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Inzwischen rollt die vierte große Hitzewelle in diesem Jahr 2026 über Deutschland und Europa hinweg, mit Temperaturen von über 40 °C, die in den hiesigen Wetterstationen in den zurückliegenden über 150 Jahren noch nicht gemessen wurden. Das Unangenehme und Kritische dabei sind insbesondere die zunehmende Anzahl von tropischen Nächten hintereinander weg mit über 20, 25 oder bis 30 Grad Celsius, die die Menschen so kaputtmachen, da sie nur schlecht schlafen und ihre Wohnungen nicht abkühlen können.

Zudem kommen in den Sommermonaten nicht mehr genügend Niederschläge nach Mittel- und Südeuropa, sodass eine zunehmende und tiefer wirkende Trockenheit herrscht, die Flüsse und Bäche versiegen und kaum noch Niederschlagswasser versickert. Die Landwirtschaft muss mit der zunehmenden Trockenheit im Frühjahr und Sommer umgehen lernen. Die tieferen Bodenschichten sind auf längere Dauer zu trocken. Das Grundwasser wird nicht aufgefüllt. Dadurch sterben die Büsche und Bäume ab. Markant zu sehen im Leipziger Auwald.

Diese zunehmenden Hitzeperioden und Trockenheit sind Auswirkungen des Klimawandels. Erforderlich wären durch die Politik Ideen und Strategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels, zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, zum Umbau des Energiesystems auf Nutzung der Erneuerbaren Energien, zum anderen Umgang mit der Natur und Umwelt, mit Rückhalt der Niederschläge in der Fläche, mit Hitzeaktionsplänen, mit dem Ausbau der Wärmewende, mit dem Umbau zur Schwammstadt …

Wer bezahlt den Hitzeschutz?

Der Ernst dieser Veränderungen wird anscheinend von der derzeitigen Bundespolitik entweder nicht wahrgenommen, verharmlost oder einfach ignoriert.

Beispiel: Hitzeschutz

Der Bundesumweltminister Carsten Schneider von der SPD will nun den Hitzeschutz in das Grundgesetz mit einfügen lassen. Ob das beim Bund angesiedelt so sinnvoll ist, sei dahingestellt. In jedem Fall geht es darum, dass die Gemeinden auskömmlich mit Geldern ausgestattet werden, um den Hitzeschutz in den Ortschaften finanzieren zu können. Die Gemeinden vor Ort, in Verbindung mit den Bürgern, wissen am besten, wo welche Maßnahmen am ehesten greifen. Der Bund kann über Programme das Geld bereitstellen. Es sollte nur auch auf der unteren Ebene ankommen und dort der Einsatz mit den Bürgern entschieden werden.

Es sind Maßnahmen gegen diese Sonneneinstrahlung, Hitzetage und Nächte besonders in den größeren Städten dringend erforderlich, ausgearbeitet als Hitzeaktionspläne. Der in Leipzig ist von 2025.

Die Anzahl der tropischen Nächte nimmt beständig zu

Für die Jahre 1960 bis 1990 habe ich für die Nachttemperaturen keine Messwerte beim Leipziger Wetterdienst gefunden, deshalb hier die höchsten Tagestemperaturen der jeweiligen Dekade in Leipzig-Holzhausen gemessen:

1960ziger Jahre – 1969 mit 33,7°C,
1970ziger Jahre – 1976 mit 35,5°C,
1980ziger Jahre – 1984 mit 35,9°C
1990ziger Jahre – 1992 mit 37,5°C,
2000er Jahre – 2006 mit 36,8°C,
2010er Jahre – 2018 mit 37,3°C,
2020er Jahre bisher – 2022 mit 37,8°C, am 27.6.2026 mit 40 °C,

Zu beachten ist, dass die Wärme von den vielen versiegelten Flächen in einer dicht bebauten Stadt wie Leipzig zwischen den Häusern stehen bleibt. Da fühlt es sich schon am Tage bei über 33 Grad Celsius wie im Backofen an. Die heiße Luft staut sich zwischen den Häusern, denn gerade die Gebäude und versiegelten Flächen aus Asphalt und Beton nehmen die Hitze tagsüber auf und geben diese Wärme in der Nacht an die Umgebung ab. Selbst das Elsterbecken ist eine nächtliche Wärmequelle, da sich tagsüber das fast stehende Wasser stark aufwärmt.

