Geschimpft ist schnell, gestaltet meistens langsamer. Als Mitglied des Bürgerbeirates der LVB liegt zumindest das Finden guter Ideen in Ihren Händen. Geschickte Hände braucht es auch für ein Angebot des Buch- und Schriftmuseums. Zudem gibts ein Sommerfest im Museum der bildenden Künste. Am Landgericht beginnt ein Prozess, der bestürzt – doch zum Licht gehört eben auch die Dunkelheit.
Jetzt als LVB-Beirat aktiv werden
Bis auf den kürzlichen Totalausfall wegen aufgequollener Füllmasse in den Gleisanlagen (LZ berichtete) gehört sie einfach zum Stadtbild: die Straßenbahn, von den Leipzigern auch liebevoll „de Bimmel“ genannt. Und ein besonderes Gremium bietet Fahrgästen die Möglichkeit, Anregungen, Wünsche und konstruktive Kritik direkt bei den LVB einzubringen.
Bis zum 16. Oktober können sich jetzt Leipzigerinnen und Leipziger für eine Mitarbeit im Fahrgastbeirat der Verkehrsbetriebe bewerben. Gewählt werden zwölf Bürgerinnen und Bürger, die sich ehrenamtlich neben den ständigen Mitgliedern engagieren und die Interessen der Fahrgäste vertreten. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der LVB beraten die Mitglieder in den etwa viermal jährlich stattfindenden Sitzungen über grundlegende Themen des öffentlichen Nahverkehrs.
Dabei geht es unter anderem um Angebotsverbesserungen im Liniennetz, den Fahrkartenverkauf und Ticketautomaten sowie die Ausstattung von Straßenbahnen und Bussen. In einer öffentlichen Mitteilung wirbt Björn Schönichen, gewähltes Mitglied des aktuellen Beirates, für eine aktive Beteiligung: „Hier kann tatsächlich jeder mitmachen. Leipzig ist eine große Stadt mit mehr als 600.000 Einwohnern. Wer die ständige Entwicklung unserer modernen, jungen Stadt mitgestalten will, hat die Möglichkeit, sich jetzt zu bewerben. Um sich die Argumente der LVB und der anderen Mitglieder anzuhören, aber auch die eigene Meinung, eigene Ideen einzubringen. Ja, man muss etwas geduldig sein, aber das gehört zu einem demokratischen Prozess dazu.“
Neben den gewählten Bürgerinnen und Bürgern entsenden der Stadtschülerrat, der Studentinnenrat der Universität, der Seniorenbeirat der Stadt, der VCD Verkehrsclub Deutschland e.V., der Behindertenverband e. V., das Jugendparlament der Stadt, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e. V., der Behindertenbeirat der Stadt, der Blinden- und Sehbehindertenverband e.V., der Mobile Behindertendienst Leipzig e.V., der Stadtverband der Kleingärtner e.V. sowie der Leipziger Freundeskreis Nahverkehr e.V. Vertreterinnen und Vertreter in das Gremium.
Zur Bewerbung und damit zur aktiven Mitgestaltung geht es HIER entlang.
Prozess um mutmaßliche Kindstötung
Vor der 1. Strafkammer des Landgerichts Leipzig beginnt heute der Prozess gegen eine 24-jährige Frau. Die Staatsanwaltschaft Leipzig legt ihr Totschlag zur Last. Nach dem Tatvorwurf soll sie am 29.04.2024 in ihrer Wohnung in der Königsteinstraße in Leipzig ihren im September 2023 geborenen Sohn so heftig geschüttelt haben, dass das Kind Verletzungen im Gehirn erlitt und am Folgetag daran starb.
Für den Prozess sind neben dem heutigen Auftakt weitere Verhandlungstermine am 21., 24. und 25. August sowie am 2. und 9. September 2026 vorgesehen. Beginn ist jeweils um 9:00 Uhr.
Sollte das Landgericht im laufenden Verfahren zu einer Verurteilung wegen Totschlags gelangen, sieht das Strafgesetzbuch hierfür im Regelfall eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren vor. In besonders schweren Fällen kann die Tat auch mit lebenslanger Freiheitsstrafe geahndet werden.
Welches Strafmaß in Betracht kommt, ob es sich möglicherweise um einen minderschweren Fall handelt, wird das Gericht erst nach Abschluss der Beweisaufnahme und der rechtlichen Würdigung aller Umstände treffen. Über den Prozess berichtet unser Reporter Lucas Böhme.
