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Die Leipziger Stadtbäume, besonders die in den letzten Jahren neu gepflanzten, leiden unter der Trockenheit, besonders die letzten Wochen mit der Hitzewelle setzten ihnen nochmals zu. Schon seit 2020 gibt es die Initiative „Leipzig gießt“, die es sich zur Aufgabe gemacht hat die Straßenbäume zu retten. Seit 2021 gibt es die „Leipzig gießt“ App, mit dieser kann man sehen, wo sich die Bäume befinden, welche schon gegossen wurden und eigene Aktivitäten eintragen.

Der Stand an der Entenbrücke wird aufgebaut. Foto: Thomas Köhler

Am 4. Jul war der deutschlandweite „Tag der Gießkanne“, ja es gibt solche Initiativen in ganz Deutschland, und „Leipzig gießt“ rief zum gemeinsamen Gießen auf. Treffpunkt war an der Entenbrücke zwischen Leipzig Plagwitz und Schleußig. Wir waren ebenfalls dort, haben uns das angeschaut und auch mit Aktiven gesprochen.

Gespräch mit Anni und Hannes von „Leipzig gießt“

Bäume gießen, das klingt für viele so ein bisschen abstrakt. Straßenbäume, früher haben wir die doch auch nicht gegossen, früher sind die trotzdem gewachsen. Außerdem sollen wir ja alle Wasser sparen, wir dürfen unseren Rasen nicht sprengen, aber ihr gießt Bäume. Erzählt mal ein bisschen was zum Hintergrund.

Anni: Wir gießen Bäume, weil die Bäume mittlerweile einfach viel mehr unter Trockenheit und Hitze leiden. Wir haben das alle letzte Woche erst gemerkt, wie heiß es geworden ist. Das kennen wir nicht so von früher und die Bäume eben auch nicht. Und da müssen wir denen einfach ein bisschen helfen, damit die das schaffen bei dieser Hitze einfach gut durchzukommen, dass sie nicht krank werden, dass sie stabil bleiben und sich wehren können. Ja, wir sagen auch, das Leitungswasser brauchen wir wirklich. Deswegen suchen wir immer nach Möglichkeiten, Regenwasser zu nutzen. Also das Wasser zu nutzen, was die Natur quasi uns gibt und welches in der Stadt oft versickert. Heute nutzen wir hier das Flusswasser.

Wasser schöpfen am Fluss. Foto: Thomas Köhler

Hannes: Es geht natürlich auch um den Zustand der Böden. Der Boden ist trocken in Leipzig, trotz des Regens letzte Woche und das kann man auch ganz gut auf dem Dürremonitor vom UFZ sehen. Gerade die jungen Bäume kommen mit ihren Wurzeln noch gar nicht an das Grundwasser ran. Das ist das Problem. Und da gilt es, selbst die Gießkanne in die Hand zu nehmen und nachzuhelfen.

Wenn jemand sagt: Gute Idee, coole Sache, da würde ich gerne mitmachen. Wie kommt er an euch ran? Wie kann man mitmachen? Wo seid ihr überall zu finden?

Das Wasser muss vom Fluss nach oben getragen werden. Foto: Thomas Köhler

Man findet uns auf Social Media unter „Leipzig gießt“. Dann kann man uns immer eine E-Mail schreiben, info[at]leipziggießt.de. Wir haben auch eine Homepage, bzw. bei Stiftung Ecken wecken. Außerdem, kann man mit uns gemeinsam gießen über die App. Die kann man in allen App-Stores herunterladen. Das ist die Leipzig Gießt-App. Mit der kann man seine Gießungen eintragen, auf diese Weise gießen wir alle zusammen und arbeiten auch zusammen. Kein Baum wird doppelt gegossen und wir sehen, welcher Baum am meisten Wasser braucht.

Das Gespräch ging noch länger, wir haben das im Video festgehalten und mit einigen Sequenzen vom Tag der Gießkanne in Leipzig unterlegt.

Wie lief der Tag ab?

Ab 9.00 Uhr ging es los, der Stand wurde aufgebaut, Lastenräder und Karren für Kanister, Gießbeutel und Kannen waren da. Die Menschen gingen zum Fluss, schöpften mit den Gießkannen Wasser und füllten das dann in die Kanister. Das ist etwas umständlich, allerdings ist der Einsatz von Pumpen nicht erlaubt, es sei denn man hat eine Sondergenehmigung.

Erst schöpfen, dann tragen und umfüllen. Foto: Thomas Köhler

Dann ging es los, einige mit Lastenrädern andere mit Karren zu den zu gießenden Bäumen. Auf jeden Fall mit schwerem Gepäck, für eine Gießung benötigt man, wenn sie ein optimales Ergebnis haben soll, 100 Liter Wasser.

Es ging zügig vorwärts, im Video ist das zu sehen und es sind am Ende auch die Erläuterungen von Hannes zu hören, welche Bäume gegossen werden sollten.

Als wir zum nächsten Termin gingen, waren die Aktiven noch fleißig. Im Laufe des Tages wurden 25 Bäume mit insgesamt 2.500 Litern Wasser versorgt.

Das Lastenrad ist gepackt, die Leipzig-gießt-App wird scharf geschaltet. Foto: Thomas Köhler

Es gab noch eine Video-Challenge auf Social Media: „Am Tag der Gießkanne wollen wir symbolisch per Video eine Gießkanne weiterreichen, von Gießaktion zu Gießaktion. So verbinden wir uns virtuell und können symbolisch gemeinsam gießen. Werde Teil dieser Video-Kette, in dem Du ein kleines Video von Dir/Euch mit Gießkanne erstellt.“

Wir haben ein entsprechendes Video mit Anni gemacht, hier das Ergebnis.

Fazit: Die jungen Bäume, die nicht mehr vom Pflanzbetrieb gegossen werden, brauchen dringend Wasser damit sie uns später Schatten spenden und somit der Erhitzung der Stadt entgegenwirken können. „Leipzig gießt“ leistet da einen wichtigen Beitrag.

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