Leipzig holt sich eine olympische Disziplin auf die Straße und zückt in den Höfen am Brühl Nadel und Faden. Unweit westlich erheben IC Falkenberg, Sarah Lesch, Peter Maffay und viele andere ihre Stimme für eine demokratische Gesellschaft. Am Schleußiger Weg richten sich Augen auf Winzlinge – und Naunhof rollt Absperrband aus – für eine tägliche Begleiterin…
Das zieh´ich wieder an
Der Arm ist noch dran, aber der Ärmel schon ab? Wer in Mitleidenschaft geratene Kleidungsstücke künftig nicht immer zu Muttern tragen will, sondern sie selbst wieder tragbar machen möchte, kann heute im Konzeptladen „Wiederschön“ in den Höfen am Brühl praktische Reparaturtechniken kennenlernen. Die Stadtreinigung Leipzig bietet dort von 17:00 bis 19:00 Uhr einen Reparaturworkshop für Kleidung an.
Der Veranstaltungsort befindet sich in der 1. Etage neben Müller. Die Zahl der Teilnehmenden ist nach Angaben der Stadtreinigung „aus Platzgründen beschränkt“, weshalb um eine Anmeldung unter bildung@srleipzig.de gebeten wird. „Kurzentschlossene sind auch herzlich willkommen!“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung jedoch ausdrücklich. Eigenes Material sollte mitgebracht werden, eine kleine Menge steht vor Ort zum Ausprobieren bereit.
Inhaltlich dreht sich der Workshop darum, alte oder beschädigte Kleidung zu reparieren oder auch umzugestalten. Doch hinter den praktischen Übungen steht auch das Ziel, durch längere Nutzung Abfall zu vermeiden sowie Rohstoffe zu schonen. Die Stadtreinigung verweist in diesem Zusammenhang auf den hohen Ressourcenverbrauch bei der Textilproduktion. Und so beziffert auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die zur Herstellung eines einzigen T-Shirts erforderliche Menge Frischwasser mit „etwa 2700 Liter“ und vergleicht dies mit dem Inhalt von 15 Badewannen.
Das 2024 eröffnete Projekt „Wiederschön“ umfasst rund 550 Quadratmeter und präsentiert Ideen und Lösungen zur Kreislaufwirtschaft. Nach einer Veröffentlichung der Stadtreinigung aus dem Vorjahr wurden dort seit Bestehen rund 2,3 Tonnen Kleidung umgeschlagen und upgecycelt.
Leipzigs Nachbarn stimmen für Demokratie
Diese Fahrt in Leipzigs charmante Nachbarstadt Halle lohnt sich nicht nur für die Ohren, sondern auch fürs Herz. Denn dort setzen Künstlerinnen und Künstler auf dem Marktplatz ein öffentliches Zeichen für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem Titel „HALLE STEHT AUF. Für Demokratie. Für Zusammenhalt. Für Sachsen-Anhalt.“ sind von 16:00 bis 22:00 Uhr Musik und Gesprächsrunden geplant.
Zu den angekündigten Mitwirkenden gehören u. a. IC Falkenberg, Peter Maffay, Fury in the Slaughterhouse, Fools-Garden-Sänger Peter Freudenthaler, Sarah Lesch, TOCHTER und Saltatio Mortis. Hinter der Initiative steht WIR, ein parteiunabhängiger Zusammenschluss von Menschen, Unternehmen, Initiativen und Institutionen in Halle.
Inhaltlich richtet sich die Veranstaltung auf Demokratie, Wahlbeteiligung, gesellschaftliches Engagement, Verantwortung und die Zukunft Sachsen-Anhalts. Sie findet im Vorfeld der Landtagswahl am kommenden Sonntag in Sachsen-Anhalt statt und soll nach Darstellung des Bündnisses ein Zeichen für „Demokratie, Meinungsfreiheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Werte des Grundgesetzes“ setzen.
Ein weiteres Anliegen besteht darin, Menschen zur Wahrnehmung ihres Wahlrechts zu animieren. Die Initiative legt Wert darauf, dass es sich nicht um eine Wahlkampfveranstaltung für einzelne Parteien oder politische Programme handelt.
Über seine Teilnahme sagt der Künstler IC Falkenberg gegenüber LZ: „Ich trete heute ganz bewusst nicht gegen etwas auf, sondern für etwas. Für Kunstfreiheit und Demokratie. Denn ohne Kunstfreiheit ist eine Gesellschaft nicht demokratisch.“ Gegen etwas zu sein, so der Künstler, sei einfacher, als sich die Mühe zu machen, für etwas einzustehen.

Neben den künstlerischen Auftritten sollen Menschen aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit und Zivilgesellschaft zu Wort kommen. Vorgesehen sind zudem Gesprächspanels und Aktionen auf dem Marktplatz, bei denen Besucher mitmachen, miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen können.
Die Saalestadt ist von Leipzig aus mit den S-Bahn-Linien S5 und S5X erreichbar. Vom Hauptbahnhof bis zum Markt läuft man lediglich 15 flinke Minuten. Der Eintritt zum Aktionstag „HALLE STEHT AUF“ ist frei.
