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Einmal raus aus der Stadt – und wenn es nur ein Sonntagsausflug ist. Es gibt genug lohnenswerte Ausflugsziele im Leipziger Umland. Und am nächsten Sonntag, dem 26. Juli, gibt es ab 11:00 Uhr ein besonderes Erlebnis, das am Muldenufer bei der Klosterkirche Grimma startet, einen literarisch-musikalischen Spaziergang mit dem Leipziger Autor Jörg Jacob, der hier – am originalen Startort – dazu einlädt, mit ihm auf den Spuren von Johann Gottfried Seume zu wandeln, der hier in Grimma loslief, um zu Fuß nach Syrakus zu wandern.
1802 startete Johann Gottfried Seume (1763–1810) seinen berühmten „Spaziergang nach Syrakus“ in Grimma, wo er als Korrektor beim Verleger Georg Joachim Göschen, der auch sein Freund war, arbeitete. 6.000 Kilometer legte Seume zu Fuß zurück, um ins italienische Syrakus zu gelangen. Ergebnis dieses Fußmarsches war sein bis heute gern gelesenes Buch „Spaziergang nach Syrakus“, das nicht nur im 19. Jahrhundert viele andere Autoren anregte, solche Spaziergangs-Bücher mit eigenwilligem Blick zu schreiben.
Auch den Leipziger Schriftsteller Jörg Jacob regte das Buch an, einmal „Zwölf Versuche über das Gehen“ zu schreiben, die dann in der Connewitzer Verlagsbuchhandlung unter dem Titel „Aus der Stadt und über den Fluss“ erschienen. Im Jahr 2023 erhielt er dafür den 12. Seume-Literaturpreis. In Kooperation mit der Internationalen Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft „ARETHUSA“ e.V. findet jetzt dieser literarisch-musikalische Spaziergang entlang der Mulde statt.
Gemeinsam geht es vom Treffpunkt an der Klosterkirche Grimma aus in die Landschaft des Muldentals. An mehreren Hör- und Haltepunkten sind Ausschnitte aus Jörg Jacobs Buch im Zusammenspiel mit Improvisationen und Kompositionen von Maria Schüritz (Preisträgerin Wettbewerb Popmusik in Sachsen 2024, Kategorie interdisziplinäre Projekte) zu hören. Die Klangkünstlerin nutzt dafür ihre Upcyclophone – selbstgebaute Instrumenten aus Müll und Aussortiertem, Stimme, Loop-Station und Effektgeräte; die mithilfe akkubetriebener Technik spaziergangstauglich sind.
Der musikalisch begleitete Literaturspaziergang dauert etwa eine Stunde. Und das durch die bezaubernde Muldelandschaft, die Johann Gottfried Seume ab 1797 immer vor Augen hatte. Gutes Schuhwerk hatte ihm der Schumacher Heerdegen gebaut. Die Stiefel hielten die komplette Reise – nur zwei Mal musste er sie neu besohlen lassen.
Jörg Jacob begegnet in seinem Buch auch noch anderen berühmten Spaziergängern – Petrarca und Joseph Roth zum Beispiel. Und er erinnert sich an die Momente seiner Kindheit, als die Schnittmusterbögen seiner Mutter ihm wie Landkarten vorkamen, Einladungen für große Wanderungen in die Welt hinein. Der Tag in Grimma dürfte für Mhance eine Anregung sein, sich der Freude des Spazierens wieder mit Genuss hinzugeben und die Freude des Autors zu teilen am Entdecken der Welt auf Schusters Rappen.
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