Die Leipziger Juristin, Rechtsanwältin und Bewahrerin des künstlerischen Nachlasses von Werner Tübke starb am 31. August 2026 in Leipzig im Alter von 95 Jahren. Geboren wurde sie am 17. August 1931 in Leipzig als Brigitte Schmuntzsch. Aus ihrer ersten Ehe mit Martin Schellenberger gingen zwei Söhne hervor.

1976 heiratete sie den Maler und Grafiker Werner Tübke, für den es die dritte Ehe war.  Seit 1977 lebte das Paar in einer Villa in der Springerstraße 5 in Leipzig-Gohlis, die  zugleich als Wohn- und Arbeitsstätte diente. Brigitte Tübke-Schellenberger blieb zunächst weiter in ihrem Beruf tätig. Bis 1982 arbeitete sie als Anwältin, danach konzentrierte sie sich auf die organisatorische Betreuung der Arbeit ihres Mannes.

Nach dessen Tod im Mai 2004 wurden Sicherung, Erschließung und öffentliche Vermittlung seines Werks zu einer ihrer wichtigsten Aufgaben. Einen wesentlichen Beitrag leistete sie zur Gründung der Tübke Stiftung Leipzig im Mai 2006. Für deren Bestand stellte sie 19 Gemälde, 67 Zeichnungen, 214 Exemplare der Druckgrafik und 16 Aquarelle zur Verfügung.

Die Räume der Stiftung wurden im Dezember 2006 eröffnet. Von der Gründung bis Juni 2016 stand Tübke-Schellenberger dem Stiftungsrat als Vorsitzende vor; am 25. Juni 2016 übergab sie dieses Amt an den Maler Michael Triegel. Auch an der wissenschaftlichen Dokumentation des Werks war sie beteiligt. Gemeinsam mit Gerd Lindner gab sie 1999 „Werner Tübke. Das malerische Werk. Verzeichnis der Gemälde 1976 bis 1999“ heraus und wirkte zudem an der Bearbeitung des Werkverzeichnisses der Druckgrafik mit.

Eine weitere wichtige Hinterlassenschaft erschloss sie 2007, als sie im Schreibtisch ihres verstorbenen Mannes bis dahin unbekannte Skizzen- und Tagebücher fand. 2010 schenkte sie der Universitätsbibliothek Leipzig 12 dieser Bücher; später kamen weitere Materialien hinzu.

Nach dem Tod Werner Tübkes verließ sie die Villa in der Springerstraße und zog in eine Wohnung nahe der Leipziger Thomaskirche. Bis ins hohe Alter blieb ihr Name eng mit der Bewahrung des Tübke-Nachlasses und mit der Arbeit der Leipziger Stiftung verbunden.

Brigitte Tübke-Schellenberger starb zwei Wochen nach ihrem 95. Geburtstag in ihrer Heimatstadt Leipzig, wie zuerst die Leipziger Volkszeitung berichtete.

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