Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Seit nunmehr zehn Jahren sind die Radschnellwege rund um Leipzig Thema. Und zumindest einer hat jetzt endlich die erste Hürde genommen, wie das Dezernat Stadtentwicklung und Bau mitteilt. Es geht um die Radschnellverbindung zwischen Leipzig und Schkeuditz: Die Stadt Leipzig hat jetzt einen Fördermittelbescheid über rund 323.000 Euro vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) erhalten und kann damit die Planung für die sogenannte Route R3 vorantreiben. Der Bund gewährt die notwendigen Finanzhilfen für die Radschnellwege und übernimmt 75 Prozent der Planungskosten.

Die Radverbindung soll Leipzig und Schkeuditz verbinden und perspektivisch bis nach Halle ausgebaut werden. Die entsprechende Machbarkeitsstudie hatte eine bevorzugte Streckenführung ermittelt, die jetzt vertieft ausgearbeitet wird.

Demzufolge startet der Radweg an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs und soll entlang des S-Bahnbogens Gohlis durch Möckern, Wahren, Stahmeln und Lützschena führen. An der Stadtgrenze befindet sich der Übergabepunkt an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, welches die weiterführenden Planungen in Richtung Schkeuditz übernimmt.

Was soll der Radschnellweg?

Radschnellwege zielen darauf ab, zügiges und sicheres Radfahren auch auf längeren Distanzen weitgehend abseits des Autoverkehrs zu fördern. Im besten Fall werden diese Wege kreuzungsarm und getrennt von anderen Verkehrsarten gebaut, sodass es wenige Gründe fürs Bremsen und Halten gibt. Dies soll dazu führen, dass insbesondere Berufspendler das Auto stehen lassen und aufs Rad umsteigen.

Baubürgermeister Thomas Dienberg sagt dazu: „Die Ziele der Mobilitätsstrategie lassen sich nur mit hochwertiger Radinfrastruktur erreichen. Der Radschnellweg wird die Premiumklasse für Pendlerinnen und Pendler. Gleichzeitig hat dieser Radweg das Potenzial, die Hauptstraßen und innerstädtischen Quartiere von Autoverkehr zu entlasten. Radschnellwege ermöglichen also in mehrfacher Hinsicht umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Mobilität.“

Gerade im Nordraum Leipzigs hatte die Machbarkeitsstudie hierfür großes Potenzial gesehen, die Metropolregion Mitteldeutschland setzt sich entsprechend für das Projekt ein. Im Juni 2020 hatten zudem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft – darunter Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte aus Leipzig, Schkeuditz, Kabelsketal und Halle – ihre Unterstützung in einer gemeinsamen Absichtserklärung bekundet. Auch das ist nun schon wieder sechs Jahre her.

Und jetzt geht es erst einmal nur um die Planungen. Gebaut wird dann wohl irgendwann in den 2030er Jahren.

Das beauftragte Büro konnte schon zu Beginn des Jahres die Planung für die Verbindung R3 aufnehmen, ohne die Förderung zu gefährden, betont das Planungsdezernat. Vorgesehen ist derzeit, den Radschnellweg bis 2038 zu bauen.

Mit der vertieften Planung werden auch die Realisierungskosten weiter konkretisiert und aktualisiert, die in der Machbarkeitsstudie von 2020 noch mit 19,3 Millionen Euro für das Leipziger Stadtgebiet abgeschätzt wurden. Dabei wird es wohl nicht bleiben.

Informationen der Stadt zu den geplanten Radschnellverbindungen findet man hier.

Die Website zur Radschnellverbindung Leipzig–Schkeuditz.

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