Eine Polizistin und ein Polizist wurden vergangene Nacht auf der Prager Straße durch einen Böller verletzt. Der Vorfall soll mit Feiern zum Lok-Geburtstag im Zusammenhang stehen. Und: Sängerin Malenie Müller hat gegen ihre Geldstrafe wegen eines sogenannten Hitlergrußes Revision eingelegt. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 20. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Böller verletzten Polizeibeamte: Zusammenhang zu Lok-Geburtstag?
Auf der Prager Straße wurden in der letzten Nacht zwei Polizeibeamte durch illegale Pyrotechnik verletzt: Dies teilt die Polizeidirektion (PD) Leipzig mit. Der fragliche Vorfall ereignete sich demnach etwa 00:05 Uhr im Bereich Prager-/Connewitzer Straße. Hier seien durch geschätzt 20 schwarz bekleidete Personen pyrotechnische Erzeugnisse abgebrannt worden.
„Im Rahmen der Tatortbereichsfahndung konnten sechs Personen im Alter von 18 bis 28 gestellt werden, woraus sich der Verdacht ergibt, dass der Sachverhalt im Zusammenhang mit dem Geburtstag eines Leipziger Fußballvereins steht“, schildert PD-Sprecherin Susanne Lübcke den Sachverhalt. Gemeint sein dürfte der 1. FC Lokomotive Leipzig, gegründet am 20. Januar 1966.
Nachdem die Polizei eingeschritten war, explodierte nach ihren Angaben ein Blindgänger neben einer Beamtin (36) und ihrem Kollegen (35). Beide seien danach aufgrund erlittener Verletzungen nicht mehr dienstfähig gewesen und kamen unter medizinische Betreuung, heißt es. Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz wurden eingeleitet.
Entscheidung noch nicht rechtskräftig: Melanie Müller greift Gerichtsurteil erneut an
Melanie Müller akzeptiert ihre erneute Verurteilung nicht: Wie mehrere Medien berichten, hat die Schlagersängerin Revision gegen die Entscheidung des Landgerichts Leipzig vom 12. Januar eingelegt. Damit geht der Fall zur finalen Entscheidung an das Oberlandesgericht (OLG) in Dresden.
Die 4. Strafkammer des Leipziger Landgerichts hatte die 37-Jährige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen in Tatmehrheit mit Drogenbesitz zu 3.500 Euro Geldstrafe (70 Tagessätze à 50 Euro) verdonnert. Sie soll laut des Hauptvorwurfs während eines Auftritts in Leipzig im September 2022 in alkoholisiertem Zustand mehrfach den verbotenen „Hitlergruß“ auf der Bühne gezeigt haben.
In erster Instanz hatte die zweifache Mutter am Amtsgericht im August 2024 sogar 80.000 Euro (160 Tagessätze à 500 Euro) erhalten. Dagegen war sie in Berufung gegangen. Da Müller im neuen Prozess nun erstmals detailliert zu ihren finanziellen Verhältnissen aussagte und diese als zerrüttet beschrieb, wurde das Strafmaß deutlich gesenkt.
Für schuldig befunden wurde sie dennoch. Sie selbst hatte die Vorwürfe über ihren Verteidiger Adrian Stahl zurückweisen lassen: Sie sei unpolitisch und habe lediglich eine übliche Handbewegung zum Anfeuern ihrer Zuschauer vollführt.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Tacheles, Sommergeschichte, dunkle Fundamente: Das bietet das Stadtgeschichtliche Museum Anno 2026
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Was sonst noch wichtig war:
In der vergangenen Nacht waren spektakuläre Polarlichter über dem Großteil Sachsens zu sehen, viele Hobbyastronomen und Fotografen hoffen auf eine Wiederholung in der Nacht. Die Chancen gelten allerdings als ungewiss.
Wie heute bekannt wurde, wird am 13. März 2026, gut zwei Jahre nach einem tödlichen Flixbus-Unfall bei Leipzig, der Prozess gegen den Busfahrer unter anderem wegen fahrlässiger Tötung beginnen. Der damals 62-Jährige soll am Steuer gesessen und seine Sorgfaltspflicht verletzt haben, als der Doppeldecker auf dem Weg von Berlin nach Zürich auf der A9 bei etwa 94 km/h verunglückte.
Vier Frauen starben, 46 Passagiere wurden teils schwer verletzt. Der bisher auf einen Tag bestimmte Prozess findet aus Kapazitätsgründen am Landgericht Leipzig statt, liegt aber in der Zuständigkeit des Amtsgerichts Eilenburg.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) warnte auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos vor einer Verletzung internationaler Spielregeln und kritisierte die aggressive Bedrohungspolitik der USA im Angesicht des Grönland-Streits.
Russland überzog die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit massiven Angriffen.
Was morgen wichtig wird:
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ruft in Leipzig zum Warnstreik auf.
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