Sachsen-Anhalt könnte noch in diesem Jahr einen AfD-Ministerpräsidenten bekommen. Zumindest gibt sich Kandidat Ulrich Siegmund zuversichtlich, im Dezember die nötigen Stimmen zu erhalten. Außerdem: Die Leipziger CDU möchte in der Verwaltung weitere knapp 1.000 Stellen streichen und bei der BSG Chemie endet ein Rechtsstreit. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, 29. September 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Ulrich Siegmund möchte sich im Dezember zum ersten AfD-Ministerpräsidenten in Deutschland wählen lassen. Wie der 35-Jähriger heute bekanntgab, soll kurz vor Weihnachten die Wahl im Landtag von Sachsen-Anhalt stattfinden. Er sei zuversichtlich, dass er im ersten Wahlgang die nötigen Stimmen erhalte.
Jene nötigen Stimmen wären mindestens drei außerhalb der eigenen Fraktion. Siegmund sagte, dass es dazu schon gute Gespräche gebe. Mit wem genau, blieb unklar. Die BSW-Fraktion hatte angekündigt, keinen AfD-Ministerpräsidenten wählen und sich enthalten zu wollen. Immer wieder gibt es Berichte über mögliche Abweichler bei der CDU. Sollte sich niemand outen, würde die Herkunft möglicher Stimmen verborgen bleiben, weil die Wahl geheim stattfindet.
Unklar ist auch, wie es nach einer erfolgreichen Wahl weitergehen würde. Eigentlich wollte die AfD keine Minderheitsregierung. Eine plausible Alternative dazu konnte bislang noch niemand präsentieren.
CDU will weiter im Rathaus kürzen
Die Leipziger CDU möchte im Rathaus weitere 950 Stellen streichen. Das geht aus ihren Änderungsanträgen zum Doppelhaushalt 2027/28 hervor, über die die LVZ berichtet. Schon jetzt arbeitet die Verwaltung an 500 Stellenstreichungen; die zusätzlichen sind bis Ende des Jahrzehnts geplant. Aus Sicht der CDU soll die Stadt effizienter werden; zudem müsse der Haushalt entlastet werden. Altersbedingte Abschiede sollen dabei helfen, den Plan umzusetzen.
Ein weiterer CDU-Vorschlag: die Zahl der Fachbürgermeister*innen von acht auf sechs reduzieren. Im Visier hat die CDU dabei die Dezernate für Allgemeine Verwaltung und Kultur. Letzteres könnte in den Aufgabenbereich von Wirtschaft einfließen.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
über eine Geldstrafe für eine Leipziger Palästina-Aktivistin,
über die Pläne der Linken im Leipziger Doppelhaushalt und
über die Erinnerung an die Opfer der Hexenverfolgung in Leipzig.
Was heute außerdem wichtig war: Die BSG Chemie hat sich außergerichtlich mit ihrem ehemaligen Cheftrainer Miroslav Jagatic geeinigt. Dieser hatte den Verein verklagt, weil er einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten wollte. Über den Inhalt der Einigung wurde Stillschweigen vereinbart. Laut LVZ könnte die Einigung damit zusammenhängen, dass Jagatic offenbar in Kürze das Traineramt bei einem anderen Regionalligisten übernehmen soll.
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