Im Dezember war der fehlende Nahversorger für Lützschena-Stahmeln Thema in der Ratsversammlung. Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke erklärte dort, warum es seit drei Jahren nicht gelungen ist, einen Investor für das zentral gelegene Grundstück direkt an der Halleschen Straße zu finden. Nebenan entwickelt sich um die einstige Sternburg-Brauerei gerade ein neues Wohnquartier.
Es werden also noch mehr Menschen nach einer nahegelegenen Gelegenheit für den täglichen Einkauf suchen. Aber die interessierten Investoren verließen immer wieder die Gesprächsrunde, weil sie nur bauen wollten, wenn sie das Grundstück direkt kaufen konnten. Die Stadt wollte das Grundstück aber gern in Erbbaupacht vergeben.
Die Konsequenz aus diesem dreijährigen Hin und Her: Die Stadt sucht jetzt tatsächlich nach einem Kaufinteressenten.
Ab dem 2. März 2026 können Investoren auf das fast 3.500 Quadratmeter große, unbebaute städtische Grundstück in der Halleschen Straße 116 (Lützschena-Stahmeln) bieten, um darauf einen Nahversorgungsmarkt für die Anwohnerinnen und Anwohner zu errichten, lädt das Liegenschaftsamt der Stadt jetzt ein. Das lukrative Areal liegt unmittelbar am entstehenden Wohnquartier „Zur Alten Brauerei“ mit rund 500 neuen Wohnungen, es ist direkt an die Straßenbahnlinie 11 angebunden. Der Mindestkaufpreis für das Grundstück liegt bei einer Million Euro.
Außer dem Einkaufsmarkt sollen möglichst auch multifunktionale Räumlichkeiten für Vereine und andere Gemeindenutzungen mitgebaut werden, um die Infrastruktur im Stadtteil zu stärken und den Ortsteil weiter zu beleben. Dazu ist vorgesehen, mit dem künftigen Investor eine Mietoption für Räumlichkeiten im Obergeschoss des Neubaus zu vereinbaren.
Clemens Schülke, Wirtschaftsdezernent und gleichzeitig Patenbürgermeister für Lützschena-Stahmeln, blickt nach der Dezember-Stadtratssitzung hoffnungsvoll auf die Grundstücksvermarktung: „Wir möchten Lützschena und Stahmeln noch stärker verbinden und an der langen Halleschen Straße eine lebendige Ortsmitte schaffen, in der sich Menschen gern begegnen. Besonders freuen würde es mich, wenn hier nicht nur eingekauft wird, sondern künftig auch der Ortschaftsrat und Vereine aus dem Stadtteil ein neues Zuhause finden – ein offener, barrierefreier Ort für alle Generationen.“
Die Stadt sucht nach einem geeigneten Kaufinteressenten, der gleichzeitig in das Projekt und die Gemeinde investiert. Bis zum 17. April 2026 haben Interessierte die Gelegenheit, ihre Vorschläge beim Liegenschaftsamt einzureichen. Bewertet werden neben dem Preis vor allem das Nutzungskonzept, die architektonische Qualität des Entwurfs sowie die besondere Berücksichtigung ökologischer Faktoren wie zum Beispiel die Nutzung erneuerbarer Energien oder eine geringe Bodenversiegelung.
Mit dem Erstplatzierten soll nach Abschluss des Verfahrens ein Kaufvertrag mit einer Investitionsverpflichtung zur Errichtung des Gebäudes innerhalb von drei Jahren geschlossen werden.
Weitere Informationen für potenzielle Investoren und Interessenten sind ab sofort auf www.leipzig.de/hallesche116 zu finden.
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