Zu viel Lärm auf der Lützner Straße! Darauf reagiert die Stadt mit einem weiteren Tempo 30-Abschnitt. Die Ausschilderung beginnt am 14. September. Die Leipziger Gruppe auf dem Siegertreppchen. Zumindest für zwei ihrer Projekte: BonusMOVE und Leipziger Crowd räumten Preise ab. Und: Die sächsischen Industrie- und Handelskammern sehen Nachbesserungsbedarf am Sachsen-Haushalt. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 4. September 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Mehr Tempo 30 auf der „Lützner“
Auf einem weiteren Abschnitt der Lützner Straße wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer abgesenkt. Das teilte die Stadt Leipzig heute mit. Der neue Tempo 30-Bereich beginnt an der Dürrenberger Straße – also direkt hinter dem Bushof Lindenau – und erstreckt sich rund 900 Meter weit bis zur Marktstraße – einer Zufahrt zum Lindenauer Markt. Dort schließt er dann nahtlos an das bereits seit fünf Jahren geltende Geschwindigkeitslimit bis zur Kreuzung Zschochersche Straße an.
Ab Montag, dem 14. September stellt die Stadt entsprechende Verkehrsbeschilderung auf. Die Maßnahme kostet rund 7.500 Euro und fußt auf der zweiten Fortschreibung des Lärmaktionsplans. Denn der Abschnitt an der Grenze zwischen Altlindenau und Lindenau gilt als ausgewiesener Lärmbrennpunkt. Das bedeutet, dass die Auslösewerten von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts überschritten wird. Hier soll die Temporeduzierung des motorisierten Verkehrs Abhilfe schaffen. Positiver Nebeneffekt: Durch die geringere Geschwindigkeit wird das Unfallrisiko reduziert, was insbesondere Schüler, Fußgänger und Radfahrer sicherer durch den Tag kommen lässt.
Leipziger Gruppe erhält zwei Auszeichnungen
Die Leipziger Gruppe ist mit zwei Projekten bei Wettbewerben ausgezeichnet worden. Das Vorteilsprogramm BonusMOVE der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) erhielt bei den European Loyalty Awards 2026 in London in der Kategorie „Best Loyalty Newcomer in Europe“ die Bewertung „Highly Commended“. Damit zählt das seit Oktober 2025 bestehende Programm zu den erfolgreichsten neuen Kundenbindungsprogrammen Europas.
BonusMOVE soll nachhaltige Mobilität mit lokalen Vorteilen verbinden. Nutzer sammeln bei Fahrten mit Bus und Bahn sowie bei multimodalen Sharingangeboten Punkte, die sie bei inzwischen mehr als 25 Partnern in Leipzig einlösen können. Das Programm soll zugleich lokale Händler, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Sportangebote stärken und zusätzliche Anreize für nachhaltige Mobilität schaffen. Nach Angaben der LVB sind bereits mehr als 50.000 Menschen registriert. Insbesondere Kundinnen und Kunden mit Deutschlandticket bei den LVB können durch die Nutzung Punkte sammeln und bei Leipziger Partnern Vorteile erhalten. Die Entwicklung wurde im Projekt PUMa zur Stärkung der Pendlermobilität und Verkehrswende unterstützt, das vom Bundesministerium für Verkehr gefördert wird.
Ebenfalls aufs oberste Treppchen gelangte die Leipziger Gruppe mit Stadtwerken, Wasserwerken und Verkehrsbetrieben beim diesjährigen Marketingpreis des Marketing Club Leipzig. Als bestes Projekt in der Kategorie „Engagement und Gemeinwohl“ wurde hierbei die digitale Spendenplattform „Leipziger Crowd – Gemeinsames Engagement möglich machen“ ausgezeichnet. Über diese Plattform können engagierte Projekte Spenden ihrer Unterstützer sammeln. Die Leipziger Gruppe ergänzt jede Spende aus ihrem Fördertopf um zehn Euro und begleitet die Projekte. Seit dem Start wurden nach Angaben der Gruppe fast 1,9 Millionen Euro gesammelt und 180 Projekte mit Unterstützung von mehr als 17.800 Förderern umgesetzt. Damit sei die Leipziger Crowd die erfolgreichste von 50 Plattformen kommunaler Unternehmen bundesweit.
IHKs fordern Nachbesserungen am sächsischen Doppelhaushalt
Die sächsischen Industrie- und Handelskammern fordern Nachbesserungen am Entwurf des Doppelhaushalts 2027/2028. Die Mittel müssten stärker auf Investitionen, Innovationen und Fachkräftesicherung konzentriert werden. Kritisch sehen die Kammern den geplanten Rückgang der Investitionsquote von 17,4 Prozent im Jahr 2023 auf 12,1 Prozent 2028. Für den Kernhaushalt verlangen sie dauerhaft mindestens 15 Prozent. Sondervermögen und Bundesprogramme dürften Landesinvestitionen nicht ersetzen.
Positiv bewerten die IHKs Mittel für Zukunftstechnologien, fordern aber eine breitere Förderung und eine sächsische Zukunftsstiftung. Auch die GRW-Förderung (Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“) müsse verlässlich ausgestattet werden. Einsparungen sollen vor allem durch schrittweisen Personalabbau und mehr Effizienz in der Verwaltung erfolgen. Bei der Fachkräftesicherung lehnen die Kammern Kürzungen bei der Berufsorientierung ab. Auch Verbundausbildung und überbetriebliche Lehrunterweisung müssten ausreichend finanziert werden.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
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Was sonst noch wichtig war:
Nach dem nach Hacker-Angriff auf das Berliner Landesnetz haben die Cyberkriminellen nun rund 1,4 Millionen gestohlene Daten im Internet zum Download bereitgestellt. Das geschah nach Ablauf eines Ultimatums, bis zu dem die Täter die Zahlung von Bitcoins im Wert von rund zwei Millionen Euro gefordert hatten. Doch Berlin will sich nicht erpressen lassen.
Nun hat es offenbar auch Sachsen erwischt: Nach den Anschlagversuchen auf Umspannwerke im brandenburgischen Turnow-Preilack sowie in Bergheim bei Köln, sind nun wohl auch Freileitungen im Landkreis Görlitz betroffen. Laut einem Bericht der Bild seien dort heute Spreng- und Brandvorrichtungen gefunden worden.
Die weltweiten Lebensmittelpreise sind aktuell auf den höchsten Stand seit Ende 2022 gestiegen. Das hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute in Paris mitgeteilt. Der Anstieg sei vor allem eine Folge von Ernteausfälle durch Extremwetter-Erscheinungen sowie der großen militärischen Konflikte Russland – Ukraine und USA – Iran.
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