Die Flasche bleibt zu! Das jedenfalls sind die Pläne der Deutschen Bahn. Bis Mitte Oktober will diese ein bundesweites Alkoholkonsumverbot an allen Bahnhöfen durchsetzen. Wegen Bauarbeiten auf der Zugstrecke zwischen Leipzig und Döbeln kann der Regio RB110 ab Samstag auf einem Teilabschnitt nur als Schienenersatzverkehr fahren. Und: Eine krimireife Verfolgungsjagd hielt die Polizei in Wurzen in Atem. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 21. Juli 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Alkoholkonsumverbot in allen Bahnhöfen

„Wir greifen durch“, verkündet Evelyn Palla, die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG. Wie der Konzern heute der Öffentlichkeit mitteilte, will er bis Mitte Oktober schrittweise ein Alkoholkonsumverbot an allen 5.400 Bahnhöfen Deutschlands einführen.

„Wir verbannen das Alkoholtrinken aus unseren Bahnhöfen“, erklärt Palla. „Zu oft mussten wir feststellen, dass dort, wo zu viel Alkohol fließt, auch die Gewalt zunimmt. Zuletzt hat uns dies der brutale und sinnlose Angriff vom vergangenen Freitag gezeigt. Deshalb kommt jetzt das Alkoholverbot an Bahnhöfen. Wir meinen es ernst mit der Sicherheit. Es geht um den Schutz unserer Mitarbeitenden und Fahrgäste.“ Nach und nach werden nun in den kommenden Wochen in Abstimmung mit den Kommunen, Behörden und Verwaltungen die Hausordnungen der jeweiligen Bahnhöfe angepasst.

Ganz neu ist das Konzept nicht, denn in immerhin 30 deutschen Bahnhöfen gilt die Parole „Alkoholfrei!“ bereits jetzt. Metropolen wie Hamburg, München oder Köln sind dafür prominente Beispiele. Das Reise-Bierchen darf dann überall erst auf der Zugfahrt geöffnet werden. Verschlossen darf Alkohol nach wie vor mitgeführt werden. Doch wer die Flasche schon im Bahnhof öffnet, riskiert zunächst einen Platzverweis – und im Wiederholungsfall gar ein Hausverbot. Für gastronomische Einrichtungen gilt dieses Verbot jedoch nicht.

Bus-Ersatz für Regio RB110

Wir bleiben beim Thema Zugverkehr – oder eben auch nicht. Denn wie die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) heute mitteilte, gibt es wegen Bauarbeiten erneut Änderungen für die Linie RB110. Im Zeitraum 25. Juli bis 10. August wird auf der Strecke Leipzig – Grimma – Döbeln in beiden Richtungen zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Borsdorf ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Das betrifft somit auch die Leipziger Stopps in Sellerhausen, Paunsdorf und Engelsdorf.

Zwischen Borsdorf und Grimma – mit den Zwischenstopps in Beucha, Naunhof und Großsteinberg, geht es auf der Schiene weiter. Hier bleiben die Fahrzeiten unverändert, so die MRB, „lediglich in den Abend- und Nachtstunden kommt es zu geringen Anpassungen“. Aktuelle Informationen erhalten Fahrgäste an den Aushangtafeln an den Bahnhöfen, unter www.bahn.de/bauarbeiten, der 24h-Service Nummer 0341-23198288 (Ortstarif) oder auf der MRB-Website www.mitteldeutsche-regiobahn.de.

Verfolgungsjagd in Wurzen

Echte Krimi-Action sorgte gestern Nachmittag für Aufregung im Landkreis. Am Bahnhof der Großen Kreisstadt Wurzen war Beamten des dortigen Polizeireviers ein VW Golf ohne Kennzeichen aufgefallen. Diesen wollten die Ordnungshüter dann etwas genauer unter die Lupe nehmen. Doch das gelang ihnen zunächst nicht. Denn der Fahrer des Volkswagens gab plötzlich Gas, raste zwischenzeitlich mit über 100 Stundenkilometern durch die Stadt.

Die Polizei heftete sich ans Heck des Wagens und verfolgte den Flüchtigen auch durch die Orte Mühlbach, Burkartshain und Nemt. Dann wurde es richtig gefährlich: Der Golf bretterte über die Staatsstraße 11 in Richtung Oelschütz, überholte immer wieder Fahrzeuge und fuhr dabei wiederholt in den Gegenverkehr. Hier kollidierte er schließlich mit einem stehenden Citroën C4, in dem eine 72-jährige und eine 22-jährige Frau saßen. Beide wurden durch den heftigen Aufprall leicht verletzt.

Nun griff die Polizei zu. Sie holte den 25-jährigen Fahrer und einen 18-jährigen Beifahrer – der ebenfalls leichte Verletzungen davontrug – auf dem Golf. Wie sich schnell herausstellte, konnte der Fahrer keine Fahrerlaubnis vorweisen. Zudem bestand der Verdacht, dass er unter Drogeneinfluss unterwegs war – und das nicht zu knapp: Cannabis, Methamphetamine und (!) Kokain waren mutmaßlich im Spiel. Eine kleine Menge Drogen hatte er auch noch dabei. Für den jungen Mann wird das eine teure Autofahrt werden, alleine der Sachschaden an den Autos wird mit etwa 16.500 Euro angegeben. Dazu kommen Ermittlungen wegen verschiedener Verkehrsdelikte, unter anderem wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Jeder Tropfen höhlt den Stein: Wenn Vertrauen in die Demokratie verloren geht – ein Kommentar

Verketzerungsprozesse: Wie Thomas Müntzer zum Anlass wurde, über 500 Jahre Ketzermachen nachzudenken

Gedenktag 21. Juli: Leipzig erinnert mit Andacht und Ausstellung an verstorbene Drogenabhängige

Was sonst noch wichtig war:

Reife(n) Leistung! Das Bundeskartellamt hat Bußgelder in Höhe von 11,9 Millionen Euro verhängt. Der Grund: unzulässige Preisvorgaben beim Verkauf von Reifen der Marken Maxxis und CST. Die Strafe richtet sich konkret gegen die drei Unternehmen Maxxis International GmbH, Best4Tires Berlin GmbH sowie die Reifen Müller GmbH & Co. KG. Noch sind die Bußgeldbescheide nicht rechtskräftig und somit ein Einspruch möglich.

Schwimmen ist gesund – und teurer geworden. Das Statistische Bundesamt hat ermittelt, dass der Eintritt in Schwimmbäder in diesem Juni 3,6 Prozent mehr gekostet hat als im Vorjahr. Das übertrifft die allgemeine Teuerungsrat von 2,3 Prozent deutlich. Kleiner Trost: Sport- und Badebekleidung sowie Sonnenschirme sind dafür in der Anschaffung billiger geworden.

Das Bundeskriminalamt kann leider keine Entwarnung geben: „Fallzahlen des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen weiterhin besorgniserregend hoch“, titelt es seine heutige Mitteilung. Immer mehr Delikte werden online begangen, so das BKA. Im Jahr 2025 haben demnach unter anderem Straftaten mit jugendpornografischen Inhalten sowie der sexuelle Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt neue Höchstwerte erreicht.

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