Über 40.000 Tonnen Feuerwerk sind in der vergangenen Nacht allein in Deutschland in die Luft gejagt worden. In den Notaufnahmen gab es wieder tausende Verletzte, die behandelt werden mussten. Und die Politik tut sich schwer, ein Böllerverbot in ein Gesetz zu gießen. Obwohl die von der Berliner Polizeigewerkschaft gestartete Petition für ein Böllerverbot inzwischen 2,9 Millionen Unterschriften eingesammelt hat. Anfang Dezember waren es erst 2,2 Millionen. Und jede Umfrage zeigt, dass eine Mehrheit der Deutschen für ein Böllerverbot ist.
So auch eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL, nach der sich 60 Prozent der Deutschen für ein Verbot von privatem Feuerwerk aussprechen, nur 37 Prozent wollen die Silvestertradition behalten. Überraschend auch aus Sicht von RTL: Tatsächlich gaben nur 16 Prozent an, selbst Böller und Raketen kaufen zu wollen.
Die Forderung nach einem bundesweiten Böllerverbot erhält immer mehr Rückhalt aus der Bevölkerung: Die von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin initiierte Petition auf der Plattform innn.it hat inzwischen 2,9 Millionen Unterschriften erreicht – sie ist damit die größte Petition Deutschlands.
Allein in den letzten Tagen kamen täglich mehr als 200.000 neue Unterstützer/-innen hinzu. Auch immer mehr prominente Stimmen schließen sich der Forderung an, darunter u.a. Senna Gamour (Sängerin der Band Monrose), Malte Zierden (Tierschützer), Pikayzo (Musiker & Tierschutzaktivist).
Das kann die Politik nicht mehr ignorieren
Der Landeschef der größten Interessenvertretung von Polizisten und Feuerwehrleuten in der Hauptstadt unterstrich die politische Verantwortung für die Silvesternacht und erneuert seine Forderung nach einem Treffen mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.
„Wir wollen nicht warten, bis einer unserer Kollegen durch diesen sinnfreien und wilden Böller-Wahnsinn in der Nacht sein Leben lässt. Mittlerweile unterstützen mehr als 2,6 Millionen Menschen unsere Petition und das deutschlandweit. Das kann die Politik nicht mehr ignorieren. Wir erwarten, dass sich der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit uns zusammensetzt und sich unsere Ideen anhört. Deutschland ist bereit für ein Umdenken an Silvester“, so Stephan Weh, GdP-Landeschef.
Angesichts des Feuerwerk-Verkaufsstarts nach Weihnachten erneuerte die Gewerkschaft der Polizei ihre Forderung eines generellen Pyrotechnikverbots für den Privatgebrauch und forderte organisierte Veranstaltungen als Alternative.
Zwar sehe man die Polizei und Feuerwehr in der Hauptstadt bestmöglich vorbereitet. Die berechtigte Sorge vor Ausschreitungen, Angriffen auf Einsatzkräften und schwersten Verletzungen aber bleibt, da in den letzten Jahren viel geredet, aber nichts an den Rahmenbedingungen verändert wurde.
Unterdessen wächst die von der GdP Berlin gestartete und mittlerweile größte Petition Deutschlands für ein sogenanntes Böllerverbot weiter an: Die GdP Berlin hatte die Petition auf der Plattform innn.it bereits 2023 nach Attacken auf Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr gestartet. Zum besonders heftigen Jahreswechsel 2024/25 kamen über 1 Million Unterschriften hinzu. Und auch der Jahreswechsel 2025/2026 zeichnet sich durch wachsende Unterstützung für die Petition aus.
Eigentlich ein deutlicher Ansporn für die Politik, tatsächlich einmal zu beweisen, dass sie im Interesse der Mehrheit handeln kann.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:




















Keine Kommentare bisher