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AM 12. Juni 2026 zog der ProtestFlügel Leipzig, mit Zwischenkundgebungen auf der Sachsenbrücke und dem Bundesverwaltungsgericht, zum dritten Mal durch Leipzig, bis hin zum Abschlusskonzert beim Bachfest auf dem Marktplatz. Die Forderungen aus Kultur und Klimabewegung wurden am 2. September an den Oberbürgermeister übergeben.

Wie es sich für das Bündnis gehört, war das selbstverständlich mit einer Kundgebung, mit mehr Musik als Wortbeiträgen, verbunden. Wir waren dabei und haben mit teilnehmenden Akteuren, sowie den Musikerinnen und Musikern gesprochen.

Sarah Kaden eröffnet die Veranstaltung. Foto: Thomas Köhler

Gleich zu Beginn sprachen wir mit Sarah Kaden vom ProtestFlügel.

Sarah, was findet heute hier genau statt?

Wir haben ja im Juni einen Konzertflügel durch Leipzig geschoben und dabei bespielt und haben die Forderungen dort vorgetragen, die wir mit einem Bündnis aus KünstlerInnen und Leipziger Initiativen zusammengestellt haben. Und heute übergeben wir diese Forderungen dem Oberbürgermeister.

Was sind Eure Forderungen?

Die Forderungen sind Mobilität für alle, klimafreundlich, bezahlbar und gerecht, Stadtgrün ausbauen und schützen und Gemeinschaftsräume schaffen.

Die Forderungen sind im Detail auf der Webseite des ProtestFlügels zu finden, im Artikel zum Umzug am 12. Juni sind diese auch zu finden. Die Eröffnung durch Sarah fiel erfreulich kurz aus, das längste waren die Demo-Auflagen, alle Anwesenden konnten im Anschluss auch nochmal in das Forderungspapier schauen.

Dann kam die Musik, beginnend mit der reduzierten Besetzung von molllust, bei der Annika und Frank klassische Musik und Metal verbanden. Wir baten die beiden im Anschluss um eine kurze Vorstellung der Band und fragten nach ihrer Motivation für die Teilnahme an der Veranstaltung. Im Anschluss daran gibt es im Video einen Auszug aus einem ihrer Songs. Auch mit den anderen Künstlern haben wir das so gehandhabt.

Thomas Gärtner von „Leipzig pflanzt“ bei seinem Redebeitrag. Foto: Thomas Köhler

Selbstverständlich gab es weitere Redebeiträge, auch von Thomas Gärtner der für „Leipzig pflanzt“ sprach. Wir haben ihn im Anschluss um ein Statement gebeten.

Hallo Thomas, stell Dich bitte kurz vor.

Mein Name ist Thomas Gärtner. Ich bin beim Verein Leben im Einklang mit der Natur e.V. im Vorstand tätig und auch bei beiden Projekten dieses Vereins, im bundesweiten Projekt „Omas for Future“ und dem lokale Projekt „Leipzig pflanzt“.

Wie ist denn jetzt der Stand bei „Leipzig pflanzt“, was ist passiert?

Wir pflanzen jährlich zweimal, im Frühjahr und im Herbst natürlich. Und ja, seit Januar 2020 tun wir das. Mittlerweile, man kann es auf unserer Homepage auch sehen, haben wir über 30.000 Bäume gepflanzt und ca. 8.500 Sträucher.

Warum Du heute hier bist, erklärt sich eigentlich von ganz alleine. Deshalb frage ich Dich das gar nicht erst. Ich wünsche Dir und Deinen Leuten noch viel Erfolg und man sieht sich auf jeden Fall noch.

Paul von ufonia am Klavier, ohne den Rest der Band, verstärkt durch Jeremias mit seinem Saxophon waren der nächste Act. Wir haben sie getrennt um eine Vorstellung gebeten. Musiziert haben sie gemeinsam.

Auch Gaia, die Mutter Erde, war auf ihrer Deutschlandtour wieder mit am Start. Gaia kann ja nicht reden, sie ließ also Sarah für sich sprechen. Im Video ist zu sehen und zu hören, was sie uns zu sagen hat.

Auch Maxi, Lisa und Arne vom Kultur_Trabant e.V. waren anwesend und wollten dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat ihre Forderungen übergeben. Wir fragten nach.

Der Kultur_Trabant bei 50 Jahre Grünau. Foto: Kultur_Trabant e.V.