Auf die Bretter, fertig, loooooos…
Leipzig wird ab heute zum Austragungsort der offiziellen Deutschen Skateboard-Meisterschaft 2026. Den Auftakt des bis Sonntag laufenden Programms bildet um 16:00 Uhr die „Snake Attack“ auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Der Termin gehört zum Rahmenprogramm der Meisterschaft, die eigentlichen Wettbewerbe stehen jedoch erst am Wochenende an. Für Zuschauerinnen und Zuschauer ist die Veranstaltung kostenfrei.
Die Deutsche Skateboard-Meisterschaft läuft insgesamt vom 3. bis 6. September 2026 in Leipzig. Nach dem Auftakt am Wilhelm-Leuschner-Platz setzt sich das Rahmenprogramm am Freitag, 4. September, um 16:00 Uhr mit einem weiteren Event im Skatepark Reudnitz fort. Parallel beginnt am HEIZHAUS die Vorbereitung auf die Meisterschaftswettbewerbe: Dort sind am Freitag von 15:00 bis 20:00 Uhr Anmeldung und Practice vorgesehen.
Am Samstag startet das Programm um 9:30 Uhr mit Anmeldung und Practice. Um 10:30 Uhr beginnt die Street Pre-Quali Men, anschließend folgen bis in den Abend die Qualifikationen in Street und Park. Der Finaltag am Sonntag, 6. September, beginnt um 10:00 Uhr mit Practice. Für 11:00 Uhr ist die Eröffnung der Finals angesetzt, die ersten Finals beginnen um 11:40 Uhr. Die Siegerehrung ist für 17:30 Uhr vorgesehen.
Hinter den Meisterschaftswettbewerben steht die Sportkommission Skateboard im Deutschen Rollsport- und Inline-Verband (DRIV), die als Veranstalter der offiziellen Sportwettkämpfe fungiert. Insgesamt geht es in Leipzig um 10.000 Euro an Preisgeldern.
Die Geschichte des Skateboardens begann in Kalifornien, wo Surfer Rollschuhe unter Holzbrettern montierten, um das Gefühl des Wellenreitens auch auf Asphalt nachzuahmen. Anfang der 1960er-Jahre entwickelte sich daraus ein eigenständiger Trendsport, nachdem Skateboards in größerer Zahl industriell gefertigt und gezielt als Sportgerät vermarktet wurden.
Einen entscheidenden technischen Schub brachte Anfang der 70er-Jahre Frank Nasworthy, der Polyurethan-Rollen für Skateboards einführte und damit ein wesentlich ruhigeres, kontrollierteres Fahren ermöglichte als mit den bis dahin verbreiteten Rollen aus Stahl, Kunststoff oder Ton. In den folgenden Jahrzehnten löste sich Skateboarding immer stärker von seinen Wurzeln im Surfen und entwickelte mit Street-, Park- und Rampenfahren eine internationale Sport- und Jugendkultur.
Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markierte die Aufnahme in das olympische Programm: Bei den Spielen von Tokio 2020 wurde Skateboarding erstmals als olympische Sportart ausgetragen und damit endgültig auch institutionell auf der internationalen Spitzensportbühne verankert. Alle Informationen zu Programm, Anmeldung, Übernachtung und Verpflegung gibt’s HIER ONLINE beim HEIZHAUS.
Ein Fest für´s Lieblingsgemüse vom Alten Fritz
Seit heute 8 Uhr ist in Naunhof, südöstlich von Leipzig, der Marktplatz gesperrt, zudem einige benachbarte Straßen. Denn ab morgen dreht sich dort alles um das regionale Knollen-Gold! Das 33. Kartoffel-Fest wird ausgerichtet, inklusive Auf- und Abbau dauern die Sperrungen bis Montagabend, 20:00 Uhr.
Die Einschränkungen betreffen darüber hinaus die Ungibauerstraße einschließlich der Parkplätze zwischen Kurze Straße und Wurzener Straße sowie die Gartenstraße zwischen Markt und Ecke Schulstraße. Zahlreiche Grundstücke und Parkflächen von Anliegern sind während dieses Zeitraums nicht unmittelbar mit dem Auto erreichbar. Die Stadt empfiehlt deshalb, auf die nächstgelegenen öffentlichen Parkmöglichkeiten auszuweichen.
Für Gewerbetreibende gibt es eine Ausnahme: Die Gartenstraße bleibt für Anlieger als Anlieferzone frei. Notwendige Warenanlieferungen während des Auf- und Abbaus sowie während der Veranstaltung können individuell abgestimmt werden, damit die Geschäfte erreichbar bleiben. Die Stadt bittet Gewerbetreibende zudem, ihre Kundinnen und Kunden beziehungsweise Patientinnen und Patienten über die Einschränkungen zu informieren.
Die ausgeschilderte Umleitung verläuft über Ladestraße, Wurzener Straße (K 8364), Straße des 9. November, S43 und Leipziger Straße (K 8363).
