Zuerst: Ich freue mich für jedes schwule Paar dessen Wunsch nach einem Kind erfüllt werden kann. Somit auch für Daniel Funke und Jens Spahn. Es gibt da allerdings nicht nur ein Problem.
Wenn ich, im Anschluss an das Schreiben dieses Artikels, zum CSD in Leipzig gehe treffe ich unter anderem Menschen deren Kinderwunsch nicht einfach erfüllt werden kann, oder deren Elternschaft nicht so einfach anerkannt wird.
Zuerst zu Jens Spahn
Jens Spahn, aktuell Vorsitzender der Bundestagsfraktion von CDU/CSU und vormals Bundesgesundheitsminister, hat sich während seiner Ministerzeit vehement gegen Leihmutterschaft ausgesprochen. Allerdings schloss er eine solche für sich und seinen Ehemann bereits 2021 nicht explizit aus.
Der Grund für eine Ablehnung von Leihmutterschaft waren 2020, nach Meinung des Spahn-Ministeriums: „Die damit [Mutter und Leihmutter nicht identisch, d.Red.] verbundenen besonderen Schwierigkeiten bei der Selbstfindung des Kindes ließen aus Sicht des Gesetzgebers negative Auswirkungen auf dessen Entwicklung im Sinne einer Gefährdung des Kindeswohles befürchten“. Das gilt im Falle von Jens Spahn wohl nicht, es gibt einfach keine Mutter nur zwei Väter.
Der bekennende Katholik, der diesen Glauben auch gern wie einen Schutzschild vor sich herträgt, handelt hier als ein solcher, allerdings in der falschen Zeit.
Katholische Feudalherren forderten, gemeinsam mit der Kirche, die Enthaltsamkeit vor der Ehe und eheliche Treue. Das hinderte sie nicht daran das „Ius primae noctis“ auszuüben*. Der Klerus scheitert mit dem Anspruch auf Enthaltsamkeit, dem entsprechenden Gelübde und gleichzeitigem Missbrauch von, oft minderjährigen, Gemeindemitgliedern beiderlei Geschlechts ebenso an der Wirklichkeit.
Jens Spahn handelt hier also in schlechtester Manier eines Feudalherren, scheinbar hält er sich für über dem Gesetz für den Pöbel stehend.
Seine „Erklärung“ zeigt das deutlich. Er kenne es „als Christ“, dass „das eine die reine Lehre ist und das andere das echte Leben“, so steht es im Artikel der Tagesschau.
Wer kennt es nicht: „Das eine ist das Gesetz und das andere das echte Leben“? Wenn der Pöbel so handelt, bekommt er Ärger mit der Justiz.
Spahn steht also über dem Gesetz, so meint er.
Elternschaft bei ungewollt Kinderlosen
Ja, auch schwule Paare sind ungewollt kinderlos. Sie haben sich nicht dazu entschieden schwul zu sein, sie lieben sich und viele wünschen sich Kinder. Ob sie das durch Adoption oder Leihmutterschaft werden wollen, von Politikern wie Jens Spahn werden ihnen Steine in den Weg gelegt. Wie oben angeführt, können diese sich ja über ihre eigenen Beschlüsse und Gesetze stellen. Das gilt aber nicht für den schwulen Pöbel.
Noch perfider ist die Lage bei lesbischen Paaren. Da braucht es keine Leihmutter, nur eine Samenspende, aber im Gegensatz zu Spahn und Funke können sich nicht einfach beide Frauen als Eltern eintragen lassen. Ohne genügend Geld und Beziehungen in die USA, Spahn hat diese, scheitern viele an der deutschen Bürokratie. Da hilft ihnen kein Jens Spahn
Was tun?
Schwule Politiker wie Jens Spahn, auch lesbische Politikerinnen wie Alice Weidel, halten nichts von den queeren Menschen die beispielsweise das Recht auf die „Ehe für Alle“ erkämpft haben. Sie nutzen diese Rechte nur gern für sich. In schlimmster Gutsherrenmanier setzen sie sich ansonsten über die Forderungen der queeren Menschen hinweg. Sie denken gar nicht daran, diesen das Leben zu erleichtern.
Das sollte alle, nicht nur queere, Menschen bewegen beim CSD laut zu sein und auch ansonsten für queere Rechte einzustehen.
* Dem Autor ist bekannt, dass es Zweifel an der tatsächlichen Gebräuchlichkeit dieses Rechts gibt. Es ist aber gut zur Illustration geeignet.
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:









Keine Kommentare bisher