Was kann man sich unter einem Kulturtrabant vorstellen?

Also unser Kulturtrabant ist Panamagrün. Es ist außerdem ein Trabant 601 Kombi. Und man sieht ihn hier (zeigt eine Postkarte). Und wir benutzen ihn für aufsuchende Kulturarbeit in verschiedenen Stadtteilen von Leipzig und Umgebung. Uns interessiert, wie der Trabi Menschen zusammenbringt. Und wir machen Kultur auf der Straße.

Warum ausgerechnet ein Trabant?

Das ist ganz interessant. Wenn man mit dem Trabant irgendwo ankommt, weiß man gleich warum. Weil es scharen sich die Menschen um einen. Alte und junge Menschen, die den Trabant selbst gefahren haben. Menschen, die mal davon gehört haben. Und die stellen ganz viele Fragen. Das heißt, man braucht eigentlich gar nicht mit den Menschen den Kontakt zu suchen. Sondern die kommen zu einem mit dem Trabant.

Warum seid ihr heute hier?

Wir sind aufmerksam geworden auf den Protestflügel. Und der Protestflügel, das ist ein anderes Kollektiv. Die haben auch Forderungen gesammelt aus der Stadtbevölkerung, die sie heute übergeben an den Oberbürgermeister hier nach der Ratsversammlung. Und wir haben als Teil von unserem Sommerprogramm auch Stimmen und Forderungen aus der Bevölkerung gesammelt. Und werden die heute auch übergeben an die Politik.

Die beiden weiteren Acts waren Dannek der am Klavier performte und Christopher Ball (Cristobal) mit der Gitarre und seinem neuen Song. Auch Hannes von „Leipzig gießt“ kam zu Wort und endlich um 17.00 Uhr kam OBM Burkhard Jung vor die Rathaustür, um die Forderungen des ProtestFlügels entgegenzunehmen.

Die Akteure des ProtestFlügels mit OB Jung. Foto: Thomas Köhler

Wir fragten im Anschluss den Oberbürgermeister:

Was halten Sie von den Forderungen des Protestflügels Herr Oberbürgermeister

Also ich finde erstmal die Initiative gut, dass sich Kultur und auch ökologische Vereine, Verbände und Initiativen zusammenschließen und sagen, wie können wir kulturell einfach unser Leben anders organisieren, anders mobil sein, anders auf Natur und Schöpfung Rücksicht nehmen. Und insofern, ja, ich nehme das gerne entgegen und hoffe, dass viele Menschen sozusagen auch angesteckt werden von der Verantwortung, die wir für diesen Planeten haben.

Wie sind denn jetzt diese Sachen in der angespannten Haushaltslage durchführbar für Sie?

Ja, natürlich ist das so, wir haben unheimlich Zug, finanziellen Zug auf den Haushalt und wir müssen im Rahmen der Möglichkeiten versuchen zu sparen und zu konsolidieren. Und dennoch bleibt ja die Aufgabe der Gestaltung da. Geld kann nur einmal ausgegeben werden, aber wenn wir eine Straße bauen, dann müssen Bäume gepflanzt werden. Wenn wir versuchen, die Mobilität zu verändern, dann müssen wir den öffentlichen Nahverkehr fördern. Wenn wir die Wärmewende einleiten auf nonfossile Wärmeversorgung, dann geht es darum, die Straßen und die öffentlichen Plätze umzubauen. Und insofern werden wir im Rahmen der Investitionen und im Rahmen der Förderung in besonderer Weise verpflichtet sein, diese Nachhaltigkeit, die nachhaltigen Ziele umzusetzen.

Also können die Leipziger auf Sie zählen, dass es ökologisch vorwärtsgeht?

Im Rahmen des Möglichen will ich Schritt für Schritt auf diesem Weg weitergehen und ich hoffe immer wieder auf eine Akzeptanz und auch Rückhaltung der Bevölkerung. Es ist nicht einfach in diesen Zeiten.

Fazit: Es war wieder eine gute Veranstaltung im Rahmen des ProtestFlügels, ob der Oberbürgermeister Teile der Forderungen umsetzen kann, ist fraglich, der Stadtrat hat da auch ein Wörtchen mitzureden und die Finanzlage ist nicht einfach. Das Bündnis aus Menschen die sich für Kultur und Klima engagieren hat auf jeden Fall ein starkes Signal an die Politik gesendet. Spaß gemacht hat die Veranstaltung auch.

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