Im August 2026 wurde eine Asiatische Hornisse in Leipzig-Grünau gesichtet. Damit hat diese invasive Insektenart nachweislich auch Sachsen erreicht. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) wurde 2014 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Vermutlich gelangte die Art bereits 2004 über Transportwege von Übersee nach Frankreich und breitete sich von dort stark in Europa aus. Seit 2018 nimmt ihre Verbreitung auch in Deutschland rasant zu.
Mit einer geschätzten Ausbreitung von rund 80 Kilometern pro Jahr könnte sie bald flächendeckend in Deutschland vorkommen. In Frankreich und Spanien verursacht sie bereits erhebliche Schäden in Imkerei und Landwirtschaft. Daher ist es wichtig, ihre weitere Ausbreitung zu beobachten und wo möglich einzudämmen, meldet sich der NABU Leipzig zu Wort.
Der Naturschutzbund NABU Leipzig möchte die Öffentlichkeit darüber informieren und aufklären. Die Asiatische Hornisse verhält sich genauso friedlich wie die heimischen Hornissen, kann aber in größerer Anzahl auftreten.
Diese gebietsfremde invasive Art ist zwar eine Bedrohung für heimische Arten, aber kaum für den Menschen. Allerdings sind in Imkerei und Landwirtschaft Schäden möglich, wenn die Art sich etabliert. Es ist möglich, die Ausbreitung zumindest einzudämmen, sofern man rasch die Nester der Asiatischen Hornisse findet. Dafür sind möglichst viele Beobachtungen der Insektenwelt nötig.
Der NABU ruft deshalb dazu auf, Sichtungen der Asiatischen Hornisse offiziell zusammen mit einem Belegfoto den Behörden zu melden. Um gezielt Vorkommen feststellen zu können, kann man einen „Dochttopf“ einsetzen. Keinesfalls sollte man eigenständig Hornissennester oder ein vermeintliches Nest der Asiatischen Hornisse entfernen, denn diese werden von den wehrhaften Tieren verteidigt.
Außerdem sind Verwechslungen mit gesetzlich geschützten Arten möglich. Bei Fragen kann man sich auch an die Hautflüglerberatung des NABU Leipzig wenden, deren Arbeitskapazitäten aber sehr begrenzt sind.
Mit Hilfe von Dochttöpfen können Asiatische Hornissen angelockt werden. Man kann sie damit nachweisen und im günstigen Fall auch ihre Nester finden. Günstig ist, wenn es möglichst viele Beobachter gibt, weshalb jeder aufgerufen ist, dabei mitzumachen. Insbesondere Imker oder wer einen Garten hat, könnte dabei leicht helfen.
Dazu werden Dochttöpfe aufgestellt, zum Beispiel auf dem Fensterbrett oder im Garten. Dann werden diese aus sicherer Entfernung beobachtet, und man kann feststellen, welche Arten sich einfinden. Die auffällige Asiatische Hornisse kann man dabei relativ leicht von heimischen Arten unterscheiden. Die eingeschleppte Art ist insgesamt dunkler, teils schwarz, und hat gelbe Beine; die heimische Art erscheint orangebraun und hat dunkle Beine.
Als „Lockstoff“ im Dochttopf benutzt man eine Mischung aus 300 ml dunklem Bier, 300 ml Weißwein und 300 ml Fruchtsirup. Als Dochttopf wird zum Beispiel ein Marmeladenglas verwendet und ein Loch in den Deckel gebohrt. Durch dieses führt man ein Filztuch (die Farbe Gelb wird am besten angenommen), welches sich dann mit der Lösung vollsaugt.
Anschließend wird dieses in erhöhter Position vom Boden (ca. 1 bis 1,5 Meter) und mit möglichst freiem Sichtfeld in alle Richtungen aufgestellt. Nach spätestens 24 Stunden werden sich „neugierige“ Besucher einfinden, das werden vor allem Wespen sein, aber auch Asiatische Hornissen, sofern sie in der Gegend leben.
Die Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse, ihr Körper ist dunkler, ihre Füße sind gelb. In den Nestern der Asiatischen Hornisse leben viel mehr Tiere. Ihre Staaten bestehen aus bis zu 2.000 Individuen, bei der heimischen Hornisse sind es bis zu 700.
Gegenüber Menschen verhält sich die Asiatische Hornisse ähnlich friedlich wie die heimische Art. Bei beiden Arten werden allerdings die Nester verteidigt, weshalb man sich in Nestnähe vorsichtig verhalten sollte. Keinesfalls sollte man beispielsweise versuchen, ein Nest der Asiatischen Hornisse selbst zu beseitigen.
Beobachtungen melden (mit Foto oder Video) kann man im Meldeportal des Freistaats Sachsen.
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