In Sellerhausen brannten offenbar mehrere Lauben am Nachmittag. Bundesweit und auch in Leipzig gegen junge Menschen gegen den Wehrdienst auf die Straße. Und: Der Bundestag hat mit den Stimmen der Regierungskoalition einen Umbau des bisherigen Bürgergeld-Systems ab Juli beschlossen. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 5. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Sellerhausen: Entwarnung nach Brand in Kleingartenanlage

In einer Sellerhäuser Kleingartenanlage kam es am Donnerstagnachmittag zu einer Brandentwicklung. Etwa 14:20 Uhr hatte die Warn-App NINA eine Mitteilung herausgegeben und vor einer starken Rauchentwicklung gewarnt.

Nach einem Bericht der LVZ sollen mehrere Lauben an der Lieselotte-Herrmann-Straße gebrannt haben, Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort, um das Feuer zu bekämpfen. Um 14:54 Uhr gab NINA eine Entwarnung heraus. Zur Ursache der Feuer und etwaigen Verletzten lagen zunächst noch keine Informationen vor.

Demos in Leipzig und ganz Deutschland gegen Wehrdienst

In ganz Deutschland gingen heute sehr viele junge Menschen, darunter viele Schülerinnen und Schüler, auf die Straße – auch in Mitteldeutschland. Ihr Protest richtet sich gegen die Bundesregierung und deren Pläne zum Wehrdienst. Geschätzte 250 bis 300 Personen fanden sich am Vormittag auf dem Leipziger Augustusplatz ein, am späten Nachmittag soll eine Kundgebung mit mehreren tausend Teilnehmern losziehen.

Protest am Donnerstagvormittag auf dem Augustusplatz. Foto: Lucas Böhme
Protest am Donnerstagvormittag auf dem Augustusplatz. Foto: Lucas Böhme

Kritisiert werden konkret eine Aufrüstung durch den Staat und die voraussichtlich ab 2027 verpflichtende Musterung junger Männer. Dies ist eine der zentralen Regelungen des Wehrdienstgesetzes, das 2026 nach längerer politischer Reiberei in Kraft trat. Es sieht ferner vor, dass mit Erreichen der Volljährigkeit Fragebögen an junge Männer und Frauen verschickt werden. Zumindest männliche Personen müssen diese auch ausfüllen.

Ein Dienst an der Waffe soll vorerst freiwillig bleiben, wobei eine Wehrpflicht nicht ausgeschlossen wird, wenn freiwillige Meldungen den Bedarf nicht decken. Allerdings soll das Grundrecht, den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern, weiterhin unangetastet bleiben. Befürworter des neuen Modells argumentieren mit einer notwendigen Aufstockung des Bundeswehr-Reservoirs, um besser gegen äußere Bedrohungen gewappnet zu sein.

Adé, Bürgergeld: Bundestag beschließt Grundsicherung ab Juli

Das Bürgergeld ist ab Juli 2026 Geschichte: Mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedete der Deutsche Bundestag heute einen Umbau des bisherigen Bürgergelds. Das neue Modell bleibt im Kern hinsichtlich der Leistung – 563 Euro im Monat zuzüglich Miet- und Heizkosten – zwar gleich.

Allerdings soll der Druck auf Betroffene beispielsweise hinsichtlich der Wahrnehmung von Terminen beim Amt erhöht und damit die Mitwirkungspflicht zur Aufnahme einer Beschäftigung verschärft gehandhabt werden. Leistungsbezieher drohen demnach bei Verstößen schneller Sanktionen, etwa durch Kürzungen ihrer Bezüge um 30 Prozent, wenn sie zwei Termine ohne triftigen Grund verstreichen lassen. Für Familien mit Kindern und Jugendlichen sowie für psychisch erkrankte Menschen sollen Ausnahmeregelungen greifen. Zudem wird auch das sogenannte Schonvermögen gesenkt und die Regeln dazu werden verschärft.

Die Regierung unter Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) argumentiert, die Reform spare enorme Kosten ein und sichere die Zukunft des Sozialstaats. Von Sozialverbänden und der Opposition kommt dagegen deutliche Kritik an den Plänen.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Der Stadtrat tagte: Im Januar gab es Berge von Beschwerden zu nicht beräumten Wegen + Video

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Hallo Leipzig: So startet Donnerstag, der 5. März 2026

Aktiv werden für Vogelschutz: Meldeportal für Vogelschlag gestartet

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Mord, Macht und Mimosen: Ein durch und durch satirischer Kanzleramtskrimi

Was sonst noch so los war:

In Kleinzschocher wurde am Morgen eine Kriegsgranate entdeckt. Nach vorsorglicher Einrichtung eines Sperrkreises gab es Entwarnung: Das inzwischen abtransportierte Objekt war zu keiner Zeit scharf, Evakuierungen gab es nicht.

Ein Kranfahrzeug fuhr im Osten Leipzigs in eine Oberleitung und löste Störungen aus.

Das Kriminalgericht Berlin-Moabit verurteilte einen Mann wegen versuchten Mordes zu 13 Jahren Haft: Der zuletzt in Leipzig gemeldete Syrer (23) und IS-Sympathisant hatte vor gut einem Jahr einen ihm völlig Unbekannten am Berliner Holocaust-Mahnmal mit einem Messer attackiert. Der spanische Tourist (30) überlebte wie durch ein Wunder.

Kalenderblatt: Vor 73 Jahren …

Stalin beherrschte die Sowjetunion bis zu seinem Tod mit Brutalität und Massenterror. Foto: gemeinfrei

Am Ende seines Lebens ist er paranoid, traut nicht mal handverlesenen Ärzten: Es ist der Abend des 5. März 1953, als Sowjetdiktator Josef Stalin mit 74 Jahren bei Moskau an den Folgen eines Schlaganfalls stirbt. Schnelle Hilfe war ausgeblieben, weil sich die Wachmannschaft aus Angst zunächst nicht traute, nach ihrem Hausherren zu sehen. Der Schrecken, den er über das Land gebracht hatte, wurde ihm selbst zum Verhängnis.

Der im georgischen Gori geborene Stalin (eigentlich: Josef Wissarionowitsch Dschugaschwilli), der 1922 die Macht als Generalsekretär übernommen und systematisch ausgebaut hatte, steht heute für Brutalität und Massenterror. Unter seiner Herrschaft werden Millionen Menschen hingerichtet, gefoltert, in sibirische Lager deportiert. Selbst Lenin hatte kurz vor seinem Tod noch vergebens vor der Skrupellosigkeit des einstigen Kumpels gewarnt. Die Sowjetunion wandelt sich in der Stalin-Ära vom Agrarland zur wachstumsstarken Industriemacht, die 1945 Hitler-Deutschland besiegt und sich danach weitere Territorien einverleibt. Bei Stalins Beisetzung gibt es eine Massenhysterie, zugleich brechen unter seiner Gefolgschaft Diadochenkämpfe um die Macht aus, während orthodoxe Kommunisten im Ostblock trauern.

Der Personenkult um Stalin wirkt lange fort. Erst im Februar 1956 wird KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow in einer sogenannten Geheimrede, die sich aber rasant auch im Westen verbreitete, die Verbrechen des Diktators ansprechen und eine gewisse Korrektur einleiten.

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