Mit dem gebürtigen Leipziger Dirk Thärichen schickt sich der inzwischen fünfte Kandidat an, Oberbürgermeister von Leipzig werden zu wollen. Bei einer Großrazzia in Sachsen und weiteren Bundesländern wurden heute 52 Objekte durchsucht. Die BSG Chemie erhält dickes Fördergeld; LOK und die SC DHfK Handballer haben die Lizenz im Kasten. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 22. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Dirk Thärichen will OBM werden
Die Spatzen, Tauben und Amseln schrien es förmlich schon von den Dächern der Stadt, jetzt ist es auch offiziell verkündet worden: Dirk Thärichen will als überparteilicher Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl in Leipzig antreten. Heute informierte der aktuelle Geschäftsführer der Stadthafen Leipzig GmbH und Vizepräsident der IHK Leipzig auf einem Pressetermin im Ratskeller über seine Ambitionen.
„Leipzig braucht eine Führung, die Entscheidungen trifft, sie umsetzt und die Menschen stärker einbindet. Gleichzeitig müssen wir Blockaden und Grabenkämpfe im Stadtrat überwinden“, so Thärichen, der Leipzig wieder handlungsfähiger machen, das Selbstbewusstsein der Stadt stärken und die wirtschaftliche Entwicklung konsequent vorantreiben will.
Begleitet wird die Kandidatur des gebürtigen Leipzigers von dem neu gegründeten Verein „LEIPZIG JETZT“, der Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen der Leipziger Stadtgesellschaft bündelt. Mit dabei sind unter anderem TV-Moderator Peter Escher und Prinzen-Musiker Tobias Künzel. Unser LZ-Kollege Thomas Köhler hat in einem ersten Artikel von dieser Veranstaltung berichtet. Ein ausführliches Interview folgt morgen.

Großrazzia gegen Clankriminalität
Zur Bekämpfung der Clankriminalität sind heute über 300 Einsatzkräfte von Polizei, Landeskriminalamt Sachsen (LKA) sowie der Steuerfahndung zu 52 Objekten in acht Bundesländern ausgerückt, allein 30 davon in Sachsen. Wie das LKA mitteilte, handelt es sich dabei unter anderem um Wohnungen, Firmenstandorte und Steuerbüros, die im Rahmen organisierter Strukturen zum An- und Verkauf von Paletten sowie Pfandgut genutzt worden sein sollen. Bei den Staatsanwaltschaften Leipzig und Chemnitz sind dazu zwei parallele Ermittlungsverfahren anhängig.
Fünf syrischen Männern aus Leipzig wird in diesem Zusammenhang vorgeworfen, durch unvollständige oder unrichtige Angaben einen Steuerschaden in Höhe von etwa 1,7 Millionen Euro angerichtet zu haben. Ein weiterer in Leipzig wohnender Syrer muss sich zudem wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verantworten. Er soll mit geklautem Pfandgut, insbesondere mit Mehrwegklappstiegen, gehandelt haben. Über eine halbe Million Euro Schaden sei dadurch entstanden.
Bisher konnte im Zuge der heutigen Maßnahmen ein Haftbefehl vollstreckt sowie ein Arrestbeschluss in Höhe von rund 500.000 Euro realisiert werden. Die Auswertung der eingesammelten Beweismittel „wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, heißt es in der Mitteilung.
Knappe Förder-Million für Chemie-Kunstrasen
Die BSG Chemie Leipzig darf sich über einen bundesdeutschen Fördergeld-Regen freuen. Das teilten die Leipziger Bundestagsabgeordneten Holger Mann (SPD) und Jens Lehmann (CDU) heute in einer gemeinsamen Pressemeldung mit. Demnach wird der Bund aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität einen Betrag von exakt 949.156,17 Euro nach Leutzsch fließen lassen.
