Seit Beginn der Aufzeichnungen war die Durchschnittstemperatur im Juni und Juli in Westeuropa nicht so hoch wie in diesem Jahr. Außerdem: Die geplanten Steuerreformen von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) stoßen vielerorts auf Kritik. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 10. August 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Hitzerekord in Westeuropa

Fühlen konnte man das bereits in den letzten Wochen, nun auch schwarz auf weiß belegt: Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen. Laut EU-Klimabeobachtungsprogramm Copernicus betrug die Durchschnittstemperatur in der Region 21,62 Grad Celsius.

Auch in den Weltmeeren wurden in beiden Monaten Höchsttemperaturwerte gemessen. So lag die Meeresoberflächentemperatur bei durchschnittlich 20,96 Grad Celsius und löste damit den bisherigen Höchstwert von 20,89 Grad Celsius aus 2023 ab. Begleiterscheinungen waren maritimer Hitzewellen.

Auch in den Flüssen sinkt der Pegel: In großen Teilen der trockenen Regionen lag der Wasserstand deutlich unter dem langjährigen Mittel. Zum Teil wurden sogar außergewöhnlich niedrige Werte gemessen, wie beispielsweise an der Seine, am Rhein und der Donau.

Anhaltende Trockenheit und Hitze sorgen seit Wochen in vielen Regionen Europas für Dürre und Waldbrände – betroffen sind Teile Frankreichs, Griechenlands, Spaniens, aber auch Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens.

Futtermangel in der Landwirtschaft

Aufgrund der Dürre und Trockenheit ergeben sich auch bereits erste Engpässe in der Landwirtschaft. Wegen Futtermangels – von welchem bisher vor allem Ökobetriebe betroffen sind – hat das Land Baden-Württemberg deshalb bereits am vergangenen Freitag den Katastrophenfall im Sinne des europäischen Ökorechts ausgerufen.

Das bedeutet, dass Öko-Landwirt*innen auch konventionell erzeugtes Grünland- und Ackerfutter zukaufen dürfen. Dafür muss ein entsprechender Antrag bei der für die Öko-Kontrolle zuständigen Behörde beim Regierungspräsidium Karlsruhe gestellt werden.

Kritik an Klingbeils Steuerreform-Plänen

Die von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) angestrebten Steuerreformen scheinen nicht allerorts auf Gegenliebe zu stoßen. Klingbeil plant unter anderem, Haushalte mit geringen und mittleren Einkommen zu entlasten und dafür Spitzenverdiener*innen, welche ein Bruttojahreseinkommen von 280.000 Euro pro Jahr oder mehr stärker zur Kasse zu bitten. Auch der Grundfreibetrag sowie das Kindergeld sollen ansteigen.

Kritik an den Plänen kam unter anderem von der Deutschen Steuergewerkschaft (DStG). Dies sei keine Reform, sondern ein „Tarifeingriff mit Etikett“, so der Vorsitzende Florian Köbler. Statt Entlastungen seien in der Mehrzahl Belastungen im Plan enthalten. Auch vermisse er die Vereinfachung der komplizierten Steuerregeln.

Auch der Vorschlag, dass für steuerpflichtige Vereine künftig statt eines Freibetrags von 5.000 Euro eine Freigrenze von 1.000 Euro gelten solle, stieß auf deutlichen Widerspruch. Für ehrenamtliche Vereine soll diese Regelung jedoch nicht greifen.

„Dass wir über Vereine als Besteuerungsziel reden und nicht über Erbschaften, Vermögen und Kapitalerträge, ist mehr als grotesk“, betonte Linken-Politikerin Doris Achelwilm. Mit dem Wegfall von Steuervergünstigungen für Vereine spare damit an der falschen Stelle, äußerte sich CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann.

MUT-TOUR, 1953 und Fun Facts

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Gemeinsam irre mutig: Am Freitag macht die MUT-TOUR Station in Leipzig

Falls jemand fragt, wer wir waren: Das brodelnde Jahr 1953 und das uralte Parzival-Motiv

Fun-Facts-Termin am 10. August in Halle: Greenpeace-Studie zeigt, wie Halle von der Vermögensteuer profitieren würde

Hallo Leipzig: So startet Montag, der 10. August 2026

Flutkatastrophe auf Philippinen

Was heute außerdem wichtig war: Auf den Philippinen sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, wurden 13 weitere Personen verletzt, mindestens sechs Menschen werden noch vermisst.

Die Verwaltung des Sächsischen Landtages gab heute bekannt, dass am Mittwoch eine Sondersitzung des Sächsischen Innenausschusses stattfinden wird, welche sich mit den Geschehnissen am Flughafen Leipzig/Halle (Saale) in der vergangenen Woche auseinandersetzen wird. In der Nacht zum vergangenen Mittwoch war dort eine mit Sprengstoff beladenen Drohne gefunden worden.

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