Ein Sommerfest für Kunst und Künstler
Heute lädt der Leipziger Kunstverein zu seinem Sommerfest ins Museum der bildenden Künste Leipzig ein. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Sommerpicknick des LKV mit der Jazz Band SUM II“ und beginnt um 18:00 Uhr. Genutzt werden das Erdgeschoss, Hof 3 sowie das südliche Außengelände. Der Eintritt ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die Wurzeln des Leipziger Kunstvereins reichen bis in das Jahr 1825 zurück. Damals setzte sich der Verlagsbuchhändler Johann Ambrosius Barth für die Gründung ein, erhielt jedoch nicht die notwendige Bestätigung durch den sächsischen Hof. Die erste Generalversammlung des Leipziger Kunstvereins konnte schließlich am 9. November 1837 stattfinden. Zu den Initiatoren gehörten unter anderem die Unternehmer Carl Lampe, Wilhelm Ambrosius Barth, Heinrich Brockhaus, Gustav Harkort und Maximilian Freiherr Speck von Sternburg.
Von Beginn an verfolgte der Verein das Ziel, ein städtisches Museum zu schaffen und der Öffentlichkeit zeitgenössische Kunst zugänglich zu machen. Eine Stärkung erfuhr der Kunstverein im November 1839, als sich der Leipziger Verein der Kunstfreunde anschloss. Im frühen 20. Jahrhundert gelang es dem Verein, bedeutende Ausstellungen der Moderne nach Leipzig zu holen. Gezeigt wurden unter anderem Werke von Max Liebermann (1907), von Expressionisten (1918), Emil Nolde (1925), Lovis Corinth (1926) und Edvard Munch (1929).
Mit der Zerstörung des Museums der bildenden Künste beim Bombenangriff am 4. Dezember 1943 verlor der Verein seine zentrale Wirkungsstätte. Zwei Jahre später wurde er durch die sowjetische Militäradministration formell verboten. Ein Jahr nach dem Mauerfall, am 9. November 1990, erfolgte die Neugründung. Die Satzung beruft sich auf das historische Vorbild bürgerschaftlichen Engagements für die Kunst.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten unter anderem der Maler Werner Tübke, die Kunsthistoriker Rainer Behrends, Ernst Ulimann und Günter Meißner sowie der Grafiker Karl-Georg Hirsch. Mit dem jährlichen Sommerfest richtet der Leipziger Kunstverein einen eigenständigen Termin im Kulturkalender der Stadt aus, der über das reguläre Museumsprogramm hinausgeht und Mitglieder, Kunstinteressierte sowie Akteure der Leipziger Kulturszene zusammenführt.
Ein Hauch Japan für geschickte Finger
Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig lädt heute zu einer Kreativwerkstatt „Buchbinden in japanischer Bindung“ ein. Das Mitmachangebot beginnt heute um 16:00 Uhr in der Dauerausstellung und richtet sich an Kinder ab 10 Jahren, Jugendliche und Erwachsene. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Die japanische Bindung besticht durch ein dekoratives Heftmuster am Buchrücken und an den Einbanddeckeln. Dabei wird der Faden um den gesamten Einband geführt, also nicht nur entlang des Rückens, sondern auch an Ober- und Unterkante. Um das Muster vollständig auszuarbeiten, wird mehrfach durch dieselben Löcher genäht.
Damit der abschließende Knoten später nicht sichtbar ist, beginnt die Arbeit in der Mitte des Buches. Für die Bindung wird das Papier mittig gefalzt und anschließend aufeinandergelegt. Der Buchdeckel kann aus Karton oder festem Papier gefertigt und nach Wunsch zusätzlich dekorativ gestaltet werden.
Die Geschichte dieser Bindung reicht bis zur chinesischen Tang-Dynastie (618–907) zurück. Damals wurden Buchrollen durch Fadenheftung in eine buchähnliche Form überführt. Über den Einfluss des Buddhismus verbreitete sich das Verfahren später nach Japan, wo es weiterentwickelt und den örtlichen Anforderungen angepasst wurde.
Während die ersten japanischen Bücher noch deutliche Parallelen zur chinesischen Fadenheftung aufwiesen, entstanden im Laufe der Zeit eigenständige Formen der Buchbindung. Zu den bekanntesten zählen die Fukuro-Toji (Beutelbindung) sowie die Yamato-Toji (Blockheftung), die die Entwicklung der japanischen Buchkunst nachhaltig prägten.
Die Veranstaltung in der Deutschen Nationalbibliothek dauert etwa 90 Minuten. Besucher sollten beachten, dass zum Einschließen von Taschen und Rucksäcken in die Schließfächer Ein- oder Zwei-Euro-Münzen benötigt werden. Die Veranstaltungsräume sind rollstuhlgerecht zugänglich.
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