Ja, Fußball war auch. Aber diesmal setzen wir klar Handball auf die Eins! Denn nach neun langen, entbehrungsreichen Jahren, mischt der HC Leipzig wieder in der 1. Bundesliga mit. Zum Auftakt am Samstag war direkt Vizemeister Borussia Dortmund zu Gast. Mit einer anderen Borussia, der aus Mönchengladbach, mussten sich die RB-Kicker auseinandersetzen. Und: Der 1. FC Lok kommt momentan nicht voran. Die LZ fasst zusammen, was am Leipziger Sportwochenende 29./30. August 2026 wichtig war.

Stimmungsvolle Bundesliga-Premiere für HC Leipzig

Reichlich 1.100 Handball-Fans wollten sich dieses besondere Spektakel im Sportcenter Markranstädt nicht entgehen lassen: Die HCL-Frauen sind endlich wieder zurück in der 1. Liga! Und als Sahnehäubchen war mit Borussia Dortmund gleich eines der absoluten deutschen Top-Teams zu Gast. Klar war bei dieser Konstellation natürlich auch, dass es für den Aufsteiger vor allem darum gehen wird, sich ordentlich zu präsentieren und nicht direkt hoffnungslos abzuschmieren.

Trotz einer klaren 28:36-Niederlage kann den Leipzigerinnen aber bedenkenlos attestiert werden, ihre Sache hervorragend gemacht zu haben. Marlene Tucholke trug sich dabei in die Vereinshistorie ein, denn die 18-Jährige erzielte mit ihrem zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich das erste Bundesliga-Tor der neuen HCL-Zeitrechnung. Tucholke ließ im Lauf des Spiels zudem noch sechs weitere Treffer folgen, was sie zur treffsichersten Leipzigerin machte.

Die ganz große sportliche Spannung war bereits zur Halbzeit etwas raus, da Dortmund eine komfortable 13:21-Führung mit in die Pause nahm. „Es hatte sich gar nicht so angefühlt, als wären wir acht Tore im Minus“, sagte HCL-Kapitänin Pauline Uhlmann hinterher im LZ-Interview. „Spielerisch haben wir vorne unsere Chancen gut ausgespielt. Es war dann eher die Chancenverwertung, was die Dortmunder gut ausnutzen konnten und ihre Tempo-Tore gemacht haben. Dadurch wurde es dann Ende der ersten Halbzeit schnell so ein Abstand“.

Pauline Uhlmann (2, HC Leipzig) wirft im Sprung. Foto: Jan Kaefer

Entmutigen ließ sich ihr Team davon aber nicht. „Wir haben in der zweiten Halbzeit einfach weitergemacht, hatten Lust sie zu ärgern und Lust, weiter Tore zu werfen“, so Uhlmann. „Ich glaube, die zweite Halbzeit war sehr gut.“ Und tatsächlich: Die zweite Hälfte war mit 15:15 sogar ausgeglichen. Das hat zwar den Rückstand nicht kleiner gemacht, aber dafür Mut und Freude: „Ich glaube, man hat gesehen, dass wir alle, unabhängig vom Ergebnis, ganz viel Freude auf dem Spielfeld hatten“, erzählte die Kapitänin mit einem Strahlen im Gesicht. „Das war auch eines unserer obersten Ziele, zu genießen, dass wir jetzt endlich hier sind und gegen Dortmund frei aufspielen zu können.“

Spiel für Spiel muss sich der HC Leipzig nun immer weiter in die neuen Liga hinein arbeiten und sich an die dort herrschende Schnelligkeit und Härte gewöhnen. Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich am kommenden Samstag, dem 5. September, beim ersten Auswärtsspiel gegen den Buxtehuder SV. Auch der hat übrigens sein Auftaktspiel verloren.

RB startet mit Sieg gegen Mönchengladbach

Am Samstag-Nachmittag waren zuvor auch die Fußballer von RB Leipzig mit einem Heimspiel in ihre Saison der 1. Bundesliga gestartet. Und das sehr erfolgreich. Gegen Borussia Mönchengladbach stand am Ende ein 3:0 für die Gastgeber auf der Videowand. Ridle Baku war es vorbehalten in der 26. Minute das erste RBL-Tor dieser nagelneuen Saison zu erzielen. Mit dieser letztlich verdienten 1:0-Führung ging es dann auch in die Kabinen.

