Mehrere tausend Menschen sind in Leipzig gegen die Kürzungspolitik der Bundesregierung auf die Straße gegangen – bundesweit waren es mehrere zehntausend. Außerdem: Sachsens Innenminister Schuster möchte das Grundrecht auf Asyl abschaffen und in der Fußball-Regionalliga gelingt Chemie Leipzig ein überraschender Erfolg. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 26./27. September 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Mehrere zehntausend Menschen sind am Wochenende in Deutschland gegen die geplanten Kürzungen im sozialen Bereich auf die Straße gegangen. Aufgerufen hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund. Die Demonstrationen fanden in mehreren Städten, darunter Leipzig, statt. In Städten wie Essen und Hannover sollen es mehr als 10.000 Teilnehmer*innen gewesen sein.

Einige tausend Teilnehmer*innen zählte die Leipziger Zeitung auch in Leipzig. Hier fand die zentrale Kundgebung auf dem Simsonplatz statt. Zuvor hatten sich mehr als 1.000 Menschen an einer „Zubringerdemo“ vom Johannisplatz beteiligt.

Im Zentrum der Kritik standen die geplanten Kürzungen bei Rente, Pflege und staatlichen Unterstützungsleistungen. Im Gegenzug werde zu viel Geld für Rüstung ausgegeben. In einem Block von kommunistischen Gruppen gab es auch ein großes Banner, das sich gegen die geplante Ansiedlung des Rüstungsunternehmens Covenant in Leipzig richtete.

Schuster gegen Grundrecht auf Asyl

Sachsens Innenminister Armin Schuster hat gegen Ende der Woche zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage für Empörung gesorgt. Zunächst hatte der CDU-Minister unmittelbar nach der Wahl in Berlin die Social-Media-Kanäle des Ministeriums genutzt, um vor einer linken Regierung in der Hauptstadt zu warnen. Am Freitag folgte dann der nächste Aufreger: Schuster forderte, das Grundrecht auf Asyl aus dem Grundgesetz zu streichen.

Statt eines individuellen Anspruchs, wie er aktuell in Artikel 16a geregelt ist, soll es nach seinen Vorstellungen künftig eine Kontingentlösung geben. Asyl soll es demnach in dem Umfang geben, in dem Städte und Gemeinden das leisten könnten. Schuster ist nicht der erste, der so etwas vorschlägt; demzufolge könnte es durchaus eine breitere Debatte zu dem Thema geben.

Zumindest bei Grünen und Linken in Sachsen stößt Schuster auf Ablehnung. Franziska Schubert aus der Grünen-Fraktion bezeichnete die Äußerungen als „unwürdig“ und „beschämend“. Der Vorstoß widerspreche EU- und Völkerrecht. Auch aus der Linken gibt es entsprechende Anmerkungen, dass eine Obergrenzenregel rechtswidrig sei. Beide Parteien merken an, dass die AfD nicht dadurch geschwächt werden könne, dass man ihre Forderungen übernimmt.

Sport am Wochenende

Komplett unterschiedliche Gefühlslage bei den beiden Leipziger Regionalligisten Lok und Chemie: Während die Loksche in Probstheida gegen den ungeschlagenen Tabellenführer Erfurt mit 3:1 in Führung lag und letztlich doch noch eine Niederlage einstecken musste, konnten die Chemiker vor fast 12.000 Zuschauer*innen überraschend bei Aufstiegsmitfavorit Aue gewinnen.

Anstatt den Rückstand auf Erfurt auf sieben Punkte zu verringern, liegt Lok nun schon 13 Punkte hinter der Spitze. Besonders brutal ist die bisherige Heimbilanz: nur zwei Punkte aus sechs Spielen. Ausgerechnet in der Saison mit direktem Aufstiegsplatz dürfte Lok schon jetzt aus dem Rennen sein. Chemie dagegen belegt nach dem zweiten Saisonsieg nun den 14. Platz.

Die Handballer des SC DHfK haben in der zweiten Bundesliga die ersten Punkte verloren. Nach vier Siegen in den ersten vier Spielen gab es eine 26:27-Heimniederlage gegen Dormagen. Der Siegtreffer fiel sieben Sekunden vor Ende der Partie. Kurz vorher hatte Leipzig noch 26:25 geführt. Der Bundesliga-Absteiger fällt damit auf den fünften Platz.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

über die neue Bevölkerungsschätzung für Leipzig,

über die Suche der Grünen nach Spielraum im nächsten Doppelhaushalt und

über einen Demo-Aufruf für das Capa-Wäldchen.

Was am Wochenende außerdem wichtig war: Bereits Anfang der Woche wurde entschieden, dass Berlin seine Olympia-Bewerbung zurückzieht und somit auch Leipzig als Mitausrichter aus dem Rennen ist. Jetzt steht fest: Weil München gewinnt, wird es auch im Kanupark in Markkleeberg keine Wettbewerbe geben. Wir haben die Entscheidung vor Ort verfolgt.

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