Erst gab er sich als kaufinteressiert aus – doch dann versuchte er, die Ware einfach an sich zu reißen. Nun setzte die Polizei den mutmaßlichen Wiederholungstäter fest. Die Harkortstraße wird länger für den Straßenverkehr gesperrt bleiben als gedacht – Grund Unvernunft! Und: Heute vor 39 Jahren brachte ein Staatsratsbeschluss das Ende der Todesstrafe in der DDR. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 17. Juli 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Polizei schnappt mutmaßlichen Räuber

Allein in den letzten beiden Wochen hatte die Leipziger Polizei zwei Fälle einer Raub-Masche in Plagwitz vermeldet. Ein junger Mann hatte dabei über die Plattform Kleinanzeigen Interesse am Kauf technischer Geräte, wie beispielsweise einem iPhone, bekundet. Doch als er sich dann mit den arglosen Verkäufern traf, wollte er denen die Ware einfach stehlen. In einem Fall gelang das, nachdem der Täter mit einem waffenähnlichen Gegenstand drohte. Im zweiten Fall kam es zum Handgemenge mit dem rechtmäßigen Besitzer, der sein Handy gegen den Räuber erfolgreich verteidigen konnte.

Die Polizei setzte diesem Treiben jetzt ein Ende. Sie konnte einen erst 20-jährigen Tatverdächtigen gestern verhaften, wie sie heute vermeldete. Die vorläufige Festnahme war durch die Staatsanwaltschaft Leipzig angeordnet worden, da das ermittelnde Raubkommissariat den Verdacht hegte, dass sich der Mann einer Strafverfolgung entziehen könnte. Seine Wohnung im Leipziger Westen wurde auf richterliche Anordnung hin durchsucht. Dabei kamen unter anderem Blanko-Rezepte und Stempel von medizinischen Einrichtungen zum Vorschein. Der Tatverdächtige, der offenbar neben den beiden Raubvorwürfen noch weitere Straftaten auf dem Kerbholz zu haben scheint, sitzt nun im Gefängnis in Untersuchungshaft.

Baustellen-Verzug an Harkortstraße

Eigentlich sollte am 7. August alles fertig sein und die Harkortstraße für den Verkehr wieder freigegeben werden können. Doch daraus wird nun nichts. Wie die Stadt Leipzig heute mitteilte, werden die Arbeiten zwei Wochen länger dauern und damit erst ab 21. August wieder freie Fahrt vom Ring bis zur Dufourstraße möglich sein. Als Ursache dafür wird Unvernunft ins Feld geführt. An der Fahrradstraßen-Verbindung zur Beethovenstraße seien die zunächst vorgesehenen Absperrungen immer wieder von Unbefugten beiseitegeschoben worden – ein Sicherheitsrisiko!

Deshalb mussten die laufenden Bauarbeiten der Wasserwerke, die unter anderem neue Leitungen verlegen, bereits etwas abgeändert werden. Und um auch die am kommenden Montag beginnende Erneuerung der Fahrbahndecke sicher über die Bühne zu kriegen, werden diese Arbeiten nun in zwei separate Bau-Abschnitte aufgeteilt:

Im ersten werden Fußgänger und Radfahrer gemeinsam auf einem kombinierten Geh- und Radweg entlang des Baufeldes bis auf Höhe der Lampestraße geleitet. Dort kann die Harkortstraße sicher überquert werden. Parallel dazu erfolgen die Bauarbeiten im gesamten Kreuzungsbereich von der Harkortstraße zur Straße des 17. Juni. Nach Fertigstellung der Kreuzung wandert das Baufeld weiter. In dieser Phase können Fußgängerinnen und Radfahrer die Fahrbahn der Harkortstraße wieder wie gewohnt direkt auf Höhe der Straße des 17. Juni überqueren.

Kalenderblatt: Vor 39 Jahren verkündet die DDR die Abschaffung der Todesstrafe

Per Staatsratsbeschluss erklärt die DDR am 17. Juli 1987 die Todesstrafe für abgeschafft – und überrascht damit so manche ihrer Bürger, die bis dahin nicht einmal wussten, dass sie überhaupt noch existent war. Der Schritt erklärt sich mit dem Wunsch des Landes nach internationaler Aufwertung und dem damals anstehenden Besuch von Staats- und Parteichef Erich Honecker in der Bundesrepublik.

