Aufklärung von Nazi-Verbrechen – noch immer ein Problemfall, der die Justiz beschäftigt. Eine Journalistin klagt gegen den Bundesnachrichtendienst (BND) auf Akteneinsicht. Der sportliche Teil des Tages: Leipzigs (Mit)-Bewerbung für Olympia kriegt heute den Eingangsstempel. Und: LZ zeigt den Weg zu den letzten Lehrstellen für Schulabgänger, die bisher noch nicht gefunden haben, wonach sie suchten.
Medienklage gegen Bundesnachrichtendienst
Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt heute eine Klage der Journalistin und Historikerin Dr. Gaby Weber gegen den Bundesnachrichtendienst (BND). Die einstige Mitbegründerin der „taz“ klagt auf Einsicht in Unterlagen zur Festnahme des NS-Verbrechers Adolf Eichmann in Argentinien und zu US-amerikanischen Atomversuchen in Argentinien aus dem Jahr 1960. Die Klägerin teilte über ihre Kanzlei im Vorfeld mit, die Dokumente würden trotz abgelaufener Schutzfristen weiterhin nur eingeschränkt zugänglich gemacht (liegt LZ vor).
Das Bundeskanzleramt als oberste Aufsichtsbehörde des BND hatte in einem früheren Verfahren eine sogenannte Sperrerklärung abgegeben und sich dabei auf Geheimhaltungsinteressen berufen. Der Fachsenat des Bundesverwaltungsgerichts bestätigte deren Rechtmäßigkeit mit Beschluss vom 6. Februar 2025 (BVerwG 20 F 11.23). Nach Auffassung des Gerichts enthalten die Akten Informationen, die noch heute Rückschlüsse auf nachrichtendienstliche Arbeitsweisen zulassen. Zudem greife die sogenannte Third Party Rule, wonach vertraulich übermittelte Informationen ausländischer Nachrichtendienste nicht ohne Zustimmung des jeweiligen Informationsgebers weitergegeben werden dürfen. Darüber hinaus seien schutzwürdige personenbezogene Daten von Informanten betroffen.
Weber, langjährige ARD-Korrespondentin in Südamerika, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte nachrichtendienstlicher Aktivitäten. Nach Darstellung ihrer Prozessbevollmächtigten steht der aktuelle Rechtsstreit auch grundsätzlich für die Frage, ob staatliche Akten nach Ablauf der im Bundesarchivgesetz vorgesehenen Schutzfristen dauerhaft unter Verschluss gehalten werden dürfen.

Ende für Nachbesserungen an Olympia-Bewerbung
Die Leipziger Befürworter einer deutschen Olympiabewerbung erreichen heute eine wichtige Etappe: es endet die Frist des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zur Abgabe der finalen Konzepte. Bis zum heutigen Tag können die Kandidaten ihre Unterlagen noch überarbeiten und ergänzen, bevor die Bewertungsphase beginnt. Leipzig tritt dieses Mal nicht mit einer eigenen Bewerbung an, sondern ist Teil des Konzepts „Berlin+“, das auf eine dezentrale Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele setzt.
Die Messestadt hatte sich bereits um die Olympischen Spiele 2012 bemüht, wurde vom Nationalen Olympischen Komitee auch als Bewerberstadt nominiert, scheiterte jedoch bereits 2004 im internationalen Auswahlverfahren. Der DOSB will am 26. September 2026 entscheiden, welches deutsche Konzept in das internationale Bewerbungsverfahren geschickt wird. Ursprünglich waren vier Interessenten im Rennen: Berlin+, Hamburg, München und KölnRheinRuhr. Alle Bewerber hatten Ende Februar den Fragenkatalog des DOSB erhalten.
Die Ausgangslage hat sich inzwischen jedoch verändert. In Hamburg lehnten die Bürgerinnen und Bürger am 31. Mai 2026 die weitere Verfolgung einer Olympiabewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 ab. Beim Referendum stimmten 54,9 Prozent mit Nein und 45,1 Prozent mit Ja, die Wahlbeteiligung lag bei 49,5 Prozent. Damit ist Hamburg aus dem Auswahlverfahren ausgeschieden. Das Ergebnis erinnert an das Jahr 2015, als die Hanseaten schon einmal eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 per Volksentscheid gestoppt hatte. Damals votierten 51,6 Prozent gegen das Projekt.

Da geht noch was
In vier Wochen ist das Schuljahr Geschichte. Und für viele von Euch nicht nur das Jahr, sondern die Schule an sich. Der Gedanke, wie es bei aller Paukerei danach weitergeht, ging vielleicht hier und da unter, oder Bewerbungen um Lehrstellen für den Traumjob brachten keinen Erfolg.
LZ hat für Euch den Ausbildungsturbo gefunden: Das „Zentrum für Aus- und Weiterbildung“ wirft heute einen Rettungsring! Rund 70 Ausstellende und Unternehmen der regionalen Wirtschaft informieren unter dem Dach der Industrie- und Handwerkskammer über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten und geben Einblicke in verschiedene Berufsfelder. Und weil die Zeit eben knapp ist, gibt’s ein Azubi-Speed-Dating für den Ausbildungsstart noch 2026 obendrauf!!
Dabei habt Ihr die Möglichkeit, in kurzen persönlichen Gesprächen Unternehmen kennenzulernen, Fragen zu klären und erste Schritte für einen möglichen Ausbildungsplatz zu vereinbaren. Los geht’s um zehn Uhr auf dem Gelände „Am Ritterschlößchen“ 22 in 04179 Leipzig. Das gesamte Programm gibts HIER!

Lizenzhinweis: Die Fotografie von Adolf Eichmann ist nach argentinischem Recht gemeinfrei, da die Schutzfrist von 20 Jahren seit der Veröffentlichung gemäß Art. 34 des Gesetzes 11.723 abgelaufen ist. Die Angaben zu Veröffentlichung, Herkunft und Rechtsgrundlage sind in der Dokumentation auf Wikimedia Commons hinterlegt. Für die Nutzung gelten die dort ausgewiesenen Lizenz- und Gemeinfreiheitsvermerke.
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