Keine Wehrpflicht, keine Musterung, kein Griff an die Hoden – die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ hatte für heute zu bundesweiten Protesten aufgerufen. Mit einem unbefugten Griff an eine fremde Handtasche hingegen hat sich ein „kräftiger bis dicker“ Räuber auf die Fahndungsliste der Polizei gesetzt. Und: Wann knackt Leipzig die Einwohnerzahl von 700.000? Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 25. September 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Schulstreik gegen Wehrpflicht

In etwa 100 deutschen Städten haben heute insgesamt über 45.000 junge Menschen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die damit verbundene Maßnahmen, wie Musterungen, demonstriert. Das vermeldete die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, die diese Kundgebungen initiierte. Die mit 2.400 Menschen größte Teilnehmerzahl gab es nach Polizeiangaben in Berlin. Auch in Leipzig gingen Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Die Zahl wird hier auf 500 bis 700 geschätzt.

Drei Zubringerdemos waren am Freitagmorgen vom Leipziger Westen, Süden und Südosten aus zum Wilhelm-Leuschner-Platz gezogen, wo es am Mittag eine gemeinsame Auftaktkundgebung gab. Anschließend zog der Tross über dem Innenstadtring und beendete seine Aktion ebenfalls wieder am Leuschner-Platz. „Nie nie nie wieder Wehrpflicht“, „Eure Kriege ohne uns“, „Merz an die Front“ oder „Covenant verpiss dich!“ waren dabei einige Sprüche, die die jungen Menschen in die Öffentlichkeit trugen.

Abgelehnt werden verpflichtende Fragebögen, Bußgelder, Musterungen und der Aufbau von Musterungszentren sowie eine mögliche Einbindung des Bundesfreiwilligendienstes in den Kriegsdienst. Zudem lehnen die Jugendlichen einen 180-tägigen Dienst in der Bundeswehr ab. Kritisiert werden dabei unter anderem Werbung, Jugendoffiziere an Schulen und finanzielle Anreize zur Nachwuchsgewinnung. Die Wehrpflicht könne zudem eine langfristige Verpflichtung als Reservist mit sich bringen.

Außerdem wird sich gegen eine Beteiligung an Kriegen ausgesprochen. Die Jugendlichen wollen nicht gegen Menschen aus anderen Ländern kämpfen und sehen die Gefahr, für militärische Interessen eingesetzt zu werden, während Unternehmen wie Rheinmetall von der Aufrüstung profitierten. Kritik üben sie außerdem an dem Ziel, Deutschland und die Bundeswehr zu einer führenden Militärmacht Europas auszubauen. Die Bundeswehr werde aus ihrer Sicht zur Sicherung von Handelsrouten und Einflusssphären eingesetzt.

Die Aufrüstung wird zudem mit Kürzungen in Bildung, Gesundheit und Sozialem sowie mit schlechten beruflichen Perspektiven für junge Menschen verbunden. Abgelehnt werden außerdem Zwangsdienste als Ersatz für die Wehrpflicht sowie weitere Dienste im Verteidigungsfall.

Handtaschenräuber gesucht

Nichts Schlimmes ahnend, stieg gestern Nachmittag eine 50-jährige Frau an der Haltestelle Deutsche Nationalbibliothek aus einer Straßenbahn der Linie 16. Doch nur wenig später wurde sie von einem Unbekannten attackiert, der ihr von hinten die Handtasche von der Schulter riss. Zwar wehrte sich die Frau gegen den Angreifer, konnte aber nicht verhindern, dass dieser die Tasche an sich nehmen und damit flüchten konnte.

Er rannte zur Straße des 18. Oktober, wo ein schwarzer Mittelklassewagen – ähnlich eines VW-Golf – bereitstand. Dort stieg er auf der Beifahrerseite ein, worauf das Auto wegfuhr. Die überfallene 50-Jährige war bei dem Raub zu Boden gestürzt und hatte sich dadurch leicht verletzt. In der ihr entrissenen dunkelblauen und mittelgroßen Handtasche befand sich eine große Menge an Bargeld. Mehrere tausend Euro beträgt der Stehlschaden.

