Fast jede Woche werden Bus- und Straßenbahnfahrer*innen in Leipzig angegriffen oder bedroht; einzelne Fälle sorgen immer wieder für Empörung. Auf Initiative der Freien Fraktion hat der Stadtrat nun beschlossen, Fahrer*innen möglichst besser zu schützen. Geplant sind Busse mit geschlossenen Kabinen.
„Der Oberbürgermeister wird beauftragt zu prüfen, ob neu anzuschaffende Busse der LVB GmbH zukünftig mit geschlossenen Fahrerkabinen ausgerüstet werden können“, heißt es kurz und knapp in dem Änderungsantrag, der am 30. September mit großer Mehrheit beschlossen wurde. Es handelte sich dabei um einen Alternativvorschlag der Verwaltung, den die Linksfraktion zur Abstimmung gestellt hatte. Die Formulierung im eigentlichen Antrag der Freien Fraktion war nahezu identisch.
Deren Vorsitzender Sven Morlok hatte zuvor erklärt, dass es schwierig sei, die jetzt schon fahrenden Busse umzubauen. Dann würde wohl die Betriebserlaubnis erlöschen, so Morlok. Es solle auch nicht um aktuell laufende Ausschreibungen für neue Busse gehen, sondern um künftige Ausschreibungen.
Zuletzt hatten im April gleich zwei Fälle für Aufsehen gesorgt. Anfang des Monats hatte ein 13-Jähriger einen Fahrer schwer verletzt, nachdem dieser sich über die Lautstärke beschwert hatte. Wenige Wochen später bedrohte ein Mann einen Busfahrer mit einem Beil, weil dieser ihm keine Zigarette geben konnte oder wollte.
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