„Seit 2019 konnte bereits mit Förderungen in Millionenhöhe die Instandsetzung der technischen Infrastruktur und der Ersatzneubau des Funktionsgebäudes im Alfred-Kunze-Sportpark ermöglicht werden. Nun wird ein weiterer Kunstrasenplatz auf dem Areal in Leutzsch erneuert“, erklärt Lehmann, der auch stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Sport und Ehrenamt ist. „Der moderne und ganzjährig bespielbare Platz verbessert die Bedingungen für den Trainings- und Spielbetrieb bei einem der traditionsreichsten Leipziger Vereine, insbesondere im Nachwuchsbereich. Solche Investitionen sind wichtig für den Breitensport, die Nachwuchsarbeit und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Ähnlich sieht es Holger Mann, Sprecher der SPD-Landesgruppe Sachsen: „Ein Betrag von 949.156,17 Euro steht nun für die Sanierung und damit insbesondere für die Nachwuchsarbeit des Traditionsvereins und Regionalligisten BSG Chemie Leipzig zur Verfügung. Der Verein steht für Tradition, Zusammenhalt und eine leidenschaftliche Fankultur. Die Anlage ist ein bedeutender Trainingsort für die Nachwuchsmannschaften sowie die Frauenmannschaft, die seit ihrer Gründung im Jahr 2022 große sportliche Erfolge erzielt hat.“
Die Leipziger Stadträtin und Vorsitzende des hiesigen Sportausschusses, Christina März, begrüßt die Zuwendungsentscheidung ebenfalls: „In Zeiten knapper Kassen ist diese Förderung gut für Leipzig. Sie hilft uns, notwendige Modernisierungen voranzubringen und gleichzeitig gute Bedingungen für Vereine, Nachwuchsarbeit und den Frauenfußball zu sichern. Klar ist aber auch, dass diese Förderung nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Das Programm ist mehrfach überzeichnet und zeigt den großen Bedarf verschiedener Sportvereine. Bund und Land müssen zwingend die Kommunen unterstützen, damit unsere Sportanlagen uns nicht wegbröckeln und eine Entwicklung im Sport möglich bleibt.“
Lizenz ohne Auflagen für SC DHfK-Handballer
Bei allen sportlichen Sorgen, die die Bundesliga-Handballer des SC DHfK Leipzig aktuell plagen, ist heute ein wichtiger struktureller Grundstein gelegt worden. So hat die unabhängige Lizenzierungskommission den Grün-Weißen die Lizenz für die Saison 2026/27 sowohl für die 1. Bundesliga als auch für die 2. HBL ohne Auflagen erteilt. Ein positives Signal für den Club, der noch immer dem Abstiegsstrudel zu entkommen versucht.
„Das sind sehr gute Nachrichten, die dem Verein Sicherheit und Rückhalt für den Saisonendspurt geben“, freut sich Geschäftsführer Karsten Günther. „Eine zweigleisige Planung ist für uns Neuland und eine große Herausforderung. Doch genau in solchen Situationen wird deutlich, auf wen man sich verlassen und mit wem man die Zukunft gestalten kann. Ein riesiger Dank gilt daher all unseren Partnern, die Bundesligahandball in Leipzig möglich machen. Für sie und gemeinsam mit ihnen werden wir alles dafür tun, auch zukünftig mit dem SC DHfK Leipzig in der ‚stärksten Liga der Welt‘ vertreten zu sein.“
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Nach mehr als einem Jahr Prozess: Haftstrafe wegen versuchten Mordes auf Eisenbahnstraße
Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 22. April 2026
Bürgerumfrage 2025: Warum die Sorgen der Alten fast nichts mit den Sorgen der Jüngeren zu tun haben
Destination LEJ: Eine andere Flughafenpolitik muss möglich sein
Badespaß, Frittenfett, Chlorgeruch: Premiere für „Freibad“ im Theater der Jungen Welt
Was sonst noch wichtig war:
Regionalliga-Spitzenreiter 1. FC Lok Leipzig hat die Zulassung zur 3. Liga ohne Bedingungen erhalten – aber mit wirtschaftlichen Auflagen. Die wichtigste Voraussetzung bleibt allerdings, überhaupt erstmal den Aufstieg perfekt zu machen.
Nach monatelanger Blockade des für die Ukraine geschnürten EU-Hilfspakets, hat Ungarn nun die Entscheidung zu einem 90 Milliarden Euro-Darlehen mitgetragen.
Mobbing soll an Singapurs Schulen künftig härter bestraft werden. Zwar setze man vor allem auf Prävention, doch bei wiederholten Verstößen drohen nun Nachsitzen, Schulverweis oder Stockschläge.
Die Lufthansa streicht bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge. Grund ist unter anderem das angekündigten Aus von Regionaltochter CityLine, zudem würden dadurch 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

















Keine Kommentare bisher