Psychische Gesundheit ist längst kein Randthema mehr – und trotzdem fühlen sich viele allein gelassen. In Deutschland sind jährlich fast 18 Millionen Menschen von psychischen Erkrankungen betroffen – mehr als jede vierte erwachsene Person. Doch die meisten sprechen nicht darüber, bleiben allein mit der seelischen Last, die so wenig zu passen scheint zu einer Gesellschaft, die immerfort höchste Leistung zu erwarten scheint. Und dazu ein fröhliches Gesicht. Die MUT-Tour macht auch 2026 auf das stille Leiden aufmerksam. Öffentlich. Mit Station in Leipzig.

In einer weltweiten Studie mit über 1.800 Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen (Schizophrenie und Depression) berichteten rund 80 Prozent von Diskriminierungserfahrungen in mindestens einem Lebensbereich. (Quelle: Lasalvia et al., The Lancet 2013 / ASPEN-INDIGO-Studie)

Mit echter Begegnung, Bewegung und offenen Gesprächen auf Augenhöhe setzt sich die MUT-TOUR seit 2012 für mehr Zusammenhalt und Offenheit ein und ist auch diesen Sommer wieder auf Tandems 4.100 Kilometer durch Deutschland unterwegs.

Was ist die MUT-TOUR?

Seit 2012 radeln und wandern Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende gemeinsam durch Deutschland und sprechen unterwegs offen über ihre Erfahrungen – mit Journalist/-innen, Passant/-innen und Entscheidungsträger/-innen. Nicht die Diagnose steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch und seine persönliche Geschichte.

2026 starteten am 30. Mai in Kassel 13 Etappenteams (12 Tandem, 1 Wander) und kommen am 12. September in Bremen an: rund 4.000 Kilometer, 3,5 Monate, über 50 öffentliche Aktionstage. Nach Stationen in Jena und Chemnitz macht die MUT-TOUR in Leipzig Station, bevor es nach Halle weitergeht.

Einen ersten Eindruck gibt das Kurzvideo „Tandem Tales“.

Die MUT-TOUR 2026 wird finanziell unterstützt von DAK, BARMER, Deutsche Rentenversicherung, Landschaftsverband Rheinland (LVR), Anni Gruber Stiftung, Kämpgen-Stiftung, SV Werder Bremen Stiftung.

Warum jetzt? Warum dieses Thema?

Rund 18 Millionen Menschen in Deutschland sind jährlich von einer psychischen Erkrankung betroffen – Depression, Angststörung, Psychose, bipolare Störung, PTBS, Suchterkrankungen und viele mehr. (Quelle: BDP / BPtK / LApK Bayern, Dezember 2024)

Die durchschnittliche Wartezeit vom Erstgespräch bis zum Therapiebeginn beträgt 142 Tage. (Quelle: BPtK 2020, Daten Q1/2019)

Zum 1. April 2026 wurde die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen um 4,5 % abgesenkt. Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses fiel nach gescheiterten Verhandlungen zwischen KBV und GKV-Spitzenverband und wurde von KBV und Psychotherapeutenkammern scharf kritisiert. (Quelle: GKV-Spitzenverband)

Zwischen 50 und 90 Prozent aller Suizide gehen auf psychische Erkrankungen zurück. (Quelle: DGPPN / Brieger et al. 2021)

Aktionstag in Leipzig

Entlang der gesamten Strecke finden 2026 über 50 öffentliche Aktionstage statt – kostenlos, ohne Anmeldung, für alle. Neben Infoständen und Mitmach-Aktionen gibt es Mitfahr- und Mitwanderaktionen, lokale Vereine und Selbsthilfegruppen stellen ihre Angebote vor, ergänzt durch offene Gesprächsformate.

Am Freitag, 14. August, macht die MUT-TOUR Halt in Leipzig und lädt herzlich zum Aktionstag rund um mentale Gesundheit ein.

Man trifft sie von 13:30 bis 15 Uhr auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park.

Ab 13:30 Uhr gibt es Infostände rund um psychische Gesundheit und lokale Unterstützungsangebote, ab etwa 14 Uhr wird die Ankunft der MUT-TOUR-Tandems erwartet.

Mit dabei als Partner/-innen vor Ort: SRH, der WEGE e.V. – Verein Angehöriger und Freunde psychisch erkrankter Menschen, das Mosaik Leipzig e.V. – Psychosoziales Zentrum für Geflüchtete, das Leipziger Bündnis gegen Depression e.V. sowie die Das BOOT gGmbH – Sozialpsychiatrisches Zentrum.

Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

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