Und nach der Pause dauerte es gar nicht lange, bis die Tor-Melodie erneut durch die ausverkaufte RB-Arena dudelte. Diesmal war Antonio Nusa der Auslöser, indem er den Ball punktgenau im oberen langen Tor-Eck unterbringen konnte – 2:0 (49.). Doch ein Treffer für die Rot-Weißen sollte noch folgen – und den erzielte, damit die Geschichte auch rund wird, ausgerechnet Rocco Reitz (66.). Der war bereits beim Verlesen der Aufstellungen aus dem Gladbacher-Fanblock mit einer Extra-Portion Pfiffen bedacht worden. Seinen Wechsel von den Borussen zu den Rasenballern haben sie ihm nicht ansatzweise verziehen.

RBL ist mit diesem 3:0-Auftaktsieg gleich wieder vorne mit dabei und muss sich nun als nächstes am kommenden Samstag, 5. September, beim SV Werder Bremen beweisen.

Lok-Schock in Nachspielzeit

Beim Regionalliga-Meister der vergangenen zwei Spielzeiten läuft es in der noch jungen Saison eher so lala. Der 1. FC Lok bekam innerhalb dieser Woche gleich zwei Heimniederlagen verbraten. Nach dem 0:2 vom Dienstag gegen den Chemnitzer FC, folgte am heutigen Sonntag-Nachmittag ein 1:2 gegen Drittliga-Absteiger Erzgebirge Aue. Besonders bitter: Der entscheidende Treffer durch Marcel Bär fiel in der fünften und letzten Minute der Nachspielzeit.

Vor über 8.000 Zuschauern – davon rund 1.100 aus dem Erzgebirge – hatte die relativ ereignisarme erste Halbzeit noch torlos geendet. Doch nur acht Minuten nach Wiederanpfiff ließ Linus Queißer plötzlich die Veilchen jubeln – 0:1 (53.). Die Blau-Gelben waren dann aber eine reichliche Viertelstunde später mit kollektiver Freude dran: Neuzugang Nils Kaiser hielt kurz vor dem Strafraum einfach mal herzhaft drauf, so dass Aue-Keeper Martin Männel den Ball zwar noch berührte, sich der Wucht des Schusses aber fügen musste – Ausgleich! Der hatte fast bis zum Abpfiff Bestand – fast!

„Ich finde schon, dass wir über neunzig Minuten das Spiel klar dominiert haben“, resümierte Lok-Trainer Torsten Ziegner in der anschließenden Pressekonferenz, bemängelte allerdings zu einfache Fehler in der Defensive. Insgesamt sah der enttäuschte 48-Jährige im Agieren seines Teams „zu viele Situationen, wo es zu wenig ist, um das Spiel zu gewinnen“. In der Liga hat die Loksche jetzt erstmal zwei Wochen Pause, muss am kommenden Sonntag, dem 6. September, allerdings im Sachsenpokal beim Oberligisten VfB Auerbach ran. Eine gute Gelegenheit eigentlich, neues Selbstvertrauen zu tanken.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

Leserbrief auf anhalter Mundart: Liebe 42 % Sachsen-Anhalter, welche balle die AfD wähln wolln …

Ein Leserbrief zur Stimmungslage: Liebe 42 % Sachsen-Anhalter, welche demnächst die AfD wählen wollen …

Leipzig braucht mehr Einnahmen: Grüne beantragen einen höheren Satz für die Beherbergungssteuer

Er soll seine Tochter vergewaltigt haben: Amtsgericht verurteilt Mann zu Haftstrafe

Urteil am Landgericht: Großvater wegen Missbrauchs seiner Enkelin verurteilt

Arbeitsmarkt im August: Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Leipzig weiter gestiegen

Sonntagskirche № 167: Gotteshaus als Zirkuskirche – Umnutzung in Großkayna

Was sonst noch wichtig war:

Die Bundesliga-Fußballerinnen von RB Leipzig haben auch ihr zweites Saisonspiel verloren. Wie schon zum Auftakt gegen Leverkusen, hieß es auch heute beim SV Werder Bremen am Ende 0:2. Die Tore fielen beide bereits in der ersten Halbzeit. Eine Viertelstunde vor dem Ende flog Rasenballerin Lou-Ann Joly mit Gelb-Rot vom Feld.

Die Regionalliga-Fußballer der BSG Chemie Leipzig haben sich den zweiten Punkt erkämpft. Beim Favoriten VSG Altglienicke kamen das Tabellenschlusslicht etwas überraschend zu einem 1:1-Unentschieden.

Für die Handball-Männer des SC DHfK Leipzig geht es nach ihrem Abstieg zunächst in der 2. Bundesliga weiter. Am morgigen Montag steht hier das erste Spiel auf dem Programm. Um 19:30 Uhr kommt mit der GWD Minden der andere Absteiger in die hiesige Arena. Für Leipzig gibt es nur ein Ziel: Sofortiger Wiederaufstieg!

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