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Mit einer Andacht, einer Podiumsdiskussion und einer Ausstellung im Neuen Rathaus gedenkt Leipzig am heutigen 21. Juli der Menschen, die aufgrund ihrer Drogensucht gestorben sind. Seit 1998 macht der Nationale Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige auf die individuellen Schicksale aufmerksam und verdeutlicht, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit einer Lebensgeschichte steht. In Leipzig gab es nach Angaben des Landeskriminalamts im vergangenen Jahr zehn Drogentote. Etwas weniger als noch 2024. Doch kein Grund zur Entwarnung.
Denn: 2024 hatte es einen neuen Höchstwert bei den durch Drogen Verstorbenen in Leipzig gegeben. Im Jahr 2024 wurden 19 Todesfälle im gesamten Einzugsbereich der Polizeidirektion Leipzig im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln registriert, kann man im Suchtbericht der Stadt Leipzig für das Jahr 2024 nachlesen.
„In der kreisfreien Stadt Leipzig verstarben 17 Personen. Häufigste Rauschgifttodesursache war 2024 der Konsum von Crystal allein oder in Verbindung mit anderen Stoffen. Die Alterspanne lag zwischen 20 und 50 Jahren. Bei den Betroffenen handelte es sich um Personen, die oftmals nicht nur verschiedene unerlaubte Betäubungsmittel, sondern zusätzlich auch erlaubte Arzneimittel bzw. Alkohol konsumierten.“
Für 2023 werden in Leipzig fünf Drogentote verzeichnet.
15:00 Uhr im Elsapark
Der diesjährige Gedenktag in Leipzig wird von mehreren Einrichtungen und Projekten der Sucht‑ und Jugendhilfe organisiert. Drei miteinander verbundene Veranstaltungen bringen unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven zusammen: Auftakt ist um 15 Uhr mit einer Gedenkveranstaltung am Gedenkstein im Elsapark (zwischen Luther- und Elsastraße). Nach der Andacht und dem Gedenkprogramm können die Besucherinnen und Gäste beisammensitzen und ins Gespräch kommen. Mitarbeiter der Drogen- und der Jugendhilfe informieren, welche Angebote es gibt und wie sie beraten und unterstützen können.
Ab 18.30 Uhr lädt eine Podiumsdiskussion im Pöge-Haus zum Thema „Zwischen Hilfe und Ausgrenzung: Wie Stigmatisierung Drogenkonsumierende im Alltag trifft“ dazu ein, unterschiedliche Perspektiven aus der Praxis sowie die Sicht von Betroffenen zu hören und miteinander in Austausch zu treten.
Ebenfalls am 21. Juli eröffnet in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses eine Ausstellung der Drogenpolitischen Initiative #KonsumRaumGeben aus Halle (an der Saale). Unter dem Titel „Du hast Feierabend, ich hab’ Suchtdruck“ werden großformatige Werke gezeigt, die die Erfahrungen von Konsumenten sichtbar machen. Zugleich beleuchten die Arbeiten die Geschichte der Drogenpolitik und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen. Die Ausstellung ist dann bis zum 30. Juli während der regulären Öffnungszeiten im Neuen Rathaus zu sehen, der Eintritt ist frei.
Der Gedenktag will einen gemeinsamen Raum schaffen für alle, die einen geliebten Menschen durch Abhängigkeit oder die damit verbundenen Lebensrealitäten verloren haben. Alle Bürgerinnen sind deshalb herzlich eingeladen – Menschen, die Drogen gebrauchen, ebenso wie Angehörige und Freundinnen, Sozialarbeiter und anderes Fachpersonal beziehungsweise Wegbegleiterinnen.
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