. Darüber erstreckt sich eine begehbare kreisförmige Anlage mit drei Steinstufen aus Kirchheimer Muschelkalk und Granit (Nero Assolto), die von einer Bepflanzung eingefasst wird.

Die chronologisch angeordneten Zitate wurden von Jenny Holzer und Michael Glier ausgewählt. Die beiden Künstler, die in den USA leben und arbeiten, gewannen mit ihrem Entwurf den 1996 von der Stadt Leipzig ausgelobten internationalen Wettbewerb. Unabhängig von besonderen Gedenktagen erklingt die Glocke täglich fünfmal um 5:55 Uhr, 11:55 Uhr, 17:55 Uhr und 23:55 Uhr.

Eines der im Denkmal zu findenden Zitate stammt aus dem Jahr 1936. Foto: Benjamin Weinkauf

Goerdeler selbst sprach sich gegen eine Tötung Hitlers aus und plädierte für dessen Verhaftung. Zwar war die Zerstörung des Leipziger Mendelssohn-Denkmals durch die Nationalsozialisten Auslöser für seinen Rücktritt, Kritiker werfen ihm jedoch bis heute vor, zeitlebens Antisemit gewesen zu sein. So sollten nach Goerdelers Auffassung auch nach einem Machtwechsel Bürgerrechte nur für Juden mit entsprechend langer Vorfahrensgeschichte auf deutschem Boden gelten.

„Die später Hinzugekommenen würden das Land verlassen müssen“, schreibt Historiker Saul Friedländer in seinem Buch „Das Dritte Reich und die Juden“ mit Blick auf Goerdelers Pläne. Nach seiner Hinrichtung am 2. Februar 1945 in Berlin-Plötzensee wurde der Leichnam des einstigen Oberbürgermeisters von Leipzig verbrannt und die Asche, wie bei vielen politischen Opfern der NS-Justiz, an unbekannter Stelle verstreut. Eine Grabstelle Goerdelers existiert nicht.

Das Denkmal mit der in den Boden eingelassenen Glocke ist eindrucksvoll – aber auch leicht zu übersehen. Foto: Benjamin Weinkauf

Mit Molchen ins Neue Rathaus

Die Sendung mit der Maus kennen alle. Aber selbst mal Mäuschen spielen – in Leipzig geht das mit Hilfe der Molche. Die Stadtpolitiker sind im Urlaub, viele Verwaltungsmitarbeiter auch. Und doch knirscht es im Gebälk des Leipziger Rathauses. Denn Kinder können bei einer lehrreichen Führung dem prachtvollen Bau im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen.

Dem Rathaus auf den Grund gehen. Die Molche machen es möglich. Screenshot: Stadt Leipzig/Instagram

Vom Gewölbekeller über die Ratssäle bis zu einem Blick über die Stadt von Deutschlands höchstem Rathausturm dürfen Kinder zwischen 6 und 14 Jahren Leipzigs Regierungszentrum erkunden. Die Führungen finden am Donnerstag, 23. Juli 2026, von 10 bis 12 Uhr sowie am Freitag, 31. Juli 2026, von 16 bis 18 Uhr statt.

Warum das heute wichtig ist, obwohl der Rundgang am Donnerstag stattfindet? Weil die Plätze begrenzt sind und die Nachfrage hoch ist. Deshalb wird auch um eine vorherige Anmeldung beim Leipziger Kinder- und Jugendbüro per E-Mail an rathausclub@dksb-leipzig.de gebeten. Erwachsene Begleitpersonen sind willkommen (und sollten sich diese seltene Chance auf keinen Fall entgehen lassen!).

Schaut auf diese Stadt! Dank der Molche gibts einen exklusiven Blick über Leipzig. Screenshot: Stadt Leipzig/Instagram

Während der Führung erfahren die Kids unter anderem, wann das Neue Rathaus erbaut wurde, welche Tiermotive den Haupteingang zieren und was für Entscheidungen im Sitzungssaal auf welche Weise getroffen werden.

Und was hat das alles mit Molchen zu tun? Die Rundgänge werden selbst von Jugendlichen geführt. Diese haben sich im Kinder- und Jugendbüro des Kinderschutzbundes Leipzig e.V. organisiert. Und die ersten, die solche Führungen anboten, waren Moritz, Oskar, Lotte und Charlotte. Also ganz einfach. Wie auch die Erklärung, warum dieses, wie ein herrschaftliches Schloss aussehende Rathaus, von manchen Leipzigern noch immer liebevoll „Pleißenburg“ genannt wird. Aber das verrät Euch einer der Molche beim nächsten  Mäuschenspielen.

Hier residieren hohe Ratsherren. Und manchmal neugierige Kinder. Screenshot: Stadt Leipzig/Instagram

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