Ein Schwelbrand hält die LMBV im Leipziger Südraum seit Juni in Atem. Am 27. Juni – genau in den Tagen, als die Hitze auch im Leipziger Raum die 40-Grad-Marke erreichte – kam es zu einem Großbrandereignis zwischen den Ortslagen Meuselwitz, Mumsdorf und Falkenhain im Leipziger Südraum. Betroffen ist eine 8 Hektar große stillgelegte Kohlebergbaufläche des ehemaligen Tagebaugebietes Rusendorf. Von diesem Brandereignis ist das sogenannte Kohletrübebecken I nordwestlich des Restlochs in bergrecht- und eigentumsrechtlicher Zuständigkeit der LMBV betroffen. Und seitdem wird der Brand bekämpft. Das ist gar nicht so einfach.

Dieses Becken wurde von der MIBRAG bis 2013 u. a. zur Ascheeinspülung genutzt. Aus diesem Grund befinden sich im Boden Kohlereste, die sich zwischenzeitlich auf einer Fläche von etwa 4 Hektar entzündet haben und zu Brandnestern führten, meldete die LMBV im Sommer. Der oberflächliche Brand konnte zwar Anfang Juli gelöscht werden.

Aber unterirdisch schwelte der Brand weiter. Ziel aller an der Gefahrenabwehr Beteiligten war es seither, so der Bergbausanierer LMBV, die andauernden unterirdischen Brände weiter zu bekämpfen und die Rauchentwicklung schrittweise einzudämmen. Dazu wurde u. a. der Aufbau von Rohrzuleitungen zum Wasserüberdecken vorbereitet.

Um das Gebiet wurde eine 30 Meter breite Brandschutzschneise geschlagen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern.

Das Kohletrübebecken im Restloch Rusendorf

Das heutige Kohletrübebecken entstand im Wesentlichen während des Betriebs der Brikettfabrik Phönix. Dort fielen bei der Brikettherstellung im Nassbetrieb große Mengen an Kohletrübe an. Dieses Gemisch aus Wasser, Kohlenstaub und Kohlepartikeln wurde über Jahrzehnte hinweg in das Becken eingespült, wo sich die Feststoffe über viele Jahre ablagerten.

Ein benachbarter Bereich des ehemaligen Absetzbeckens, der sich im Verantwortungsbereich der MIBRAG befindet, wurde bereits dauerhaft gesichert. Dort liegen die kohlehaltigen Ablagerungen tiefer und wurden zusätzlich mit Ascheeinspülungen aus dem Kraftwerksbetrieb Mumsdorf überdeckt. Diese Abdeckung verhindert den Sauerstoffzutritt und reduziert das Risiko einer Selbstentzündung.

Der Faktor Zeit

Aber die Brandbekämpfung dauert, auch wenn die LMBV jetzt melden konnte, dass die Arbeiten zur Eindämmung des unterirdischen Schwelbrands im Kohletrübebecken I des Restlochs Rusendorf bei Mumsdorf weiter vorankommen. „Die Firma KÖTTER Fire & Service konnte die Sprinkleranlagen inzwischen optimieren, sodass eine geringere Rauchentwicklung zu verzeichnen ist. Eine ergänzende temporäre Wasserleitung soll mehr Wasser auf die Fläche bringen und diese permanent benetzen“, beschreibt die LMBV den Weg, wie man den Schwelbrand unter Kontrolle bringen will.

Brandbekämpfung am Restloch Rusendorf. Foto: Christian Kortüm, LMBV
Brandbekämpfung am Restloch Rusendorf. Foto: Christian Kortüm, LMBV

Auch die behördlich beauflagten Messungen wurden in der Woche ab dem 7. September begonnen.

„Dazu wurden in betroffenen Ortslagen Messstationen eingerichtet, die kontinuierlich Daten zur Luftqualität liefern“, so die LMBV. „Sie ergänzen die seit Beginn des Brandgeschehens durchgeführten Kontrollen im Umfeld des Restlochs.“

Das Problem: Das schwer zugängliche Gelände und die Beschaffenheit des Beckens erschweren die Brandbekämpfung. Das Becken selbst ist trockengefallen, und das Grundwasser steht erst bei fünf bis sechs Metern an, berichtet der Bergbausanierer.

„Zudem ist kein ausreichendes Löschwasser in der Nähe vorhanden. Seitdem werden die betroffenen Bereiche intensiv mit extern herangeführtem Wasser beaufschlagt, um den Schwelbrand schrittweise einzudämmen. Dafür wurden Sprinkleranlagen installiert und fortlaufend optimiert. Mit der zusätzlichen Wasserleitung soll die Wasserversorgung der Fläche weiter verbessert werden.“

Dem Brand die Sauerstoffzufuhr abschneiden

Aber der Brand wird die LMBV sehr viel länger beschäftigen.

Denn nach der „Bewässerung“ soll der Brandbereich dauerhaft mit einer etwa zwei Meter mächtigen Schicht mit dafür geeignetem Material abgedeckt werden, um dem Schwelbrand die Sauerstoffzufuhr abzuschneiden. Die Auferdung erfolgt ausschließlich auf der aktuell vom Brand betroffenen Fläche des Kohletrübebeckens I, betont der Bergbausanierer.

Das übrige Areal des Restlochs bleibe unangetastet und benötige nach derzeitigem Kenntnisstand keine weiteren Sicherungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen. Auch der Rusendorfer See sei von den geplanten Arbeiten nicht betroffen.

Parallel plant die LMBV die Errichtung von zwei Brunnen im Bereich des Kohletrübebeckens I im Restloch Rusendorf. Die Brunnen sollen jeweils bis in eine Tiefe von rund 55 Metern reichen und eine Wassermenge von etwa 200 bis 300 Litern pro Minute fördern. Damit soll langfristig die permanente Bereitstellung von Löschwasser sichergestellt werden.

Bis zur endgültigen Fertigstellung der dauerhaften Abdeckung rechnet die LMBV derzeit mit einem längeren Zeitraum.

Weitere Informationen dazu findet man auf der Homepage der LMBV.

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