Eine Veröffentlichung zu ersten Ergebnissen im Sonderforschungsbereich (SFB) zu arktischen Klimaveränderungen hat es auf das Cover der Juli-Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Bulletin of the American Meteorological Society“ geschafft. Den Sonderforschungsbereich gibt es seit 2016 und er kann mittlerweile mit jeder Menge Daten belegen, mit welch atemberaubendem Tempo sich die Arktis erwärmt.

Der SFB-Transregio unter der Leitung des Meteorologen Prof. Dr. Manfred Wendisch von der Universität Leipzig befindet sich derzeit in der zweiten Periode der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Weitere Teilnehmer am SFB-Transregio sind die Universität Bremen und die Universität zu Köln sowie das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig.

„Mit der Veröffentlichung auf dem Cover erhält die Arbeit unseres gesamten Teams eine Art internationalen Ritterschlag“, sagt Professor Wendisch. „Die Veröffentlichung wird dazu beitragen, dass unsere Ergebnisse über den engeren Kreis der Fachspezialisten hinaus innerhalb der gesamten internationalen Gemeinschaft von Meteorologen, Ozeanografen und Klimaforschenden weithin noch sichtbarer werden.“

Zu sehen ist das Juli-Cover des „Bulletin of the American Meteorological Society.“ Foto: BAMS
Das Juli-Cover des „Bulletin of the American Meteorological Society.“ Foto: BAMS

Die Zeitschrift, die seit 1920 von der Meteorologischen Gesellschaft der USA herausgegeben wird, hatte den Artikel zu „ersten Ergebnissen und Aussichten des Projekts“ im Januar erstmals veröffentlicht.

Eine Zusammenfassung des Artikels:

Die Arktis erwärmt sich zwei- bis dreimal schneller als der Rest der Erde. Dieses Phänomen wird als arktische Verstärkung bezeichnet. Um zum Verständnis dieser Erwärmung beizutragen, wurde 2016 der Sonderforschungsbereich/Transregio (AC)³, gefördert von der DFG, ins Leben gerufen. Er umfasst Modellierungs- und Datenanalysearbeiten sowie Beobachtungselemente.

Das Projekt hat eine Fülle von boden-, luft-, schiffs- und satellitengestützten Daten zu physikalischen, chemischen und meteorologischen Eigenschaften der arktischen Atmosphäre, der Kryosphäre und des oberen Ozeans zusammengetragen, die der arktischen Klimaforschungsgemeinschaft zur Verfügung stehen. Allein 1.700 Datensätze sind auf einem frei zugänglichen Forschungsdatenserver, www.pangaea.de, der von der Universität Bremen und dem Alfred-Wegener-Institut betrieben wird, abgelegt.

Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs wurden globale gekoppelte Atmosphären-Ozean-Modelle kontinuierlich weiterentwickelt.

Kurzfristige Veränderungen und Hinweise auf langfristige Trends in den arktischen Klimaparametern stellten die Wissenschaftler/-innen anhand vorhandener und neuer Daten fest. Sie ermittelten beispielsweise, dass die arktische Atmosphäre deutlich feuchter geworden ist und regionale Sturmaktivitäten verstärkt zunehmen. Die Erwärmung im Winter in den Regionen um Spitzbergen und den Nordpol hat sich verstärkt, was eine Abnahme der Meereisdicke in der Framstraße sowie der Schneehöhe auf dem Eis zur Folge hat.

Um die Ergebnisse künftig besser miteinander in Verbindung zu setzen, entwickeln die Forscher/-innen Querschnittsthemen weiter, die auf die Beantwortung von Schlüsselfragen in vier Schwerpunktbereichen abzielen: Rückkopplung der Rate der Temperaturabnahme mit der Höhe, Oberflächenprozesse, arktische Mischphasenwolken sowie Transport und Umwandlung von Luftmassen.

Der Sonderforschungsbereich/Transregio „Arctic Amplification“ (AC)³

Zum Forschungsverbund (AC)³ gehören die Universität Leipzig, die Universität Bremen und die Universität zu Köln sowie das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig. Ziel des Verbundes ist es, die derzeitig ablaufende dramatische Klimaentwicklung in der Arktis mit verschiedenen Methoden zu beobachten, um die Verlässlichkeit von Modellen zur Vorhersage der beobachteten Erwärmung in der Arktis zu verbessern.

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