Schockierende Neuigkeit aus Leipzig: Bereits Ende Februar wurde ein toter Säugling in der sogenannten Babyklappe des Klinikums St. Georg entdeckt. Die genauen Todesumstände sind Gegenstand aktueller Ermittlungen und dauern an. Nun haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hoffnung auf Hinweise, die zur Aufklärung beitragen, an die Öffentlichkeit gewandt.

Der traurige Fund wurde bereits am vergangenen Freitagabend, dem 27. Februar gemacht: „Die Polizei war im Klinikum St. Georg im Einsatz, nachdem dort zuvor ein toter Säugling in der Babyklappe des Krankenhauses abgelegt worden war“, teilten Leipzigs Polizeidirektionssprecher Olaf Hoppe und Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz heute gemeinsam mit.

Ermittler fragen nach Hinweisen aus der Bevölkerung

Wie genau und wann das Neugeborene zu Tode kam und ob es Opfer eines Verbrechens geworden sein könnte, ist nach jetzigem Kenntnisstand unklar. Im Zusammenhang mit dem traurigen Fund des Säuglings, bei dem es sich um einen Jungen handelt, werden aktuell zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Weitere Details würden derzeit „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht nach außen kommuniziert, heißt es.

In der Hoffnung auf eine Aufklärung der Hintergründe bittet die Polizei potenzielle Zeuginnen und Zeugen, sich zu melden, wenn sie verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben.

Insbesondere fragen die Ermittler nach konkreten Beobachtungen mit möglichem Bezug zum Geschehen, nach Angaben zu einer Frau, die möglicherweise schwanger war und bei der es trotz eines nahenden Geburtstermins keine Hinweise auf einen Säugling gibt. Auch konkrete Hinweise zur Identität der Mutter des Kindes und deren Umfeld werden erfragt.

Die Kripo hofft auf Hinweise, die telefonisch unter 0341-966 46666 oder per Mail an mordkommission.pd-l@polizei.sachsen.de abgegeben werden können.

Babyklappe seit 2004 im St. Georg

Die sogenannte Babyklappe am St. Georg existiert seit 2004 und bietet Frauen, die sich in einer Notsituation befinden, eine Möglichkeit, ihr Neugeborenes anonym in professionelle Obhut zu geben. Eine Videoüberwachung gibt es aber nur im Inneren der Klappe. Bei deren Benutzung wird ein Alarm ausgelöst, um dem abgegebenen Säugling sofort medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Unumstritten ist das Konzept der Babyklappen in der Öffentlichkeit allerdings nicht.

Ob im aktuellen Fall aus Leipzig ein Tötungsdelikt vorliegt, ist momentan offen. Allerdings hat es solche auch in der Region schon gegeben: So soll eine Frau im November 2021 ihren neugeborenen Jungen in Wurzen getötet und in einem Gefrierfach abgelegt haben. Die damals 33-Jährige wurde Anfang 2023 am Leipziger Landgericht wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

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