Die Polizeidirektion Leipzig hat heute eine Personenbeschreibung des Angreifers veröffentlicht. Demnach handelt es sich um einen 40 bis 45 Jahre alten Mann mit schwarzen Haaren, der 1,65 bis 1,70 Meter groß ist. Er ist von kräftiger bis dicker Gestalt und trug bei der Tat eine schwarze Jacke. Die Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße bittet Zeugen des Raubüberfalls um sachdienliche Hinweise.

Leipzig-Prognose: Bis 2045 mehr als 700.000 Einwohner?

Leipzig wächst weiter, allerdings langsamer als in den Jahren 2010 bis 2020. Nach der Bevölkerungsvorausberechnung 2026 des Amtes für Statistik und Wahlen könnte die Einwohnerzahl bis 2045 je nach Entwicklung auf 651.700 bis 706.500 steigen. In der Hauptvariante werden 677.700 Einwohner erwartet. Das entspräche gegenüber 2025 einem Plus von sieben Prozent. Im oberen Szenario würde Leipzig damit die Marke von 700.000 Einwohnern überschreiten. Die Berechnung wird jährlich überprüft, um ihre Annahmen zu aktualisieren.

Die Prognose soll als Grundlage für künftige Planungen dienen, unter anderem bei Verkehr, Energie- und Wasserversorgung, Schulen, Kitas, sozialem Wohnungsbau sowie Grün- und Freiflächen. Zugleich dürfte Leipzig älter werden. In der Hauptvariante steigt das Durchschnittsalter von derzeit 42,4 auf voraussichtlich 44 Jahre im Jahr 2045. In allen drei Szenarien verschiebt sich die Altersstruktur zu höheren Altersgruppen.

Die Vorausberechnung bezieht sich auf die Gesamtstadt. Für die einzelnen 63 Ortsteile und 14 Ortschaften sollen in Kürze detaillierte Analysen veröffentlicht werden. Die Bevölkerungsvorausberechnung 2023 hatte bereits unterschiedliche Entwicklungen in den Stadtteilen ausgewiesen. Vergleichbar kleinräumige Daten zur möglichen Bevölkerungsentwicklung liegen für Leipzig nach Angaben der Stadt ansonsten weder von amtlichen noch von privatwirtschaftlichen Institutionen vor.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

OBM-Wahl 2027 in Leipzig: Getu Abraham will als parteiloser Kandidat antreten

Neue Schulbaustrategie: Leipzig setzt künftig stärker auf Bestandserhalt und Schulnetzsicherung

Berlin zieht die Olympia-Reißleine: Leipzig sagt Public Viewing ab

Demokratie… Halt Dein Maul! – Ein Kommentar aus Leipzig-Connewitz

Auftakt am 3. Oktober: Das Ernte-Festival des BUND Leipzig startet in eine neue Runde

Am 7. Oktober im Panometer: Forschen am Ende der Welt – Vortragsevent zu Expeditionen in Arktis und Antarktis

Was sonst noch wichtig war:

Der neue Tankrabatt ist eingetütet. Der Bundestag hat diesen heute mit 434 zu 128 Stimmen beschlossen. Wenig später winkte ihn auch der Bundesrat durch. Vom 1. Oktober bis zum Ende des Jahres wird somit die Energiesteuer auf Diesel und Benzin um 17 Cent brutto pro Liter gesenkt.

Rund 1,3 Millionen Haushalte in Deutschland haben zum Ende des vergangenen Jahres Wohngeld bezogen. Damit stieg deren Zahl um rund 90.000 Haushalte – ein Plus von 7,2 Prozent gegenüber Ende 2024. Betroffen seien vor allem alleinstehende Personen im Ruhestand und Familien.

Mehrere hundert tote Walkälber sind in den letzten Wochen an der Südküste Argentiniens angespült worden. Ein Forschungsinstitut des Landes hat als wahrscheinliche Ursache nun die bakterielle Hautinfektion Wundrose ermittelt. Es wird vermutet, dass dem eine natürliche Ursache zugrunde liegt.

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