Bei der Durchsuchung eines Hauses in Grimma haben Einsatzkräfte rund 60 Hunde und weitere Tiere aus miserablen Verhältnissen befreit. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung ist ab sofort Ehrenbürger der Partnerstadt Travnik. Und: Mehr Datenpannen in Sachsen. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 24. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Dutzende Hunde in Grimma gerettet
Polizei und Mitarbeiter des Veterinäramtes waren heute in Grimma, im Landkreis Leipzig, im Einsatz. Sie durchsuchten ein Wohnhaus in der Nicolaistraße und stellten dabei „rund 60 Hunde unterschiedlichster Rassen und Altersgruppen sowie vier Katzen und zwei Kanarienvögel“ sicher, wie medienportal-grimma.de berichtet. Diese werden nach einer tierärztlichen Untersuchung nun in Tierheimen untergebracht.
Bereits in der Vergangenheit hatte es zu diesem Fall immer wieder Anzeigen wegen Lärm- und Geruchsbelästigungen gegeben. Bei mehreren angemeldeten Kontrollen des Veterinäramtes konnte aber jeweils nur ein Teil der Räumlichkeiten in Augenschein genommen werden. Auch waren dabei nur wenige Hunde zu sehen.
Nachdem neuerliche Hinweise den Verdacht untermauerten, dass hier weitaus mehr Hunde gehalten wurden als angenommen und zudem von erheblichen Verschmutzungen rund um Haus und Hof die Rede war, gab es nun die richterliche Anordnung zur Hausdurchsuchung.
OBM Jung ist Ehrenbürger von Travnik
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) ist heute von der bosnischen Partnerstadt Travnik zum Ehrenbürger ernannt worden. Die Auszeichnung wurde vor Ort im Rahmen einer Stadtratssitzung zum „Tag der Gemeinde“ durch den Travniker Amtskollegen Kenan Dautović sowie die Vorsitzende des Stadtrates Vlatka Lovrinović vorgenommen.
Damit sei der langjährige Einsatz von OBM Jung für die aktive Städtepartnerschaft gewürdigt worden, die beispiellos mit konkreten Projekten und hohem Engagement für die Festigung der deutsch-bosnischen Beziehungen und die europäische Perspektive des Westbalkanstaates Bosnien und Herzegowina eintrete.
„Die Städtepartnerschaft mit Travnik ist für Leipzig ein lebendiges Beispiel dafür, wie Städte über Grenzen hinweg zusammenarbeiten können, um gemeinsam Werte wie Demokratie, Toleranz und Vielfalt zu stärken“, wird Jung in einer Meldung der Stadt Leipzig zitiert. „Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Ich nehme sie auch stellvertretend für die vielen Engagierten aus Stadtgesellschaft und Verwaltung entgegen, die unsere Partnerschaft auf so vielfältige Weise unterstützen und ausgestalten.“
Während seines zweitägigen Besuchs in der Partnerstadt hatte Burkard Jung volles Programm. Mehrere Termine zur interkommunalen Zusammenarbeit standen ebenso an wie ein Besuch der mit Leipziger Unterstützung umgebauten Straße Bosanska Ulica. Zudem nahm er an einem öffentlichen Dialogforum zu Chancen und Herausforderungen lokaler Demokratie und nachhaltiger Stadtentwicklung in Deutschland und Bosnien und Herzegowina teil.
Sächsischer Datenschutzbericht vermeldet mehr Beschwerden und Pannen
Die Sächsische Datenschutz- und Transparenzbeauftragte Juliane Hundert hat ihren Tätigkeitsbericht für 2025 vorgelegt und einen deutlichen Anstieg von Beschwerden und Datenschutzverstößen verzeichnet. Mit über 1.600 Eingaben erreichte die Zahl der Beschwerden einen Höchststand, was einem Plus von 29 Prozent entspricht. Als ein Grund gilt die verstärkte Nutzung von KI-Anwendungen, die sowohl das Bewusstsein für Datenschutzfragen als auch die Erstellung von Beschwerden erleichtert. Auch die Beratungsfälle stiegen um 22 Prozent auf rund 900 Vorgänge.
Die Zahl gemeldeter Datenpannen erhöhte sich auf 1.058 Fälle, ein Zuwachs von fünf Prozent. Häufige Ursachen waren Fehlversand, Verlust von Post, offene E-Mail-Verteiler sowie Cyberangriffe und Diebstahl. Im nichtöffentlichen Bereich wurden 114 neue Ordnungswidrigkeitenanzeigen registriert, vor allem im Zusammenhang mit Videoüberwachung. Insgesamt wurden dort 121 Verfahren abgeschlossen und Bußgelder in Höhe von 10.875 Euro verhängt. Im öffentlichen Bereich summierten sich die Buß- und Verwarnungsgelder auf 7.600 Euro.
Die steigende Arbeitsbelastung schränkt nach Angaben der Behörde präventive Maßnahmen ein. Gleichzeitig wird vor Personalabbau gewarnt, da neue gesetzliche Aufgaben zusätzlichen Aufwand bedeuten.
Ein Schwerpunkt bleibt die private Videoüberwachung. Die Zahl entsprechender Beschwerden stieg deutlich, insbesondere wegen unzulässiger Aufnahmen öffentlicher Bereiche. Die Behörde erreichte unter anderem die Abschaltung einer umfangreichen Kameraanlage in einer Flüchtlingsunterkunft.
Auch geplante Änderungen im Polizeirecht werden kritisch gesehen, insbesondere neue Befugnisse zur Datenanalyse und biometrischen Überwachung. Zudem konnte die Behörde mehrere gravierende Datenschutzverstöße aufklären, etwa öffentlich zugängliche Kundendaten eines Restaurants und unsachgemäß weitergegebene Patientendaten.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Urteil am Landgericht: Stalker erhält Haftstrafe und muss in Entzugsanstalt
Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 24. März 2026
Der Pfeffersturm: Wie reißt man die fetten Elefanten aus ihrer Dickfell-Ignoranz?
Große Pflanzaktion am Störmthaler See: 3.000 Bäume für den Bach-Wald
Was sonst noch wichtig war:
In seiner Rede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts, warnte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vor einer akuten Gefährdung für die Sicherheit in Deutschland. Zudem bezeichnete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig.
Nach Südafrika hat nun auch Namibia als zweites afrikanischen Land die Lizenz für den Satellitendienst Starlink von Elon Musk verweigert. Eine konkrete Begründung dafür wurde nicht veröffentlicht. Vermutet wird, dass die namibische Forderung ausschlaggebend sei, mindestens 51 Prozent von Telekommunikationsunternehmen in lokaler Hand halten zu wollen.
Das US-Verteidigungsministerium will die Arbeit von Journalisten im Hauptgebäude des Pentagon einschränken. Nach der juristischen Niederlage gegen die New York Times wurde nun angekündigt, den bisherigen Arbeitsbereich für Korrespondenten umgehend zu schließen. Sie sollen künftig in ein Nebengebäude außerhalb des Pentagons ausgelagert werden.
Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz im September 2025, sind heute von 500 Einsatzkräften insgesamt 17 Objekte – hauptsächlich in Berlin – durchsucht worden. Dabei sollen sich die Ermittlungen gegen vier Personen im Alter zwischen 28 und 35 Jahren richten, festgenommen worden seien diese jedoch nicht.
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