Die Anzahl der Nächte über 18 °C und über 20 °C nimmt beständig zu und die nächtlichen Tiefstwerte steigen (das sind die Nächte, wenn die Temperatur bei über 18 oder über 20 Grad bleibt und nicht weiter absinkt).

Bei den heißen Nächten funktioniert der Luftaustausch über Kaltluftschneisen nicht. Oftmals geht auch kein Wind, kein Lufthauch zieht durch die Straßen und Räume. Und wenn diese Hitze dann über mehrere Tage in der Stadt, in den Straßen steht, dann wird es gerade nachts in den Häusern zum Schlafen und Erholen viel zu warm, zu schwül und unangenehm.

Die heiße Luft verbleibt in den Räumen. Es kommt bei empfindlicheren und vielen älteren Menschen zur Überhitzung, zum Kollaps bis hin zum Todesfall.

Nach Informationen vom Deutschlandfunk vom 13.8.2026 nach Ermittlungen des Robert Koch-Instituts besteht eine Übersterblichkeit durch die Hitzetage und ‑nächte von etwa 12.500 Menschen, die also aufgrund der Hitzeeinwirkungen zusätzlich gestorben sind zur „üblichen“ Sterblichkeitsrate in den Monaten Juni und Juli 2026. (Der in Leipzig ist von 2025.)

Diese Zeiten der Überhitzung in der Stadt und der tropischen Nächte übersteht der Mensch dann nur noch mit Klimaanlage in der Wohnung. Wer hat aber in Mitteldeutschland schon eine Klimaanlage? Und wer kann sich eine Klimaanlage leisten? Denn diese Klimageräte benötigen Strom zum Betrieb, um Kühlung zu erzeugen. Nicht jeder Mieter kann eine Klimaanlage für seine Wohnung installieren und diese an der Außenwand anbringen, ohne den Nachbarn wegen der Geräusche zu stören.

Und nicht jeder Mieter kann eine Balkonsolaranlage zur Stromerzeugung auf dem Balkon oder Dach unterbringen. Helfen kann dann vielleicht das Energiesharing. Die gemeinsame Nutzung von selbst erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien ist seit dem 1. Juni 2026 nach § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) gesetzlich zulässig, aber umständlich und sinnfrei aufgebläht.

Maßnahmen der Hitzeschutzpläne

Es sollten in den Stadtbezirken weitere Trinkwasserspender und kühlende Räume zur Erholung für die belasteten Menschen vorgesehen werden.

Die Stadt braucht Frischluftschneisen, damit die etwas kühlere Luft aus der weniger bebauten Umgebung und aus dem Auwald bis in die innere Stadt einfließen kann. Diese ausgewiesenen Frischluftschneisen dürfen nicht mit Gebäuden und baulichen Anlagen verbaut werden.

Der Auwald ist unbedingt zu erhalten als Naherholungsraum, als Naturraum und als Frischluftentstehungsgebiet. Dafür muss der Auwald wieder für jährliche Überschwemmungen vernässt werden.

Die Stadt braucht mehr Grünflächen, Miniwald-Stücke (Tiny Forest) und Parkanlagen sowie Flächen für Regenwasserteiche. Über den Schwammstadt-Umbau kann das Niederschlagswasser in Mulden und Rigolen versickern und verdunsten, um die Lufttemperaturen abzusenken, damit sich ein etwas kühleres Mikroklima in den Stadtbezirken an den Hochsommertagen ausbilden kann.

Die Stadt braucht begrünte Dachflächen, Fassadenbegrünung, mehr Straßenbäume, die alten Wasserläufe, Springbrunnen und Trinkbrunnen, um das aufheizen in den Wohngebieten zu reduzieren.

Teil 2 folgt in Kürze an dieser Stelle.

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