2024 begann die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) mit einem Sanierungskonzept, mit dem vor allem die Kosten im Unternehmen selbst gesenkt werden sollten. Grundlage war ein Gutachten der KPMG. Und im ersten Schritt scheint das Konzept tatsächlich aufzugehen: Für das Geschäftsjahr 2025 meldete die über Jahre defizitäre Flughafen AG am 4. Mai erstmals eine deutliche wirtschaftliche Stabilisierung, aus Sicht der Geschäftsführung sogar eine Trendwende.

Nach einem von Sondereffekten geprägten Jahr 2024 weist das Unternehmen erstmals ein positives Konzernergebnis aus, als Ergebnis des 2024 begonnenen Restrukturierungsprozesses.

Die Umsatzerlöse stiegen 2025 auf 201,5 Millionen Euro und lagen damit um 8,2 Prozent über dem Vorjahreswert von 186,2 Millionen Euro, meldet die MFAG. Trotz rückläufiger Passagierzahlen sei es gelungen, die Erlösbasis durch gezielte Preisanpassungen, optimierte Vertragsstrukturen und eine aktive Steuerung des Geschäftsportfolios zu stärken.

Das operative bereinigte Ergebnis (EBITDA) verbesserte sich deutlich auf 27,1 Millionen Euro (2024: 6,5 Mio. Euro), während die EBITDA-Marge von 3,5 auf 13,5 Prozent anstieg.
„Unsere EBITDA-Marge liegt bei 13,5 Prozent und zeigt, dass die ergriffenen operativen Maßnahmen greifen“, betont Götz Ahmelmann, CEO der MFAG, und ergänzt: „Und das trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds.“

10,5 Millionen Euro im Plus

Unter dem Strich erzielte der Konzern ein positives Ergebnis von 10,5 Millionen Euro, nach einem im Vorjahr bewusst in Kauf genommenen Restrukturierungsverlust von 53,5 Millionen Euro, meldet das Unternehmen. Die Ergebnisverbesserung um insgesamt 64 Millionen Euro verdeutliche die Wirkung der eingeleiteten Maßnahmen. Zusätzlich wurde das Ergebnis durch die Übernahme hoheitlicher Kosten beeinflusst.

„Die branchenübliche Übernahme hoheitlicher Kosten trägt zur Stabilisierung des Unternehmens bei, entscheidend für die Sanierung bleibt jedoch die operative Leistung der MFAG aus eigener Kraft“, so Ahmelmann weiter.

Die operative Verbesserung sei dabei der zentrale Maßstab für die Restrukturierung. „Der Turnaround ist damit eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen“, unterstreicht Götz Ahmelmann. Denn vor der MFAG liegt die Aufgabe, bis zum Jahr 2030 dauerhaft ohne Zuschüsse auskommen zu können. Sachsens Finanzminister Christian Piwarz hat das Jahr als Zieldatum Anfang 2026 festgeschrieben. Dann gibt es keine Zuschüsse vom Freistaat Sachsen mehr.

„Die erreichte Entwicklung ist kein kurzfristiger Effekt, sondern Ergebnis einer konsequenten Neuausrichtung“, formuliert die MFAG den Anspruch.

„Effizienzsteigerungen, Kostenreduktionen sowie eine stärkere Fokussierung auf Ertragsqualität haben maßgeblich zur Verbesserung beigetragen. Dabei ist es gelungen, die Konsolidierung ohne wesentliche Einschränkungen für den operativen Betrieb umzusetzen. Damit ist der Jahresabschluss 2025 ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg hin zu einem nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb, jedoch nicht als Abschluss der Entwicklung. Vielmehr markiert er den Übergang von der Sanierung in eine weiterführende Transformationsphase.“

„Nach der Sanierung beginnt die eigentliche Zukunftsarbeit: Wir wollen die MFAG dauerhaft wirtschaftlich tragfähig, resilient und wachstumsfähig aufstellen“, betonte Götz Ahmelmann am Montag. Denn gerade mit seinem Schwerpunkt im Frachtflugverkehr ist der Flughafen Leipzig/Halle besonders abhängig von den Entwicklungen auf dem Weltmarkt. Das bekam der Flughafen auch schon mit der Entwicklung des Frachtgutaufkommens seit 2022 zu spüren.

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