Die Polargebiete üben seit jeher eine enorme Anziehungskraft und Faszination auf die Menschheit aus. Historische Expeditionen von James Cook, Roald Amundsen oder Ernest Shackleton sind bis heute weithin bekannt. Doch auch in der Gegenwart zieht es Forscherinnen und Forscher immer wieder in die entlegensten Regionen unserer Erde, um dort die komplexen Zusammenhänge unseres Planeten zu erforschen.

Am 7. Oktober berichten drei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Panometer Leipzig von ihren eigenen Expeditionen, Forschungen und Projekten in den Polarregionen.

Sie erzählen von Forschungsreisen auf der Polarstern in die Arktis, von einer Expedition per Segelschiff zu den entlegenen Danger Islands in der Antarktis und werfen einen Blick auf ein zukünftiges Forschungsprojekt, das ab 2027 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt zusammenbringen wird.

Die kurzweiligen Vorträge finden inmitten von Yadegar Asisis 360°-Panorama ANTARKTIS statt und werden mit umfangreichem Foto- und Bildmaterial ergänzt. Im Anschluss an die Kurzvorträge besteht die Möglichkeit für Fragen aus dem Publikum.

Das hauseigene Café ist während der Veranstaltung geöffnet.

Fritz Hertel während Expedition zu den Danger Islands. Foto: Esther Horvath
Fritz Hertel während Expedition zu den Danger Islands. Foto: Esther Horvath

Die Vorträge am 7. Oktober

Prof. Dr. Andreas Macke, Direktor des Leipziger Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung

In den Jahren 2019 und 2020 fand mit MOSAiC die größte Arktis-Expedition aller Zeiten statt. Der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern war mit insgesamt über 400 Personen, aufgeteilt auf fünf Etappen, mehr als ein Jahr in der Arktis unterwegs, um das Epizentrum des Klimawandels genauer zu erforschen.

Während der Wintermonate war das Forschungsschiff im Eis eingeschlossen und ermöglichte dadurch umfangreiche Forschungen, die unter anderen Bedingungen kaum möglich gewesen wären. In Vorbereitung der umfangreichen Expedition wurde unter Leitung von Prof. Andreas Macke, Direktor des Leipziger Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung, bereits 2017 eine einmonatige Vorbereitungsexpedition durchgeführt.

Der Forschungseisbrecher wurde an einer Eisscholle festgemacht und ließ sich mit ihr durch die Arktis treiben. Dank des erfolgreichen Versuchs konnten wissenschaftliche und logistische Erfahrungen für die spätere MOSAiC-Expedition gewonnen werden. Im Panometer Leipzig berichtet Prof. Andreas Macke sowohl von seinen Erfahrungen während der Vorbereitungskampagne als auch von der MOSAiC-Expedition, an der sein Institut über den gesamten Expeditionszeitraum beteiligt war.

Fritz Hertel, Ökologe im Polarteam des Umweltbundesamtes in Dessau

Erst im vergangenen Jahr führte eine spektakuläre Expedition in die Antarktis. Mit einer Segelyacht aus Aluminium – der Malizia Explorer – machte sich ein Expeditionsteam rund um den Profi-Segler Boris Herrmann auf den Weg zu den Danger Islands, einem Archipel, der seit 2024 unter der Obhut Deutschlands steht.

Bekannt sind die Danger Islands für ihre gewaltigen Pinguinkolonien, darunter die weltweit größte Kolonie des Adeliepinguins. Ziel der Expedition ist die langfristige Überwachung und der Schutz von Pinguin- und Seevogelkolonien, was die Kartierung von Brutplätzen, die Besenderung von Pinguinen und die Entnahme von Proben zur Analyse von Schadstoffen einschließt.

Fritz Hertel vom Umweltbundesamt in Dessau war treibende Kraft der Expedition und einer der sieben Wissenschaftler an Bord der Malizia Explorer. Am 7. Oktober erzählt er von seinen persönlichen Erfahrungen und den wissenschaftlichen Arbeiten während dieser außergewöhnlichen Expedition.

Prof. Dr. Stefanie Arndt, Meereisphysikerin am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven

Veränderungen in der Antarktis wirken sich auf Klima, Wetter und Ökosysteme weit über die Südpolarregion hinaus aus. Gleichzeitig verändert sich dieser Lebensraum am Rande der Welt schneller, als die Wissenschaft ihre Zusammenhänge verstehen kann. Genau hier setzt die kommende internationale Forschungsinitiative Antarctica InSync an: Forschende aus zahlreichen Ländern und unterschiedlichsten Disziplinen wollen ihre Beobachtungen zwischen 2027 und 2029 besser aufeinander abstimmen und die Antarktis erstmals noch stärker als zusammenhängendes System untersuchen – vom Eis über den Ozean und die Atmosphäre bis hin zu Plankton, Tieren und Stoffkreisläufen.

Dr. Stefanie Arndt vom renommierten Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven gibt während der Sonderveranstaltung im Panometer Leipzig Einblicke in eine der faszinierendsten und am wenigsten verstandenen Regionen unseres Planeten. Dabei zeigt sie, warum eine genauere Beobachtung der Antarktis notwendig ist, um besser zu verstehen, wie sich die Erde in Zukunft verändern wird.

Forschen am Ende der Welt, Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19 Uhr im Panometer Leipzig (Richard-Lehmann-Straße 114)

Einlass: ab 18:30 Uhr, Dauer ca. 2 Stunden (inklusive Pause)

Preis 17,50 Euro pro Person, 12,50 Euro pro Person für Inhaber einer ANTARKTIS Dauerkarte

Der Besuch der ANTARKTIS‑Panoramaausstellung ist im Eintrittspreis enthalten. Während der Pause und nach der Veranstaltung kann die ANTARKTIS Panoramaausstellung individuell betrachtet werden.

Tickets bekommt man unter www.panometer.de/leipzig/besondere-events sowie direkt im Panometer Leipzig. Getränke und kleine Snacks können vor Ort erworben werden.

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