Das eigentliche Festprogramm in Naunhof beginnt am Freitag um 16:00 Uhr mit der Öffnung der Schausteller. Um 17:00 Uhr folgt eine Mini-Kinderdisco auf der Bühne am Markt, bevor um 19:00 Uhr das Opening mit den Fuchsschwänzen und Bürgermeisterin Anna-Luise Conrad auf dem Programm steht. Ab 20:00 Uhr gibt es Summerbeats mit den EastBeatBrothers. Am Samstag öffnet der Festplatz um 12:00 Uhr, am Sonntag schon ab 11:00 Uhr. Den Abschluss bildet am Sonntag um 17:00 Uhr ein Konzert des Jugendblasorchesters Grimma. Nach Angaben der Stadt gilt für das Fest: „Eintritt zu allen Highlights kostenlos“.
Kosten entstehen allerdings für die historische Stadtführung mit dem Schlendrian, die am Sonntag um 11:00 Uhr beziehungsweise 12:00 Uhr angeboten wird. Der Ticketpreis beträgt 10,00 Euro. Dafür wird um Voranmeldung bei der Stadt- und Touristinformation unter 034293/475647 gebeten.
Zusätzlich zur veranstaltungsbedingten Sperrung müssen Verkehrsteilnehmer die weiterhin laufende Sanierung der Ortsdurchfahrt berücksichtigen. Die Stadt teilte am 31. August mit, dass der derzeitige Bauabschnitt entgegen der ursprünglichen Planung nicht bis zum Kartoffelfest abgeschlossen werden kann. Die Kreuzungsfläche Bahnhofstraße/Markt/Gartenstraße soll deshalb geschottert und befestigt werden, während die Baken bis zum Eingang der Bahnhofstraße zurückgezogen werden. Fußgänger werden wegen möglicher Unebenheiten um besondere Aufmerksamkeit gebeten.
Das gesamte Programm zum Kartoffelfest gibt’s HIER ONLINE zum Ausdrucken und in die Hosentasche stecken.
Die Kartoffel, um die sich in Naunhof alles dreht, stammt ursprünglich aus den Anden, wo sie bereits vor Jahrtausenden kultiviert wurde, und gelangte im 16. Jahrhundert durch die Spanier nach Europa. In Deutschland setzte sich die Knolle erst im 18. Jahrhundert als wichtiges Grundnahrungsmittel durch, wobei besonders der preußische König Friedrich II. ihren Anbau fördern ließ.
Schlitzohren bauen sich Holzlupen
Mit zahlreichen Angeboten rund um Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit lädt das Schulbiologiezentrum Leipzig heute zum 30. Naturerlebnistag in den Botanischen Lehrgarten (Schleußiger Weg 1) ein. Der Aktionstag unter dem Motto „Natur erleben, Umwelt verstehen, Zukunft gestalten“ läuft von 09:00 bis 16:00 Uhr und richtet sich an Kinder und Jugendliche aus Kita, Hort und Schule ebenso wie an Familien.
Die Teilnahme beziehungsweise der Eintritt ist kostenfrei, bei einzelnen Angeboten kann jedoch eine geringe Materialgebühr anfallen. Auch für die vorgesehene Speisenversorgung mit Unterstützung der Susanna-Eger-Schule wird Unkostenbeitrag erhoben. Für Gruppen war zur Vorbereitung eine Anmeldung bis zum 31. August 2026 vorgesehen. Die Eger-Schule ist Leipzigs Talenteschmiede für Hotel- und Gaststättengewerbe und verfügt über eine spannende Sammlung zur Leipziger Gastronomiegeschichte.
Interessierte, die sich nicht angemeldet haben, sind dennoch herzlich eingeladen, dabei zu sein. Möglicherweise ist aber nicht mehr bei allen Angeboten ein Plätzchen frei. Zum Programm gehört ein Stand des Phyllodrom – Regenwaldmuseum Leipzig e. V., der die ökologische Bedeutung kleiner und häufig wenig beachteter Tiere im wahrsten Sinne des Wortes unter die Lupe nimmt. Teilnehmende können dort nämlich eigene Holzlupen gestalten und anschließend kleine Tierchen beobachten.
Das Angebot verdeutlicht, welche Bedeutung auch unscheinbare Wesen für die Natur haben. Das Phyllodrom weist ausdrücklich darauf hin, dass die Veranstaltung nicht im eigenen Regenwaldmuseum, sondern im Schulbiologiezentrum am Schleußiger Weg 1 stattfindet! Darüber hinaus kündigt die Stadt Leipzig eine tierische Spurensuche des Naturkundemuseums, ein Quiz des Umweltinformationszentrums zum Thema Hitze in der Stadt und ein Mülltrennungs-Bingo der Stadtreinigung an. Ergänzt wird das Programm durch Upcycling-, Mal- und Bastelangebote, ein Energiefahrrad sowie eine Kindergärtnerei.
Damit verbindet der Jubiläums-Naturerlebnistag praktische Beobachtungs- und Mitmachangebote mit Umweltbildung und Fragen der Nachhaltigkeit. Der Botanische Lehrgarten ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die unmittelbar benachbarte Haltestelle „Rennbahn“ erreichbar, die von den LVB-Buslinien 60 und 74 bedient wird.
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