Noch sind nicht alle Landwirtschaftsflächen auf Leipziger Stadtgebiet vergeben. Und eigentlich sollten ökologische Kriterien ganz oben stehen, wenn die Stadt die Flächen neu ausschreibt. Aber bei der KoLa Leipzig eG, und nicht nur dort, befürchtet man, dass doch wieder traditionell wirtschaftende Betriebe den Zuschlag erhalten. Deswegen hat Kola nun zusammen mit anderen kooperativ arbeitenden Landwirtschaftsbetrieben einen offenen Brief an das Leipziger Liegenschaftsamt geschrieben.

Mehrere Gemüsebau- und Landwirtschaftsbetriebe fordern darin, den demokratischen Dialog zum Vergabekonzept für kommunale Agrarflächen fortzuführen und dieses nicht in einem intransparenten Prozess zu schleifen oder sogar abzuwickeln. Für eine resiliente und nachhaltige Landwirtschaft sei es zwingend erforderlich, dass die Stadt Leipzig hier den Weg weitergeht und die notwendige Transformation gezielt gestaltet.

Beim Landwirtschaftsdialog der Stadt Leipzig am 16. September 2026 wurde – so sehen es die Unterzeichnenden – durch Vertreter des Liegenschaftsamtes der Eindruck vermittelt, dass zentrale Punkte des in einem langjährigen demokratischen Prozess erarbeiteten Flächenvergabekonzeptes für kommunale Agrarflächen revidiert werden sollen. Ökologische und soziale Kriterien sollen zugunsten der großen konventionellen Altpächter geschliffen werden.

17 Unterzeichner

Unterzeichnet wurde der Offene Brief von 17 Gemüse- und Ackerbaubetrieben aus dem Raum Leipzig. Diese zeigen, teils seit Jahrzehnten, wie durch Bio-Anbau, kleinteilige Strukturen und gemeinschaftsgetragene Konzepte eine zukunftsfähige Landwirtschaft und nachhaltige Gestaltung ländlicher Räume aussehen kann.

Am 7. Oktober 2026 wurde der Offene Brief zunächst mit der Bitte um Rückmeldung direkt an das Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig und den Leipziger Oberbürgermeister gesendet.

„Allerdings erhielten wir bis heute keine Reaktion“, stellt Jan-Felix Thon von der KoLa Leipzig eG fest. „Dies verstärkt unseren Eindruck, dass die Perspektiven und Interessen von den häufig kleineren und teils jüngeren Betrieben mit ökologischer Ausrichtung gewollt außen vor bleiben sollen. Wir verstehen das außerdem als einen Ausdruck mangelnder Wertschätzung unseres vielfältigen Engagements für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und gleichwertige Lebensverhältnisse.“

Man sei verärgert, dass man keinerlei Antwort seitens der Stadt erhalten habe. Und so gehen die Unterzeichner mit dem Brief jetzt an die Öffentlichkeit.

Hier kann man den Offenen Brief nachlesen.

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