Noch ist das Capa-Wäldchen nicht gerettet. Auch ein Kompromissvorschlag der Stadtverwaltung würde zumindest Teile des seit 30 Jahren an der Capastraße gewachsenen Waldes in Anspruch nehmen. Für den Erhalt des Waldes und eine Stärkung des Auwaldes ruft deshalb ein Bündnis von Leipziger Ortsgruppen der Jugendorganisationen der Fridays for Future, Grüner Jugend, Naturschutzjugend, sowie weiterer lokaler Umweltschutzgruppen am Dienstag, ddm 29. September, zur Demonstration auf. Diese startet um 19 Uhr am Südplatz und führt bis zum Neuen Rathaus.
Hintergrund ist die Diskussion rund um den sogenannten Capa-Wald aber auch den Auwald insgesamt. Nach wie vor steht im Raum, dass weitere Teilflächen des Waldes in Anspruch genommen werden.
„Wir sind vor drei Monaten nicht auf die Straße gegangen, um jetzt etwas weniger Stadtwald als ursprünglich zu opfern. Der Hitzesommer hat gezeigt, wie sehr wir Natur und Stadtgrün als Maßnahme der Klimaanpassung brauchen. Dass RB und die Kleinmesse, vor allem aber die Stadt das nicht verstehen wollen, halten wir für absurd“, erklärt Alexander Hilse von FFF Leipzig für das Bündnis.
Die wichtige Rolle im Biotopverbund
Das Capa-Wäldchen sei dabei weit mehr als eine Ansammlung einzelner Bäume. Das Waldstück liegt an einer ökologisch besonders wichtigen Stelle zwischen dem nördlichen und südlichen Leipziger Auwald. Der Leipziger Auwald bildet einen der größten zusammenhängenden Auenwaldkomplexe Mitteleuropas innerhalb einer Großstadt. An zahlreichen Stellen ist der Biotopverbund jedoch bereits durch Straßen, Siedlungen und andere Nutzungen beeinträchtigt. Das Waldstück kann an dieser Stelle dazu beitragen, die Verbindung zwischen den Waldgebieten zu erhalten und langfristig wieder zu stärken.
Auch für das Stadtklima haben bestehende Waldflächen eine wichtige Funktion. Bäume speichern Kohlenstoff, spenden Schatten und tragen zur Abkühlung dicht besiedelter Bereiche bei. Gerade angesichts zunehmender sommerlicher Hitze kommt jedem bestehenden Waldstück eine besondere Bedeutung zu. Die Stadt Leipzig selbst betont im Masterplan Grün die Bedeutung von Grün- und Waldflächen für eine klimaangepasste Stadt.
„Es ist unglaubwürdig, wenn die Stadt sich in ihrem Masterplan vornimmt, eine klimaangepasste Stadt zu werden und den Biotopverbund zu stärken, aber dann Waldflächen für die Flächenentwicklung verscherbelt und damit genau das Gegenteil davon tut, was es für eine lebenswerte, grüne Stadt braucht“, so Marlen Drechsler von der Grünen Jugend Leipzig für das Bündnis.
Kein kurzfristiger Ersatz möglich
Dabei ist ein gewachsener Wald nicht kurzfristig durch eine neue Pflanzung zu ersetzen. Die ökologischen und klimatischen Funktionen hängen unter anderem vom Alter und der Entwicklung der Bäume sowie von den Strukturen des bestehenden Ökosystems ab. Auch die Stadt hat auf entsprechende Nachfragen eingeräumt, dass eine gleichwertige und insbesondere standortnahe Kompensation des Capa-Waldes nicht ohne Weiteres möglich ist.
Eine Rodung hätte deshalb konkrete Folgen: Lebensräume für Tiere und Pflanzen gingen verloren, die ökologische Verbindung an einer ohnehin belasteten Stelle würde weiter geschwächt und eine wichtige klimatische und lärmreduzierende Grünstruktur für die angrenzenden Stadtquartiere verschwände.
Fabian Kunth von der Naturschutzjugend Leipzig erklärt dazu: „Wir erwarten vom Stadtrat und vom Oberbürgermeister, dass sie nicht nur den Schutz des Capa-Waldes ernst nehmen und nach einer Lösung suchen, bei der kein einziger Baum gefällt wird, sondern insgesamt den Schutz des Auwaldes als zentrale Aufgabe verstehen, damit unsere Generation und die nachfolgenden weiterhin eine lebenswerte Stadt haben.“
Es gehe ausdrücklich um den Schutz, Erhalt und die Stärkung des gesamten Auwaldes. Die Auseinandersetzung um das Capa-Wäldchen sei nur das sichtbare Symbol über den Umgang mit unseren Lebensgrundlagen in der Stadt.
Das Bündnis ruft deshalb alle Leipziger/-innen auf, sich an der Demonstration zu beteiligen: Dienstag, 29. September, 19:00 Uhr mit Start am Südplatz Leipzig und dem Ziel Leipziger Rathaus.
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