In der DDR konnten Todesurteile unter anderem für Mord, NS-Verbrechen und Spionage verhängt werden, Hinrichtungen vollzog man zunächst in Dresden, ab 1960 in einem streng abgeschotteten Bereich der Haftanstalt in der Leipziger Südvorstadt. Seit 1968 wandte der Staat statt des Fallbeils den „unerwarteten Nahschuss“ an, bei dem der Henker dem Delinquenten ins Genick feuerte. Die Hinrichtungspraxis kam einem Staatsgeheimnis gleich: Todesurkunden und Sterbeorte wurden gefälscht, die Exekutierten als namenlose „Anatomieleichen“ verbrannt, Angehörige im Unklaren gelassen, Abschiedsbriefe nicht ausgehändigt.

Die einstige Hinrichtungsstätte der DDR in der Leipziger Südvorstadt, wo in den Jahren 1960 bis 1981 Menschen heimlich exekutiert wurden, ist bisher nur sporadisch zu besichtigen, wie hier beim Tag des offenen Denkmals im September 2025. Foto: Lucas Böhme

Mehr als 160 Personen richtete die DDR nach heutigem Forschungsstand zwischen 1949 und 1981 hin, darunter auch Mörder und NS-Verbrecher. Trotz der unbestreitbaren Schwere ihrer Schuld allerdings wurden diese Menschen in Verfahren verurteilt, die keine rechtsstaatlichen Standards erfüllten und politisch gesteuert waren.

Seit den siebziger Jahren verhängten DDR-Gerichte die Todesstrafe eher selten. Doch für Abweichler in den eigenen Reihen kannte man weiter kein Pardon: Im Juni 1981, sechs Jahre vor der formellen Abschaffung, vollstreckt die Justiz zum letzten Mal eine Hinrichtung auf deutschem Boden. Eine Kugel trifft den Stasi-Offizier Werner Teske, der wegen angeblicher Spionage und Fahnenflucht von einem Militärsenat verurteilt worden war. 1993 wird die Entscheidung annulliert, die Staatsanwaltschaft klagt später zwei beteiligte DDR-Juristen an, da das Todesurteil hier selbst nach damals geltendem Recht nicht zulässig gewesen wäre. Die Bundesrepublik hatte die Todesstrafe bereits mit der Staatsgründung 1949 abgeschafft.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Einfacher freie Termine in den Leipziger und Dresdner Bürgerämtern finden: Der „Bürgerwecker“ von Jakub Waller

Naturschutz am Bagger in Thekla: Vor 2029 wird hier nichts weiter passieren

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 17. Juli 2026, ins Wochenende

Wohnungsbauförderung muss wachsen: Rasanter Mietanstieg längst auch im Umland von Leipzig und Dresden

Elbland: Der lange Schatten von Ninas Familiengeschichte und ein versöhnliches Ende in Hostinné

Torgau lockt die Fotografen: Der Blick auf die sanierte Elbfassade von Schloss Hartenfels ist wieder frei

Was sonst noch wichtig war:

In den ersten 19 Stunden seit seiner Veröffentlichung hat der heute wohl am heißesten diskutierte Song bereits über 310.000 Zugriffe auf YouTube erreicht. „Keine Angst“ heißt der Titel von Antilopen-Gang-Mitglied Danger Dan. Der wollte das mehr als sieben Minuten lange Stück – gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit – eigentlich am 21. Juli in der Jubiläumsausgabe der Satiresendung „Die Anstalt“ präsentieren. Doch das ZDF hatte die beiden kurzfristig wieder ausgeladen. In dem Lied, das explizit zum Widerstand gegen Rechtsextremismus aufruft, sah der Sender einen möglichen Aufruf zu Gewalt.

Unions-Fraktionschef Jens Spahn (CDU) sieht sich auch aus den eigenen Reihen mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Er und seine Partei hatten sich bereits in der Vergangenheit klar gegen eine Legalisierung der Leihmutterschaft in Deutschland ausgesprochen. Nun aber hatten Spahn und sein Ehemann bekanntgeben, Eltern geworden zu sein. Pikant: Das Kind war durch eine Leihmutter in den USA ausgetragen worden. Spahn verteidigt dieses Vorgehen.

Das Oberlandesgericht Dresden (OLG) hat die NSU-Unterstützerin Susann Eminger zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Die mutmaßlich enge Freundin von Beate Zschäpe ist der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und in einem Fall der Beihilfe zu einer schweren räuberischen Erpressung mit Waffen schuldig gesprochen worden. Die Bundesanwaltschaft hatte ursprünglich vier Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Eminger selbst äußerste sich nicht zu den Vorwürfen.

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