This article is also available in English: Read this article in English.

Der Schock vom Mai steckt noch immer tief im Leipziger Bewusstsein. Ein Amok-Fahrer hatte in der Fußgängerzone Grimmaische Straße zwei Menschen in den Tod gerissen und acht verletzt. Nun ist gegen den 33-Jährigen Anklage erhoben worden. In Neulindenau ist heute eine Straßenbahn mit einem Pkw kollidiert. Und: Die Leipziger Radnacht eröffnet das diesjährige Stadtradeln. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 28. August 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Anklage gegen Amok-Fahrer von Leipzig

Gegen den 33-jährigen Deutschen, der im Mai mit seinem Auto in der Leipziger Innenstadt zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt hatte, ist nun Anklage erhoben worden. Darüber informierte heute die Staatsanwaltschaft Leipzig. Die Liste der Tatvorwürfe ist lang und wiegt schwer: „Mord in zwei tateinheitlichen Fällen in Tateinheit mit versuchtem Mord in 85 tateinheitlichen Fällen, mit schwerem gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr in 91 tateinheitlichen Fällen und mit gefährlicher Körperverletzung in acht tateinheitlichen Fällen“.

Nach seiner Festnahme am Tag der Amok-Fahrt, war der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden. Ein nun vorliegendes Gutachten des forensisch-psychiatrischen Sachverständigen konnte die Annahme einer Schuldunfähigkeit oder einer verminderten Schuldfähigkeit jedoch nicht bestätigen. Es seien keine Anhaltspunkte dafür zu erkennen. Daher hat die Staatsanwaltschaft den bisherigen Unterbringungsbefehl aufgehoben und stattdessen einen Haftbefehl beantragt, über den das Landgericht Leipzig noch befinden muss.

Zu den Tatvorwürfen hatte sich der 33-Jährige gegenüber den Ermittlern bisher nicht geäußert. Das Landgericht hat nun über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens zu entscheiden. Weitere Informationen und Hintergründe zur erhobenen Anklage gibt es im aktuellen Beitrag unseres LZ-Kollegen Lucas Böhme nachzulesen.

Leipzigs größte Fußgängerzone wurde durch die Amokfahrt zum Tatort. Foto: Lucas Böhme

Straßenbahn-Unfall in Neulindenau

In Leipzig-Neulindenau ist am heutigen Vormittag eine Straßenbahn mit einem Auto zusammengestoßen. Demnach war ein 58-Jähriger mit seinem Fiat 500 auf der Lützner Straße in stadteinwärtiger Richtung unterwegs gewesen. Gegen 10:25 Uhr wollte er beim Bushof Lindenau an der Kreuzung zur Saalfelder Straße links abbiegen. Als er dafür in die Linksabbiegerspur wechselte, übersah er eine Straßenbahn der Linie 15, die sich auf ihrem Weg nach Meusdorf von hinten näherte.

Der Bimmel-Fahrer war vom Spurwechsel des Fiat überrascht und leitete eine Notbremsung ein. Durch den heftigen Ruck stürzte jedoch eine 96-jährige Seniorin in der Bahn zu Boden. Sie musste mit Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts einer fahrlässigen Körperverletzung. Der bei dem Unfall entstandene Sachschaden wird derweil mit rund 10.000 Euro angegeben.

Tausende bei Leipziger Radnacht

Mit der inzwischen traditionellen Radnacht ist Leipzig am heutigen Abend offiziell in den diesjährigen Stadtradeln-Wettbewerb gestartet. Das Eröffnungsevent lockte wieder mehrere tausend Radfahrende in den Clara-Zetkin-Park. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) und Stadtradeln-Koordinator Matthias Uhlig (Ökolöwe e.V.) richteten auf der Sachsenbrücke ein paar einleitende Worte an die Teilnehmenden, dann machte sich der fast 3.500-köpfige Pulk vor wenigen Minuten auf den etwa elf Kilometer langen Rundkurs durch Leipzig.

An der Pferderennbahn vorbei geht es nun zunächst Richtung Süden, dann die „Karli“ wieder hinauf zum Wilhelm-Leuschner-Platz. Dort wird kurz der südwestliche Ring touchiert und danach über die Friedrich-Ebert-Straße auch dem Sportforum ein Besuch abgestattet. Via Marschnerstraße strampeln die strammen Radlerbeine schließlich wieder zurück zum Clara-Park. Das Schöne daran: Am heutigen Abend gehören diese Straßen den Radfahrenden ganz alleine.

Seit dem heutigen Tag ist damit auch das Stadtradeln eröffnet, dem laut Ökolöwen weltweit größten Fahrradwettbewerb. Dabei geht es darum, 21 Tage lang möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen und so für sein Rad-Team und die eigene Stadt jede Menge Kilometer zu sammeln. Leipzig hatte im vergangenen Jahr mit gut 20.000 Teilnehmenden und einer zurückgelegten Gesamtstrecke von 3,7 Millionen Kilometern eine persönliche Bestleistung aufgestellt. Wie wird es diesmal ausgehen?

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Amokfahrt von Leipzig: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 33-jährigen Mann

Gastbeitrag: Zwischen Wald und Wirklichkeit – der Capa-Wald

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 28. August 2026, ins Wochenende

„Drinnen im Draußen“: Ausstellung zeigt Wagenleben als gelebte Praxis

Im Jahr Null: Das Panorama einer ganzen historischen Epoche zum Bereisen

Einmaliger Verkehrsversuch in Sachsen: Ein Radschutzstreifen für die Straße zwischen Merkwitz und Seegeritz

Was sonst noch wichtig war:

Der AfD-Versuch, über ein konstruktives Misstrauensvotum den Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) zu stürzen, ist gescheitert. Björn Höcke hatte sich als neuer Ministerpräsident in Stellung bringen wollen, wurde von der Mehrheit des Landtages aber abgelehnt. Es stimmten 49 Abgeordnete gegen den AfD-Fraktionschef, 33 für ihn.

Im Alter von 89 Jahren ist Norwegens König Harald in Oslo gestorben. Harald galt als bodenständig und tolerant, was ihm auch bei den jungen Menschen im Land eine große Beliebtheit einbrachte. Den Thron übernimmt als neuer König nun sein 53-jähriger Sohn Haakon, der mit Mette-Marit verheiratet ist.

Die Zahl der durch die verheerende Sturzflut in Nepal ums Leben gekommenen Menschen ist auf inzwischen 552 angestiegen. Außerdem werden weiterhin fast 1.000 Menschen vermisst, etwa die Hälfte von ihnen sind Ausländern. Nach Angaben des Auswärtigen Amts in Berlin betrifft das auch eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger.

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Jan Kaefer über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar