Sie heißen Böhlitz-Ehrenberg, Stahmeln 1 und Stahmeln 2 – die drei Leipziger Messstationen. Es war der Leipziger Stadtrat, der auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vor vier Jahren beschloss, den Aufbau und Betrieb von drei kommunalen Fluglärm-Messstationen in Lindenthal/Breitenfeld, Lützschena-Stahmeln und Burghausen/Gundorf bis zum III. Quartal 2022 zu realisieren.
Zudem sollten die Daten der Messstationen regelmäßig ausgewertet, kontinuierlich für das Leipziger Open-Data-Portal aufbereitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Die drei Messstationen sind inzwischen in Betrieb.
Die Messstationen haben offiziell ihren Dienst aufgenommen haben und die Stadt Leipzig ist seit dem 1. Juli 2025 Fördermitglied beim Deutschen Fluglärmdienst e. V. (DFLD). Mit der Anbindung an den DFLD sind die Messdaten für die Region Leipzig/Halle öffentlich zugänglich und können von den Bürger/-innen eingesehen werden.
„Dass der Ratsbeschluss nun nach bald fünf Jahren endlich umgesetzt ist, ist ein wichtiger Schritt beim Thema Fluglärm“, sagt dazu Stadträtin und flughafenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Sylvia Herbst-Weckel. „Gerade für die betroffenen Stadt- und Ortsteile ist es entscheidend, dass die Lärmbelastungen nachvollziehbar erfasst und öffentlich zugänglich gemacht werden. Denn wer die Belastungen für Anwohnerinnen und Anwohner durch Fluglärm ernst nimmt, muss für eine transparente und belastbare Datengrundlage sorgen.“
Dutzende ĂśberflĂĽge pro Woche
Die Messstationen schaffen die Datengrundlage dafür, Fluglärmbelastungen nachvollziehbar zu machen, Beschwerden und behördliche Prüfungen zu untermauern, Schallschutzansprüche sichtbar zu machen und weiteren Druck für lärmärmere Flugverfahren und mehr Schutz der betroffenen Ortsteile aufzubauen.
„Zum Ratsbeschluss gehörte von Anfang an mehr als nur der technische Betrieb der Messstationen. Entscheidend ist, dass die Daten regelmäßig ausgewertet, verständlich aufbereitet und dauerhaft öffentlich verfügbar gemacht werden. Nur so entsteht eine belastbare Grundlage für die öffentliche und politische Debatte“, erklärt Sylvia Herbst-Weckel.
Die drei Standorte in Lindenthal/Breitenfeld, Lützschena-Stahmeln und Burghausen/Gundorf liegen in besonders sensiblen Bereichen, in denen viele Menschen die Belastung durch Flugverkehr unmittelbar wahrnehmen. Umso wichtiger ist es, so Herbst-Weckel, dass die Diskussion über Fluglärm nicht nur auf subjektiven Eindrücken beruht, sondern auf nachvollziehbaren und öffentlich einsehbaren Daten.
Schon jetzt zeigen gerade die Auswertungen aus Lindenthal/Breitenfeld und LĂĽtzschena-Stahmeln, dass beide Ortsteile von dutzenden ĂśberflĂĽgen pro Woche betroffen sind, die meisten am Tag, ein Viertel aber auch in der Tagesrandzeit, wenn der Mensch eigentlich zur Ruhe kommen will.
Die meisten werden mit 70 bis 74 Dezibel registriert, viele aber auch mit 75 bis 80 und einige besonders laute mit 80 bis 85 Dezibel. Das sind Werte, bei denen man den Fluglärm nicht ignorieren kann. Einzige positive Botschaft: Nur wenige Flugzeuge wurden im Nachtzeitraum registriert.
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